US-Wahlkampf Die großen und kleinen Lügen des Donald T.

Donald Trump wirft anderen Politikern gerne vor, die Unwahrheit zu sagen. Nun könnte er im Wahlkampf wegen einer langen Liste von Schummeleien selbst unter Druck geraten.

Von , Washington

Donald Trump
REUTERS

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In der Welt des Donald Trump gibt es nur einen Menschen, der bestimmt, was wahr ist und was falsch. Und das ist: Donald Trump. Angriffe oder kritische Fragen von politischen Gegnern oder Journalisten lässt der Milliardär stets auf die gleiche Art abperlen: "Das stimmt nicht", sagt er dann. Oder: "Sie sind ein Lügner." Oder: "Das habe ich nie gesagt."

Trump biegt sich die Wahrheit so hin, wie es ihm gerade passt - und unterbietet damit locker all jene Washingtoner Politiker, denen er selbst stets Lüge und Betrug vorwirft.

Trumps Anhänger scheint das bis jetzt praktisch kaum zu stören. Doch das könnte sich ändern. Denn mehr und mehr werden im Wahlkampf die vielen Widersprüche, Halbwahrheiten und Lügen des Kandidaten ins Visier genommen. Trump sei schlicht ein "großer Betrüger", schreibt Kolumnist David Brooks in der "New York Times". Das müsse nur endlich immer wieder ausgesprochen werden.

Es ist, als sei die amerikanische Öffentlichkeit aus dem Tiefschlaf erwacht: Mit einem Mal wird akribisch nach dunklen Flecken in Trumps Biografie oder falschen Aussagen in seinem Programm gesucht. Die Recherche-Allianz reicht von liberalen Medien wie der "Times" bis zum stramm rechten Nachrichtensender Fox News. Natürlich sind auch Trumps Gegner bei Demokraten und Republikanern mit von der Partie.

Und sie werden fündig. Die Liste der großen und kleinen Schummeleien des Milliardärs wird immer länger.

  • Da sind zum einen Trumps widersprüchliche Aussagen in der Außenpolitik. Unentwegt sagt er Dinge, die er dann wenige Tage später ins Gegenteil verkehrt. Mal tönt er, er halte den Einsatz von US-Truppen in Afghanistan für einen Fehler. Dann behauptet er in einem Interview einfach dreist: "Das habe ich nie gesagt." Der Sender Fox News spielte beide Sequenzen in der jüngsten TV-Debatte direkt hintereinander ab - und erreichte den gewünschten Effekt. Trump war blamiert. Hier das Video:

  • Sehr genau angeschaut werden nun auch die Geschäfte rund um die sogenannte Trump University. Der Generalstaatsanwalt von New York hat in der Sache bereits eine Untersuchung eingeleitet, Hunderte von Studenten sollen betrogen worden sein. Statt den Studenten die versprochene hochwertige Ausbildung in Immobilienmanagement zu bieten, sollen Trump und seine Partner vor allem daran interessiert gewesen sein, horrende Studiengebühren zu kassieren. Trump bestreitet die Vorwürfe.
  • In seinen exklusiven Hotels in Florida soll Trump Hunderte Arbeiter aus dem Ausland beschäftigt haben, ausreichend qualifizierte amerikanische Bewerber habe es angeblich nicht gegeben, behauptete er. Dabei hatten sich doch gut 300 US-Amerikaner um die Jobs beworben.
  • Und dann ist da noch der Trump-Zahlensalat: Der Kandidat behauptet stets, das US-Gesundheitsprogramm Medicare könne 300 Milliarden Dollar einsparen, wenn es nur mit den Pharmariesen anständige Preise für Medikamente aushandeln würde. Bei seinen Anhängern macht das Eindruck. Doch die Rechnung ist abstrus, niemand weiß, wie Trump auf diese Zahlen kommt. Medicare hat im vergangenen Jahr lediglich 78 Milliarden Dollar für verschreibungspflichtige Medikamente ausgegeben.

Die Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen. Alle Trump-Aussagen werden im Netz akribisch gesammelt. Die Fact-Checker von Politifact kommen zu einem vernichtenden Ergebnis. Wahrheitsgehalt von allen Trump-Aussagen, die sie untersucht haben: ein Prozent.

