Treffen in Vietnam zwischen USA und Nordkorea Hanoi-Gipfel geplatzt

Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un ist ohne Ergebnis abgebrochen worden. Nordkorea bestand auf dem Ende der Sanktionen. Die USA willigten nicht ein.


US-Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un haben bei ihrem Treffen in Hanoi keine Vereinbarung erzielt. Beide Staatsmänner hätten über verschiedene Möglichkeiten gesprochen, wie der Abbau von Atomwaffen und die wirtschaftliche Entwicklung Nordkoreas erreicht werden könnten, teilte das US-Präsidialamt mit. "Zu diesem Zeitpunkt wurde noch keine Einigung erzielt", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Sarah Sanders.

Trump hielt danach allein eine Pressekonferenz ab. Dort sagte er über Kim Jong Un: "Er ist schon ein sehr starker Charakter und unsere Beziehung ist auch sehr stark." Ihre Beziehung sei eine "sehr warmherzige". Zum Scheitern des Deals mit Nordkorea sagte er: "Sie wollten, dass wir die Sanktionen aufheben, und zwar alle Sanktionen. Und das konnten wir nicht zusagen. Sie waren schon bereit, die Atomwaffen bis zu einem bestimmten Punkt abzuschaffen, aber wir konnten uns auch da nicht einigen."

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Trump trifft Kim: Das Gipfel-Fiasko

Ob es Trump selbst gewesen sei, der den Gipfel ohne Erklärung habe verlassen wollen, wollte der US-Präsident nicht direkt beantworten: "Ich möchte nicht sagen, dass es meine Entscheidung war", sagte er, denn er wolle "die Beziehung weiter aufrechterhalten und sehen, was die nächste Zeit passieren wird". Beide Länder hätten sich aber noch nicht auf einen neuen Gipfel verständigt.

Trump will "weiter gut befreundet" bleiben mit Nordkorea

Er bleibe "weiter gut befreundet" mit Nordkorea. Er glaube, dass Nordkorea "eine große Wirtschaftsmacht" werde und erklärte: "Ich möchte gerne die Sanktionen von heute auf morgen aufheben, weil das Land so ein großes Potenzial hat. Aber sie müssen dafür natürlich auch etwas aufgeben."

Auf die Frage, wie es mit Nordkoreas Atomprogramm weitergehen werde, sagte Trump über Kim Jong Un: "Er sagte, wir werden keine Atomtests oder Tests mit ballistischen Raketen starten."

Außenminister Mike Pompeo ergänzte: "Präsident Trump und der Vorsitzende Kim haben gesagt: 'Bisher haben wir viel erreicht, aber heute kommen wir nicht weiter, deswegen gehen wir erstmal so auseinander'".

Das Weiße Haus sprach trotz des Scheiterns einer gemeinsamen Erklärung von einem "sehr guten und konstruktiven Treffen" in Hanoi. Die "jeweiligen Teams" der USA und Nordkoreas würden die Gespräche fortsetzen.

Ursprünglich hatte das Weiße Haus für Donnerstag die Unterzeichnung einer gemeinsamen Erklärung durch Trump und Kim angekündigt. Trumps Sprecherin Sanders teilte dann mit, die Pressekonferenz Trumps zum Abschluss des Gipfels werde um zwei Stunden auf 14.00 Uhr Ortszeit vorgezogen. Zu diesem Zeitpunkt hätte eigentlich die Erklärung unterzeichnet werden sollen. Das geplante gemeinsame Arbeitsessen am Mittag fand nicht statt. Trump wollte noch am Donnerstag die Rückreise in die USA antreten.

Die Fahrzeugkolonnen Trumps und Kims verließen das Hotel Metropole, in dem der Gipfel stattfand, am Donnerstag um 13.25 Uhr Ortszeit. Kims Konvoi kehrte ins Meliá Hotel zurück, in dem die nordkoreanische Delegation untergebracht ist.

Trump und Kim hatten zuvor ihre Hoffnung geäußert, dass sie zu einer Einigung kommen würden. Trumps Ziel ist die atomare Abrüstung Nordkoreas. Kim wollte Zugeständnisse der USA, etwa eine Lockerung der Sanktionen. Trump hatte Nordkorea beim Gipfel nicht mehr zu einer schnellen Abrüstung seiner Atomwaffen gedrängt. Er sagte während des Treffens, es gebe "keine Eile", solange Nordkorea auf Atomwaffen- und Raketentests verzichte.

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Bundesaußenminister Heiko Maas bedauerte das Scheitern des Gipfels: "Wenn es gelungen wäre, Nordkorea dazu zu veranlassen, sein Atomprogramm zu beenden und seine Atomwaffen zu verschrotten, wäre die Welt ein großes Stück sicherer geworden", sagte der SPD-Politiker im ZDF-"Morgenmagazin". Man müsse sich die Ergebnisse des Treffens in Hanoi noch genau anschauen. "Aber sollte es so sein, dass es insbesondere was die Denuklearisierung angeht, kein Ergebnis gegeben hat, ist das ganz sicherlich eine schlechte Nachricht für die Welt."

Die Gespräche sollten fortgeführt werden, sagte Maas. Er hält sich derzeit in Mali auf, wo er die dort stationierten deutschen Soldaten besucht und sich über die Sicherheitslage im Land informiert. Maas war im "Morgenmagazin" von dort zugeschaltet.

AFP/dpa/mfh



insgesamt 254 Beiträge
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fritz_64 28.02.2019
1. Drama
Sieht ein wenig aus wie der Drama Teil in einer Sciptedreality Show, die großen Führer haben sich bestimmt nur falsch verstanden gefühlt, ein wenig überreagiert, und der gemeinsame Kumpel aus Peking wird das bestimmt klären können
norgejenta 28.02.2019
2. quasi zum unsinnigen Donnerstag
Hellau und Allaf.. Der Fasching kann beginnen, die zwei grössten Clowns der gegenwertigen Geschichte fahren unverrichteter Dinge wieder nach Hause.. Es ist fast zum Lachen wenns nicht so traurig wär.. Was hat sich die Evolution blos dabei gedacht?
lyric/bln 28.02.2019
3. Nur heiße Luft
Was zu erwarten war.
spon.teh-ir 28.02.2019
4. Clown-Show
Dieser Präsident ist eine tägliche Beleidigung des weltweiten menschlichen Verstandes. Wie kann man die internationale Weltpolitik nur als Entertainment auffassen? Wo liegt die Logik dahinter den Iran Deal aufzukündigen und gleichzeitig zu versuchen einen vergleichbaren Deal mit einem anderen Land abzuschließen. Ich hatte eigentlich nach GW Bush gehofft den Tiefpunkt der amerikanischen Idiotie hinter mir gelassen zu haben.
ontwoone 28.02.2019
5. Muss da einer schnell heim?
Trump sollte erst mal schauen was grad in seinem Land passiert, bevor er einem anderen Wahnsinnigen Zusagen macht, die keiner mitträgt. Oder wurde er zurück gepfiffen? Spannender Cliffhanger bei der Trump Soap!
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