Neue Anti-Trump-Gruppe Clinton geht in den Widerstand

Seit der Wahlniederlage ist es still um Hillary Clinton. Hinter den Kulissen bereitet sie Berichten zufolge ihr nächstes Projekt vor - eine Lobbygruppe gegen Trump.

Hillary Clinton (Archivbild)
AP

Hillary Clinton (Archivbild)


Gerade einmal einen Monat ist es her, dass Hillary Clinton sagte, sie habe "gar keine Pläne". Sie wolle interessante Dinge machen, andere Menschen unterstützen und Zeit mit ihren Enkelkindern verbringen, erklärte die 69-Jährige. Offenbar hat sie aber heimlich doch Pläne geschmiedet. Laut "Politico", "Axios" und "Buzzfeed" ist Clinton seit rund zwei Monaten dabei, eine neue Lobbygruppe aufzubauen. Möglicherweise schon in der kommenden Woche könnte sie damit an die Öffentlichkeit gehen.

Demnach soll diese neue Gruppierung andere Organisationen finanzieren, die gegen die Agenda von US-Präsident Donald Trump kämpfen und keinen großen Stab benötigen. Die vergangenen Wochen soll die frühere US-Außenministerin den Angaben zufolge damit verbracht haben, sich mit möglichen Geldgebern und potenziellen Organisationen, die unterstützt werden könnten, zu treffen. Clinton soll außerdem bereits künftige Mitglieder des Leitungsgremiums ihres Projektes angeworben haben.

"Politico" beruft sich auf mehrere Quellen, die Clinton nahestehen, sowie auf Quellen, die mit den Planungen vertraut sind. Einen möglichen Namen für das Projekt soll es ebenfalls bereits geben: "Onward Together" ("Weiter zusammen"), in Anlehnung an ihren Wahlkampfslogan "Stronger Together" ("Stärker zusammen"). Die Website "Axios" hatte zuerst über Clintons Projekt berichtet. Laut "Buzzfeed" sind der endgültig Name und der Start der Lobbygruppe noch unklar.

Einige langjährige Vertraute unterstützen Clinton offenbar: Dennis Cheng, unter anderem Finanzdirektor ihrer Wahlkampfkampagne; Judith McHale, ehemalige Staatssekretärin im Außenamt; der ehemalige Präsidentschaftskandidat und Gouverneur von Vermont, Howard Dean; sowie Minyon Moore, langjährige Wahlkampfstrategin der Demokraten.

Clinton hat ihre nächsten Schritte angeblich seit Monaten mit etlichen politischen Verbündeten besprochen, neben einem bald erscheinenden Buch ist die neue Lobbygruppe aber der bislang konkreteste.

Ein Sprecher Clintons wollte sich nicht zu dem Bericht äußern.

Nachdem sie sich in den ersten Monaten nach ihrer Wahlniederlage gegen Trump weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, trat sie zuletzt wieder häufiger in Erscheinung. Erst am Mittwoch hatte sie sich erneut zu den Gründen ihrer Niederlage geäußert. Bei der Veranstaltung der Organisation Women for Women International sagte sie außerdem, dass sie nicht aufhören wolle, sich in die US-Politik einzumischen. Sie nannte sich selbst "eine Aktivistin und Teil des Widerstands". Dazu würde zumindest auch das kolportierte neue Projekt passen, das diesen Widerstand unterstützt.

max



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modemhamster 05.05.2017
1. Und wofür?
Gegen Trumps Agenda, OK. Aber wofür wäre auch interessant. Noch mehr Einfluss ihrer Finanziers oder zur Abwechslung mal für soziale Gerechtigkeit? Sie könnte ja Bernie Sanders' nächsten Wahlkamp unterstützen, dann wird's auch wieder was mit Amerika.
fatherted98 05.05.2017
2. Nichts gerlernt...?!
Frau Clinton scheint aus Ihrer Niederlage nichts gelernt zu haben. Die US Wähler haben nur mit Widerwillen für sie gestimmt und viele waren froh als sie nicht dran kam. Irgendwann sollten solche Leute auch einsehen das man sie nicht will....scheinbar ist das aber bei Frau Clinton nicht der Fall. Es bleibt zu hoffen das die Demokraten bei den nächsten Wahlen nicht mehr auf sie zurückgreifen werden.
ackergold 05.05.2017
3. Gegen die Agenda von Trump kämpfen?
Welche "Agenda"? Trump hat keine Agenda, ja, noch nicht einmal einen Plan. Es geht ums große abkassieren und sonst gar nichts.
mehrlicht 05.05.2017
4. Zum Glück ist die Frau nicht Präsident
Man muss nur das Buch Shattered: Inside Hillary Clinton's Doomed Campaign lesen, dann weiss man wieso. Die ist noch mehr ein "Psycho" wie Trump.
kajoter 05.05.2017
5. Nicht richtig gelesen?
Zitat von fatherted98Frau Clinton scheint aus Ihrer Niederlage nichts gelernt zu haben. Die US Wähler haben nur mit Widerwillen für sie gestimmt und viele waren froh als sie nicht dran kam. Irgendwann sollten solche Leute auch einsehen das man sie nicht will....scheinbar ist das aber bei Frau Clinton nicht der Fall. Es bleibt zu hoffen das die Demokraten bei den nächsten Wahlen nicht mehr auf sie zurückgreifen werden.
Es geht aus keiner Zeile hervor, dass Frau Clinton noch einmal für das Präsidentenamt kandidieren möchte, und Sie schreiben: ".. dass man sie nicht mehr will." Stattdessen wurde geschrieben, dass es ihr darum geht, eine Organisation aufzubauen, die die Opposition gegen Trump unterstützen soll. Wie man daraus etwas ableiten kann, dass die Nutzung Ihrer Aussage als logisch erscheinen ließe, ist mir schleierhaft. - Ein Forist schrieb danach: "Es geht ums große Abkassieren und sonst gar nichts." - Offensichtlich sind einige Menschen nicht in der Lage, sich in diejenigen Amerikaner hineinzuversetzen, die schlichtweg entsetzt sind über das, was gerade im Weißen Haus geschieht. Wir haben das Glück, von dieser Inkompetenz auf zwei Beinen nicht heimgesucht zu werden, aber das schafft diesen Präsidenten nicht aus dem Amt. Die amerikanischen Parteien sind weitaus geringer organisiert/strukturiert als die deutschen und mit diesen überhaupt nicht zu vergleichen, so dass ein Widerstand vor allem durch Bürgerinitiativen geleistet werden muss. Und das ist immer dann teuer, wenn es Aufmerksamkeit erregen soll. Also ist eine Organisation, die dafür Geld sammelt, per se eine gute Sache. Aber der Name Clinton scheint durch die Aussagen eines dubiosen Präsidentendarstellers derartig diskreditiert zu sein, dass man Frau Clinton durch einen lapidaren Satz mit ihm auf eine Stufe stellt. Deutschland - das Land der Stammtische.
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