Designierter US-Präsident Diese Staatsgeheimnisse wird Trump bald erfahren

Verdeckte Anti-Terror-Aktionen im Ausland, Details zum Atomkoffer: Donald Trump lernt bald die größten Geheimnisse der US-Sicherheitsdienste kennen.

Trump noch vor seiner Wahl zum 45. US-Präsidenten
AFP

Trump noch vor seiner Wahl zum 45. US-Präsidenten


Viel ist über "den Knopf" gesprochen worden im amerikanischen Wahlkampf: Dieser Knopf, der von dem US-Präsidenten gedrückt würde und den Einsatz von Nuklearwaffen freigebe. Wenn sich Donald Trump schon bei Twitter provozieren lasse, dürfe er nicht die Gewalt über Atomwaffen bekommen, hatte seine Konkurrentin Hillary Clinton gewarnt.

"Den Knopf" gibt es nicht, die Befugnisse allerdings schon: Donald Trump wird nach seinem Amtsantritt der einzige Mensch sein, der den US-Einsatz von Nuklearwaffen befehlen darf. Darüber wird er bis zum 20. Januar 2017 im Detail informiert. Der Geheimdienst werde noch weitere wichtige Punkte mit dem designierten Präsidenten besprechen, berichtet die "Washington Post".

Nochpräsident Barack Obama hatte die Informationen als "unsere größten Geheimnisse" bezeichnet. Dazu zählen etwa Geheimdienstoperationen und Drohneneinsätze. Wenn Trump darauf besteht, würden ihm demnach auch die Namen der verdeckten Mitarbeiter des Auslandsgeheimdienstes genannt. Normalerweise verzichten die Präsidenten aber darauf, solange es keinen konkreten Anlass dafür gibt.

In jedem Fall aber wird Trump bei einem weiteren Termin laut "Washington Post" erfahren, welche verdeckten Projekte die CIA im Ausland vorantreibt. In Dutzenden Ländern führe der Auslandsgeheimdienst derzeit Anti-Terror-Aktionen durch, von denen die Öffentlichkeit nichts erfährt. Die Anordnungen dazu werden vom Präsidenten unterzeichnet. Vor seiner Amtsübernahme könne Trump entscheiden, welche CIA-Projekte weitergeführt oder eingestellt werden sollten. Auch über Anti-Terror-Aktionen im Inland, etwa durch das FBI, wird Trump unterrichtet.

Neue, gefährliche Welt

Der dritte wichtige Teil betrifft dem Bericht zufolge die Atomwaffen. Außerhalb des Weißen Hauses wird der Präsident stets von einem Adjutanten begleitet, der den sogenannten Atomkoffer bei sich trägt. Der Präsident kann so von jedem Ort aus nukleare Angriffe anordnen. Dazu muss er sich mit einem persönlichen Autorisierungscode identifizieren. Im Kofferinneren gibt es ein "Schwarzes Buch", das auch alternative Vorgehen auflistet.

Der ehemalige republikanische Präsident George W. Bush wurde erst wenige Tage vor seiner Amtsübernahme über die Atomwaffen-Details informiert. Für Trump steht nach Angaben seiner Sprecherin noch kein Zeitplan fest.

Die Briefings sind keine einfachen Termine. Präsident Obama habe nach einem dieser Treffen gesagt: "Ich habe eine Welt kennengelernt, die jeden Moment auf verschiedene Art und Weise in die Luft gehen kann, und ich habe mächtige, wenngleich beschränkte und auch fragwürdige Möglichkeiten, um das zu verhindern."

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vks



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