+++ Newsblog +++ "Wir werden einen Nahost-Deal hinbekommen"

Donald Trump zeigt sich nach dem Besuch der Klagemauer tief bewegt. Die vergangenen Tage hätten ihm gezeigt, dass Frieden im Nahen Osten möglich sei. Die Israel-Reise des US-Präsidenten im Newsblog.

Donald Trump an der Klagemauer
AFP

Donald Trump an der Klagemauer


20:15

Am Ende seines ersten Tages in Israel gibt sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich und spricht von sehr guten Bedingungen für einen Frieden in Nahost. "Wir müssen die Situation jetzt nutzen. Was jetzt passieren kann, hätte vorher nie geschehen können", sagte Trump in Jerusalem an der Seite von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Er habe in den vergangenen Tagen viele Zeichen gesehen, die ihn zuversichtlich machten, dass im Mittleren Osten Frieden für alle Menschen und alle Religionen möglich sei, sagte der US-Präsident weiter. Auch habe er in Riad bei den arabischen Führern sehr viel guten Willen erlebt. Eine neue Ebene der Partnerschaft sei möglich. Für Israel sei andauernder, stabiler Friede das Ziel, sagte Trump. "Ich habe gehört, dass das einer der schwierigsten Deals überhaupt ist. Aber zum Schluss werden wir es hinbekommen", sagte Trump zum Ziel eines Nahostfriedens.

Trump hatte am Nachmittag als erster amtierender US-Präsident die Klagemauer besucht. Anschließend sagte er, er werde sich für immer an dieses Erlebnis erinnern. "Mein Besuch an der Klagemauer hat mich tief bewegt. Worte fehlen, um das zu beschreiben", so Trump.

17.20 Uhr

Donald Trump und Benjamin Netanyahu kommen im Amtssitz des israelischen Premierministers zusammen. Der Gastgeber nutzt die Gelegenheit, um die geheimdienstliche Zusammenarbeit zwischen den USA und Israel zu loben. Dann sprechen Reporter den US-Präsidenten auf sein kürzliches Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow an, bei dem er möglicherweise den Russen israelische Geheimdienstinformationen weitergab. Dazu sagt Trump nun: "Ich habe das Wort 'Israel' nie erwähnt."

16 Uhr

Während Donald Trump Jerusalems Altstadt besucht, hat ein Palästinenser in Abu Dis, einem Vorort der Stadt, versucht, Sicherheitskräfte mit einem Messer anzugreifen. Eine Polizeisprecherin sagte, der Angreifer sei getötet worden. Während Trumps Besuchs hat die israelische Polizei ihre Präsenz in Jerusalem und im Umkreis noch einmal massiv verstärkt. Es sind mehr als 10.000 Polizisten im Einsatz.

15.55 Uhr

An der Klagemauer herrscht übrigens strikte Geschlechtertrennung. Melania und Ivanka Trump mussten ihre Bittzettel in mehreren Metern Abstand vom US-Präsidenten in die Fugen der Mauer stecken.

15.30 Uhr

Donald Trump hat als erster amtierender US-Präsident die Klagemauer in Jerusalem besucht. Das Weiße Haus hatte diesen Ortstermin zum Privatbesuch erklärt, deshalb ist auch Israels Premierminister Benjamin Netanyahu nicht dabei. Die US-Regierung wollte verhindern, dass Israel mit einem offiziellen gemeinsamen Besuch seinen Anspruch auf die Herrschaft über ganz Jerusalem untermauert. Die ganze Visite dauerte kaum länger als zwei Minuten. Die gesamte Altstadt, an deren Rand die Klagemauer liegt, ist übrigens hermetisch abgeriegelt. Israel hat mehrere Tausend Polizisten entsandt, um den US-Präsident abzuschirmen. Gil Hoffman, politischer Korrespondent der "Jerusalem Post", spottet über Trumps Besuch.

