Trumps Schwiegersohn und Chefberater Sonderermittler soll auch Kushners Geschäfte untersuchen

Er ist Donald Trumps Allzweckwaffe: Schwiegersohn Jared Kushner. Nun sind laut einem Zeitungsbericht die Geschäftsbeziehungen des Chefberaters ins Visier der Ermittlungen in der Russland-Affäre geraten.

Jared Kushner (Archivbild)
REUTERS

Jared Kushner (Archivbild)


Nicht nur frühere Top-Berater und Donald Trump selbst stehen im Fokus der Untersuchung von US-Sonderermittler Robert Mueller, auch die Finanzen und geschäftlichen Tätigkeiten von Jared Kushner, Schwiegersohn und Chefberater des Präsidenten, sollen Teil der Ermittlungen sein. Das berichtet die "Washington Post" unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Ein Anwalt Kushners sagte der Zeitung, man wisse nicht, worauf sich der Bericht beziehe. "Es würde der gängigen Praxis entsprechen, dass ein Sonderermittler finanzielle Unterlagen überprüft, um nach Verbindungen zu Russland zu suchen", hieß es in einer Stellungnahme des Anwalts Jamie Gorelick. Kushner habe sich bereits dazu bereit erklärt, dem Kongress Auskunft über alles zu geben, was er zu Russland wisse. Er werde dasselbe bei jeder anderen Untersuchung tun.

Kushner hatte sich vor Trumps Amtsantritt mit dem russischen Botschafter Sergej Kisljak sowie einem Moskauer Bankier getroffen. Bei einem Treffen mit Kisljak im Dezember soll Kushner versucht haben, einen geheimen Gesprächskanal zwischen Trumps Team und dem Kreml zu etablieren. Deswegen soll er mit im Fokus der Ermittlungen des FBI stehen. Die Bundespolizei ermittelt unter Führung Muellers zu möglichen Absprachen zwischen russischen Offiziellen und Trumps Wahlkampfteam vor der Präsidentschaftswahl im November 2016.

Zu einem späteren Treffen Kushners mit dem Chef der russischen Wneschekonombank, das Kisljak vermittelt hatte, gibt es widersprüchliche Aussagen. Laut Weißem Haus habe es keinen geschäftlichen Hintergrund gehabt, die Bank behauptet das Gegenteil. Das Treffen fand zu einem brisanten Zeitpunkt statt: Die Immobilienfirma von Kushners Familie, deren Chef er ist, hatte in dieser Zeit Probleme, den Kauf eines 1,8 Milliarden Dollar teuren Bürogebäudes in der Fifth Avenue in New York zu finanzieren. Das legt den Verdacht nahe, dass Kushner seine Position in Trumps Team für persönliche Zwecke missbraucht haben könnte.

Über beide Treffen informierte Kushner die Behörden erst mit Verzögerung. Der 36-jährige, öffentlichkeitsscheue Mann von Trumps Tochter Ivanka ist eine der wichtigsten Figuren im Weißen Haus. Er soll die Handelspolitik des Präsidenten prägen, er soll den Beamtenapparat schlanker machen und sich darüber hinaus um einen Friedensvertrag im Nahen Osten kümmern.

Auch die Geschäftsbeziehungen von weiteren Vertrauten Trumps werden überprüft: unter anderem die von Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn, Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort und Ex-Berater Carter Page. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass Mueller auch gegen Trump persönlich ermittelt. Grund ist der Vorwurf, dass der US-Präsident versucht haben soll, unzulässigen Einfluss auf die Justiz zu nehmen.

max/dpa

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eunegin 16.06.2017
1. Kushner-Bilanz für USA: null
Kushner, von Beruf Sohn und Schwiegersohn, hat in seinen durch Trump von Experten auf diesen Amateur übertragenen Dossiers für das Land noch nichts erreicht. Null. Etwas geschadet, ja. Mehr nicht. Wie es sich privat ausgezahlt hat, darüber darf man spekulieren.
ktomy69 16.06.2017
2. Sie regieren nicht
Der einzige Zweck der Trumps ist es dir Macht auszuweiten und Geschäfte zu machen. Sie glauben dann auch noch was ihnen gut tut, hilft auch den Bürgern. Letztere wurden und werden, besonders die die ihn gewählt haben, an der Nase herum geführt. Ich sehe ein grossen Linksrutsch auf uns zukommen. Nicht morgen ....
Prellbock 16.06.2017
3. Wer suchet
Ist ja auch ne nette Hexenverfolgung da drüben. Die Medien und Trumpgegner (warum schreib ich das getrennt??) graben so ziemlich jeden Acker um und machen aus ner amerikanischen Mücke einen europäischen Elefanten. Da wird versucht einen demokratisch gewählten Präsidenten abzusägen weil er eben a) kein Lobbyist ist und b) einfach gute Politik für SEIN Land macht. Wir Europäer sind schon ganz arme Würste :(
spon-facebook-10000074044 16.06.2017
4.
Zitat von PrellbockIst ja auch ne nette Hexenverfolgung da drüben. Die Medien und Trumpgegner (warum schreib ich das getrennt??) graben so ziemlich jeden Acker um und machen aus ner amerikanischen Mücke einen europäischen Elefanten. Da wird versucht einen demokratisch gewählten Präsidenten abzusägen weil er eben a) kein Lobbyist ist und b) einfach gute Politik für SEIN Land macht. Wir Europäer sind schon ganz arme Würste :(
Naja, jeder Acker ist da noch nicht umgegraben... Ich kann mich an Leute erinnern, die vom Vorgänger des armen ehrlichen Herrn Trump das Vorlegen der Geburtsurkunde forderten, weil sie ihm unterstellten nicht in den USA gebohren zu sein. Ich komm nur nichtmehr drauf, wer das war. Vielleicht können Sie mir da helfen...
klausbrause 16.06.2017
5.
Wäre ja durchaus möglich, daß im Rahmen dieser Untersuchung auch die Geschäftsbeziehungen zwischen Herrn Trump und der Deutschen Bank ans Licht der Öffentlichkeit kommen. Oder, wenn schon nicht das Bernsteinzimmer gefunden wird (wie man hört Penthouse des Trumo-Towers), so doch vielleicht die verschwundenen Steuererklärungen. Und vielleicht bekommt dann die staunende Öffentlichkeit ein zahlenbasiertes Bild von des Kaisers neuen Kleidern. Man darf gespannt sein.
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