Die Frage lautet: Bringt das alles überhaupt noch etwas, um eine Nominierung von Trump zum republikanischen Präsidentschaftskandidaten zu verhindern?

Viel Zeit bleibt jedenfalls nicht mehr. In den nächsten Tagen stehen wieder Vorwahlen an. An diesem Wochenende wird unter anderem in Louisiana, Kentucky und Kansas gewählt. In der kommenden Woche folgen Staaten wie Michigan oder Idaho. Die Hoffnung der Trump-Gegner: Seine Wähler sollen erkennen, wie wankelmütig, unglaubwürdig und unseriös der Kandidat ist.

Doch es gibt auch ein Risiko. Je härter die Angriffe gegen Trump von Medien und Politikern werden, desto mehr könnten sich seine Fans ermutigten fühlen, Trump zu unterstützen. Schließlich sehen viele in ihm einen heroischen Kämpfer gegen das politische Establishment.

Mitte März dürfte die endgültige Entscheidung fallen. Wenn die Wähler in Florida, Illinois und North Carolina ebenfalls für Trump stimmen, wäre ihm die Kandidatur kaum noch zu nehmen.

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insgesamt 167 Beiträge
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Seite 1
sok1950 05.03.2016
1. im Wahlkampf gelten Fakten nichts, aber auch gar nichts
Wenn das so wäre, würde es die SPD (z.B. wegen Hartz IV) und die CDU/Grüne (ja, werden gemeinsam genannt - z.B. wegen der größten Vermögensumverteilung in der deutschen Geschichte per EEG-Umlage) politisch gar nicht mehr geben.
h.hass 05.03.2016
2.
Dieser Prolet, Lügner und Dummschwätzer wird nie Präsident werden. Sollte er es tatsächlich zum Kandidaten schaffem, werden ihn die Presse und die politische Konkurrenz monatelang attackieren. Mag sein, dass er dann auch weiterhin die 30 % Wähler hinter sich versammeln kann, die das Establishment hassen. Aber in der Mitte, wo die Wahlen gewonnen werden, wird er keine Chance haben.
sikasuu 05.03.2016
3. Frei nach Münthe: DIE Wähler sind unfair, wenn sie unsere Wahlaussagen....
... für bare Münze nehmen! . Fakten Fakten Fakten.... als wenn in so einer Schlammschacht, in sie einem hochemitionalisiertem Umfeld noch Argumente und Fakten wirken würden. Die U-SAmerikanischen Parteien haben in den letzen Legislaturen "gelogen" das sich die Balken bogen. Es wurden oft gegen jedes Wissen Behauptungen aufgestell den Gegner zu schähen..... . ...das schlägt wohl jetzt auf eigene Lager zurück. . Ob die REPs die "Zahpasta" wieder in die Tube zurückbekomen wage ich zu bezweifeln. . Sie können schon froh sein, wenn an Trump nicht die Partei auseiander bricht. . Die Positionen von Sanders und Clinton sind auch Lichtjahre voneinander entfrent, auch wenn der Streit dort oberflächlich gesitteter ausgetragen wird. . Das 2 Parteien System hat sich wohl sichtbar überholt. Mich würde nicht wundern wenn es in absehbarer Zeit 4 geben würde. . Was mMn. der Politik dort nur gut tun könnte. Zwang zur Koalition macht Kompromis wieder zur politikfähigen Grösse! . Mit der momentanen Totalverweigerung hauptschächlich der REPs im politschem Prozess wird es die U-SA nicht mehr lange machen:-((
Bueckstueck 05.03.2016
4. Munition
Ob das seine Nominierung verhindert, ist doch unerheblich. Da er so unwählbar ausserhalb des tumben (Gross)Teils der GOPler ist, wäre er sogar ein dankbarer Erfüllungsgehilfe um einen GOPler im weissen Haus zu verhindern. Es ist ja nicht so als ob Cruz oder Rubio das kleinere Übel wären, sie hätten aber wohl eine grössere Chance...
zufriedener_single 05.03.2016
5. Trump ist Trumpf!
Ich finde, dass er sehr gut auf die drei Beispiele geantwortet hat. Ja, ein Präsident muss flexibel sein. Nicht so wie unsere Kanzlerin, die an falschen Positionen bis zum Untergang festhält. Ich würde Trumo wählen, wenn ich könnte!
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