13:25 Uhr

Die Ehefrau des israelischen Premiers, Sara Netanyahu, hat Donald und Melania Trump bei deren Ankunft auf dem Ben-Gurion-Flughafen gesagt, auch in Israel würde das Volk sie (ihren Mann und sie selbst) lieben, anders als die Presse. Trump antwortete ihr, so zeigt es auch ein Videomitschnitt, man habe eben sehr viel gemeinsam.

13:21 Uhr

Ein Abgeordneter der israelischen Regierungspartei Likud hat beim Empfang Donald Trumps für Irritationen gesorgt. Oren Chasan stand in einer Reihe von Ministern und Würdenträgern, die Trump nach dessen Ankunft auf dem Flughafen bei Tel Aviv begrüßten. Nachdem Trump bei ihm ankam und ihm die Hand gab, machte er ein Selfie mit dem US-Präsidenten. Der neben Trump stehende israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu fand das offenbar peinlich und berührte Chasan in einer mahnenden Geste am Arm. In sozialen Netzwerken wurde das Verhalten des Abgeordneten, der in der Vergangenheit schon mehrfach für Skandale gesorgt hatte, kritisiert. Israels Nachrichtenseite "ynet" beschrieb den Vorfall als "Peinlichkeit".

13:05 Uhr

Donald Trump und seine Frau Melania sind mit dem Hubschrauber in Jerusalem gelandet, um dort mit dem israelischen Präsidenten Rivlin zu sprechen. Trump trug sich dort zunächst in ein Gästebuch ein. Später will der US-Präsident die Klagemauer besuchen.

12:29 Uhr

Wie Trump selbst bezeichnete auch US-Außenminister Rex Tillerson die Nahost-Reise des US-Präsidenten als Chance. Die Visite sei eine "Gelegenheit, in den Diskussionen über Frieden zwischen den Israelis und den Palästinensern voranzukommen", sagte Tillerson an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. Trump hatte zuletzt die Ansicht vertreten, mit seiner Hilfe könne eine Beilegung des jahrzehntealten Nahost-Konflikts gelingen.

12:15 Uhr

Die Regierung in Teheran hat den USA vorgeworfen, Iranfeindlichkeit zu schüren und Terroristen im Nahen Osten Waffen zu verkaufen. US-Präsident Donald Trump versuche, durch seine wiederholten und grundlosen Vorwürfe gegen den Iran, arabische Staaten zu weiteren Waffenkäufen zu animieren, sagte Außenamtssprecher Bahram Kassemi dem staatlichen Fernsehen zufolge. Durch ihre feindselige Politik würden die USA den "Terroristen in der Region" neuen Schub geben.

12:05 Uhr

Donald Trump auf Ben-Gurion-Flughafen
REUTERS

Donald Trump auf Ben-Gurion-Flughafen

Trump spricht nach den Reden Netanyahus und Rivlins: "Wir lieben Israel. Wir respektieren Israel", sagt Trump. "Wir, das amerikanische Volk, stehen an Ihrer Seite." Er sei nach Israel gekommen, "um das unzerbrechliche Bündnis zwischen den USA und Israel zu bekräftigen." Trump verkündet, er habe bei seinem Besuch in Saudi-Arabien "neue Gründe für Hoffnung" auf eine friedliche Zukunft des Nahen Ostens bekommen. Sein Besuch sei eine "seltene Gelegenheit", Frieden, Sicherheit und Stabilität in die Region zu bringen. "Aber das können wir nur erreichen, indem wir gemeinsam daran arbeiten. Es gibt keine andere Lösung."

11:58 Uhr

Nach Staatspräsident Rivlin richtet Premier Benjamin Netanyahu einige Worte an Donald und Melania Trump. Trumps Besuch sei "wahrhaftig historisch". Nie zuvor habe die erste Auslandsreise eines US-Präsidenten auch nach Israel geführt, so Netanyahu. Der Premier dankte Trump für dieses kraftvolle Zeichen. Netanyahu lobte auch Trumps Rede am Sonntag in Riad und dessen Aufruf an alle Nationen, Terroristen und Extremisten zu verfolgen. Netanyahu weiter: Gerade sei Trump von Riad nach Tel Aviv geflogen. Er hoffe, dass irgendwann ein israelischer Premier von Tel Aviv nach Riad fliegen könne. Er hoffe auf gute Zusammenarbeit mit Trump, um Frieden, Wohlstand und Sicherheit weltweit voranzubringen, so Israels Premier.

