Andrew McCabe Ex-FBI-Vize droht Trump mit geheimen Unterlagen

Gerade erst hat ihn Donald Trump gefeuert. Nun will Ex-FBI-Vize McCabe offenbar ein Memo preisgeben, das den US-Präsidenten in der Russlandaffäre belasten soll.

Andrew McCabe
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Andrew McCabe


Der frühere Vizedirektor des FBI, Andrew McCabe, soll laut Insiderberichten persönliche Informationen über Donald Trump besitzen, die ihn in der Russlandaffäre belasten könnten. Das Memo soll ähnliche Details enthalten wie das des geschassten FBI-Chefs James Comey. Der hatte Trump mehrfach vorgeworfen, Einfluss auf die Russland-Ermittlung des FBI genommen zu haben.

Die Behörde untersucht, ob es bei den mutmaßlich russischen Einflussversuchen auf die Präsidentschaftswahl Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Moskau gab. Trump hatte Comey am 9. Mai entlassen. Nach seiner Entlassung setzte das Justizministerium Robert Mueller als Sonderermittler ein, um die Untersuchung zu leiten.

Was genau in dem Memo von McCabe steht, ist unklar. Laut einem Insider, der anonym bleiben will, sollen die Aufzeichnungen Details über Gespräche zwischen McCabe und Donald Trump enthalten. Demnach sind die Informationen bereits an Sonderermittler Mueller übergeben worden.

McCabe gegen Trump

McCabe war in der Nacht zu Samstag von Justizminister Jeff Sessions gefeuert worden. Bis zu seiner Pensionierung waren es nur noch zwei Tage. Die offizielle Begründung für die Entlassung: Er habe einem Reporter interne Informationen verraten und später bei Befragungen darüber falsche Angaben gemacht, mehrfach auch unter Eid.

McCabe widersprach den Vorwürfen vehement: Niemals habe er den Ermittlern etwas Falsches berichtet. Er erhob indes schwere Vorwürfe gegen die Regierung Trump. Der US-Präsident wolle nur seine Reputation und die des FBI-Sonderermittlers Mueller beschädigen.

Trump und eine Reihe von Republikanern hatten McCabe über Monate immer wieder attackiert. Sie lasteten ihm Voreingenommenheit an. Im Wahlkampf 2016 war McCabe ein erklärter Lieblingsgegner von Trump, der ihn immer wieder aufs Schärfste kritisierte.

Trumps Anwalt fordert, Russlandermittlungen einzustellen

Trumps Anwalt John Dowd hat das Justizministerium nach McCabes Entlassung indes aufgefordert, die Russland-Ermittlungen einzustellen. Die Untersuchungen seien von Anfang an ein großer Fehler und "korrumpiert durch politische Vorurteile" gewesen. Dowd sagte der "Washington Post", er spreche nicht für Trump, sondern für sich selbst. Zuvor soll er sich aber der Website "Daily Beast" gegenüber umgekehrt geäußert haben.

Trump selbst hatte McCabe auf Twitter heftig kritisiert: "Andrew McCabe GEFEUERT, ein großartiger Tag für die hart arbeitenden Männer und Frauen des FBI - ein großartiger Tag für die Demokratie", schrieb der US-Präsident auf Twitter. "Der scheinheilige James Comey war sein Boss und ließ McCabe wie einen Chorknaben aussehen. Er wusste alles über die Lügen und Korruption auf höchster Ebene beim FBI."

Comey entgegnete auf Twitter: "Herr Präsident, das amerikanische Volk wird meine Geschichte sehr bald hören. Dann kann es selbst entscheiden, wer ehrenhaft ist und wer nicht." Comey hat für den kommenden Monat ein Buch angekündigt, in dem es auch um die Russland-Ermittlungen gehen soll.

koe/AP/Reuters/dpa

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