Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen will vor US-Kongress aussagen

Am 7. Februar will sich der ehemalige Anwalt von Donald Trump in einer öffentlichen Sitzung zur Russlandaffäre äußern: Michael Cohen gilt als Schlüsselfigur in den Ermittlungen.

Michael Cohen
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Michael Cohen


In der sogenannten Russlandaffäre um Donald Trump will der frühere Anwalt des Präsidenten vor dem US-Kongress aussagen. Michael Cohen habe sich bereit erklärt, am 7. Februar vor dem Aufsichtskomitee des Repräsentantenhauses zu erscheinen, teilte der Ausschuss am Donnerstag mit. Cohen sagte, er werde eine entsprechende Einladung des Vorsitzenden des Ausschusses "Oversight and Government Reform", dem demokratischen Abgeordneten Elijah Cummings, annehmen.

Cohen war über ein Jahrzehnt lang ein enger Vertrauter Trumps. Inzwischen haben sich die beiden überworfen - und Cohen kooperiert mit Sonderermittler Robert Mueller. Der untersucht mögliche Geheimabsprachen des Trump-Lagers mit Moskau im US-Wahlkampf 2016. Trump weist das zurück und spricht von einer "Hexenjagd".

Cohen gilt als Schlüsselfigur bei den Ermittlungen. Er teilte nun mit, er freue sich auf "das Privileg" eine "vollständige und glaubwürdige Darstellung über das Geschehene" liefern zu können. Trump wiederum gab an, er sei wegen Cohens geplanter Aussage "überhaupt nicht besorgt". Vergangenen Monat hatte er seinen ehemaligen Vertrauten als "Ratte" beschimpft, die der Bundespolizeibehörde FBI bei deren "Hexenjagd" helfe.

Im Dezember hatte ein Bundesgericht in New York Cohen unter anderem wegen Steuerhinterziehung und Falschaussagen vor dem Kongress zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Er hatte eingeräumt, den Kongress bei dessen Russland-Untersuchungen im Zusammenhang mit einem geplanten Bauprojekt Trumps in Moskau angelogen zu haben. Er soll seine Haftstrafe am 6. März antreten.

Video: Trumps Ex-Anwalt Cohen zu drei Jahren Haft verurteilt

aar/dpa/AFP

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michiansorge 11.01.2019
1. Abwarten
Es ist zu erwarten, dass Cohen mit einigen pikanten Details zu Trumps Wahlkampf und Geschäften aufwarten kann. Fraglich ist, ob er sie tatsächlich beweisen kann. Denn Trump und seine Anwälte werden natürlich alles abstreiten und versuchen Cohen als den grössten Lügner der Welt hinzustellen. Ein Titel den eigentlich ein anderer verdient, aber die betreffende Person schnallt das ja nicht. Fraglich ist für mich, was die Konsequenzen für Trump wären, wenn Cohen tatsächlich Beweise für illegale Aktivitäten und Trumps Involvement vorlegen kann. Solange Trump Präsident ist, geniesst er wohl Immunität und kann nicht belangt werden. Werden die Amerikaner dann bis zur nächsten Wahl abwarten? Und ihn anklagen, sollte er nicht nochmals gewählt werden? Wobei ich mir vorstellen könnte, dass ihn seine Basis nochmal wählen würde, allein schon um ihn in Schutz zu nehmen. Dann müsste man nochmal 4 Jahre mit der Anklage warten. Ich hoffe, bis dahin tritt keine Verjährung ein. Oder werden die Demokraten dann ein Impeachment Verfahren einleiten? Hätte das überhaupt Chancen? Es müssten ja etliche Republikaner Trump den Rücken zukehren. Ich würde Trump zwar wünschen, dass er vorzeitig den Präsidentenposten räumen muss. Aber da ich es vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten habe, dass er tatsächlich zum Präsidenten gewählt wird und ich eines Besseren belehrt wurde, bin ich dieses Mal sehr skeptisch. Aber Daumendrücken. Man weiss ja nie.
f.j.l. 11.01.2019
2. #1, ich kann Ihrem
Kommentar unumschränkt zustimmen. Ergänzen möchte ich, dass ich es nicht für möglich gehalten habe, wie schnell sich unsere Welt geändert hat. Leider nicht zum Guten. Und absolut erschreckend finde ich, dass meiner Empfindung nach, der Karren mit immer größerer Geschwindigkeit gegen die Wand fährt und niemand auf die Bremse tritt.
pavel1100 11.01.2019
3.
Zitat von michiansorgeEs ist zu erwarten, dass Cohen mit einigen pikanten Details zu Trumps Wahlkampf und Geschäften aufwarten kann. Fraglich ist, ob er sie tatsächlich beweisen kann. Denn Trump und seine Anwälte werden natürlich alles abstreiten und versuchen Cohen als den grössten Lügner der Welt hinzustellen. Ein Titel den eigentlich ein anderer verdient, aber die betreffende Person schnallt das ja nicht. Fraglich ist für mich, was die Konsequenzen für Trump wären, wenn Cohen tatsächlich Beweise für illegale Aktivitäten und Trumps Involvement vorlegen kann. Solange Trump Präsident ist, geniesst er wohl Immunität und kann nicht belangt werden. Werden die Amerikaner dann bis zur nächsten Wahl abwarten? Und ihn anklagen, sollte er nicht nochmals gewählt werden? Wobei ich mir vorstellen könnte, dass ihn seine Basis nochmal wählen würde, allein schon um ihn in Schutz zu nehmen. Dann müsste man nochmal 4 Jahre mit der Anklage warten. Ich hoffe, bis dahin tritt keine Verjährung ein. Oder werden die Demokraten dann ein Impeachment Verfahren einleiten? Hätte das überhaupt Chancen? Es müssten ja etliche Republikaner Trump den Rücken zukehren. Ich würde Trump zwar wünschen, dass er vorzeitig den Präsidentenposten räumen muss. Aber da ich es vor zwei Jahren nicht für möglich gehalten habe, dass er tatsächlich zum Präsidenten gewählt wird und ich eines Besseren belehrt wurde, bin ich dieses Mal sehr skeptisch. Aber Daumendrücken. Man weiss ja nie.
Trump hat die Wahl nur durch wenige zehntausend Stimmen in ganz bestimmten Staaten gewonnen. Wir wissen heute durch welche Aktivitäten das gelang. Ob das noch mal klappt ist alles andere als sicher.
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