Donald und Melania Trump nach der Landung
REUTERS

Donald und Melania Trump nach der Landung

11:51 Uhr

Der israelische Präsident Reuven Rivlin begrüßt den US-Präsidenten mit einer kurzen Ansprache am Flughafen. Dessen Besuch sei ein Symbol für die unzerstörbare Verbindung zwischen Israel und den USA. Die Welt, der Nahe Osten, Israel bräuchten starke Vereinigte Staaten von Amerika und die USA bräuchten andersherum auch ein starkes Israel, sagt Rivlin.

11:41 Uhr

Donald Trump und First Lady Melania sind aus dem Flugzeug ausgestiegen. Zuerst begrüßten Israels Premier Netanyahu und seine Frau Sara den US-Präsidenten und Melania Trump. Zusammen mit Israels Staatspräsident Rivlin und anderen schritten die Politiker über den roten Teppich.

11:20 Uhr

Die Air Force One mit dem US-Präsidenten an Bord ist in Tel Aviv gelandet. Bei seiner Ankunft auf dem internationalen Flughafen Ben-Gurion soll Trump von Israels Staatspräsident Reuven Rivlin und Premier Netanyahu begrüßt werden. Israelische Medien berichteten am Sonntag, Netanjahu habe alle seine Minister dazu verdonnert, an der Empfangszeremonie teilzunehmen. Die Zeitung "Haaretz" berichtete, mehrere Minister wollten nicht teilnehmen, weil kein Handschlag Trumps mit ihnen vorgesehen sei. Das US-Vorbereitungsteam habe wegen der örtlichen Hitze auf einer kurzen Zeremonie bestanden.

Israelischer Premier Netanyahu und seine Ehefrau Sara warten auf Trump
REUTERS

Israelischer Premier Netanyahu und seine Ehefrau Sara warten auf Trump

Nach seiner Ankunft fliegt Trump mit dem Hubschrauber nach Jerusalem zu einem Treffen mit Rivlin in dessen Amtssitz. Israel setzt mehr als 10.000 Polizeikräfte zur Sicherung des Besuchs ein, zentrale Straßen sollen gesperrt werden.

Sicherheitskräfte auf Ben Gurion-Flughafen
REUTERS

Sicherheitskräfte auf Ben Gurion-Flughafen

Nach einem Besuch der Klagemauer in Jerusalems Altstadt trifft sich Trump mit Netanyahu. Am Dienstag reist er zu einem Gespräch mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nach Bethlehem. Nach einem Besuch in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und vor seiner Weiterreise nach Rom will der US-Präsident im Israel-Museum in Jerusalem eine Ansprache halten. Es wird erwartet, dass er sich zu Grundzügen einer Friedensregelung äußert.

10:50 Uhr

Ein Besuch der Geburtskirche in Bethlehem steht nicht mehr auf dem offiziellen Zeitplan der Reise von US-Präsident Trump. Der aktualisierte Ablauf wurde an mitreisende Journalisten in Jerusalem verteilt. Trumps Besuch war verschiedenen Angaben zufolge vorläufig für Dienstag vorgesehen. Ein Grund für die Aktualisierung wurde in Jerusalem nicht genannt. Die Geburtskirche in Bethlehem ist eines der ältesten Gotteshäuser der Welt. Nach christlicher Überlieferung wurde sie über der Höhle gebaut, in der Jesus zur Welt kam.

10:47 Uhr

Kurz vor der Ankunft von Donald Trump hat sich in Tel Aviv ein Zwischenfall ereignet: Ein Auto erfasste mehrere Fußgänger. Medien berichten von fünf Verletzten. Die Polizei geht von einem Unfall aus. Israelische Medien hatten zunächst von einem möglichen Anschlag geschrieben und berichtet, ein arabischer Autofahrer habe im Stadtzentrum absichtlich Passanten gerammt.

10:30 Uhr

In Israel ist Kritik an dem milliardenschweren Waffendeal zwischen den USA und Saudi-Arabien laut geworden. "Das ist eine Sache, die uns wirklich beunruhigen sollte", sagte Energieminister Juval Steinitz, wie seine Sprecherin bestätigte. "Saudi-Arabien ist ein feindliches Land." Es müsse gewährleistet sein, dass Israel seinen militärischen Vorsprung beibehalte. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag mit Saudi-Arabien ein gigantisches Waffengeschäft in Höhe von rund 110 Milliarden Dollar (knapp 100 Milliarden Euro) abgeschlossen. Über einen Zeitraum von zehn Jahren schlossen die USA mit Saudi-Arabien Geschäfte im Wert von mehr als 350 Milliarden Dollar ab.

10:11 Uhr

Der Presseflieger ist eben in Tel Aviv angekommen, berichtet SPIEGEL-Korrespondent Christoph Scheuermann, die Air Force One mit dem US-Präsidenten an Bord folgt etwas später. Den angenehmen Teil der Reise hat Donald Trump jetzt hinter sich, nach Schwerttänzen und Teezeremonien in Riad (lesen Sie hier den Newsblog), in Israel wird er auf dem Boden der Realität landen.

Die Journalisten sind bereits in Tel Aviv gelandet
Christoph Scheuermann/ DER SPIEGEL

Die Journalisten sind bereits in Tel Aviv gelandet

Trump hatte versprochen, den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ein für allemal zu lösen, aber das verspricht sich im Wahlkampf natürlich leicht. Beim Dinner mit Premierminister Netanyahu heute abend und beim Treffen morgen mit Palästinenserpräsident Abbas wird er sehen, wie weit die Positionen auseinanderliegen. Das Nato-Treffen am Donnerstag in Brüssel und der G7-Gipfel auf Sizilien werden wohl ebenfalls nicht sehr gemütlich für den Mann, der das Verteidigungsbündnis obsolet nannte, sich über den Brexit freute und das europäische Projekt für eine Spinnerei von Bürokraten hält.

09:55 Uhr

Donald Trump ist auf dem Weg nach Israel - nach zwei Tagen Staatsbesuch in Saudi-Arabien. Der US-Präsident fliegt von Riad nach Tel Aviv - und schreibt damit Geschichte, denn bisher hat es keinen offiziellen zivilen Direktflug auf dieser Route gegeben. Israel und Saudi-Arabien unterhalten keine diplomatischen Beziehungen, Saudi-Arabien erkennt den Staat Israel nicht an. Nach Angaben der israelischen Luftfahrt wisse man von keinem Flugzeug, das jemals aus Saudi-Arabien kommend dort gelandet sei. Das Flugzeug der Presse, die Trump begleitet, landete auf der Strecke von Riad nach Tel Aviv zwischen.

09:47 Uhr

Iran hat sarkastisch auf die scharfen verbalen Angriffe von US-Präsident Donald Trump und dem saudischen König Salman beim US-islamischen Gipfel in Riad reagiert. "Gerade in der Bastion der Demokratie und des Maßhaltens (Saudi-Arabien) attackiert der US-Präsident Iran kurz nach einer demokratischen Wahl", schrieb Außenminister Mohammed Dschawad Sarif auf seiner Twitter-Seite am Montag mit Blick auf die Präsidentenwahl am Freitag.

09:35 Uhr

Die sozialen Netzwerke sind voll mit Fotos und Filmen von Donald Trumps Besuch in Saudi-Arabien - darunter der US-Präsident beim Schwerttanz. Ein offizielles Bild zeigt, wie der US-Präsident, König Salman und der ägyptische Präsident Sisi ihre Hände auf eine leuchtende Kugel legen - bei der Eröffnung des Globalen Zentrums für den Kampf gegen extremistische Ideologie in Riad. Wie könnte die Bildunterschrift zu diesem Foto lauten? (Lesen Sie hier eine Analyse zu Trumps Rede in Riad.)

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