Streit über Sonderermittler Mueller US-Justizminister Sessions wehrt sich gegen Trumps Attacken

Donald Trump forderte seinen Justizminister zuletzt auf, die Ermittlungen von Sonderermittler Mueller einzustellen. Auf Twitter betont Jeff Sessions nun die Unabhängigkeit der Justiz.

Jeff Sessions
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Paul Manafort wird schuldig gesprochen. Michael Cohen bekennt sich schuldig und belastet den Präsidenten. Die jüngsten Entwicklungen im Umfeld von Donald Trump dürften den Präsidenten zunehmend in die Enge treiben. Trump reagiert, indem er die Ermittler angreift - und seinen eigenen Justizminister kritisiert: Jeff Sessions hätte "das Justizministerium nie unter seine Kontrolle gebracht", sagte Trump in einem Interview mit dem US-Sender Fox News.

Nun kontert Sessions: "Ich habe die Kontrolle über das Justizministerium am Tag meiner Vereidigung an mich gezogen", teilte der Justizminister mit. Seine Sprecherin postete das Statement auf Twitter. Darin heißt es weiter: "Solange ich Justizminister bin, wird die Arbeit des Justizministeriums nicht auf unangemessene Weise durch politische Erwägungen beeinflusst werden."

Sessions geht damit offenbar auf Konfrontationskurs zu Trump. Der Präsident hatte den Justizminister zuletzt aufgefordert, die Untersuchungen von Sonderermittler Robert Mueller wegen der möglichen russischen Einflussnahme auf die US-Präsidentenwahl 2016 umgehend zu stoppen.

"Das ist eine schreckliche Situation, und Justizminister Jeff Sessions sollte diese zurechtgebastelte Hexenjagd sofort beenden, bevor sie unser Land noch weiter beschmutzt", twitterte Trump schon vor Wochen. Mueller sei in der Sache vollkommen voreingenommen, und sein Team mache "eine schmutzige Arbeit, die eine Schande für die USA" sei.

Mit seinem Statement scheint Sessions dem Präsidenten zu verstehen zu geben, dass er seiner Aufforderung nicht nachkommen werde. Sessions hatte sich kurz nach Amtsantritt wegen seiner Rolle in Trumps Wahlkampfteam in den Ermittlungen zur Russlandaffäre für befangen erklärt und sich daraus zurückgezogen.

Die Oberaufsicht über die Russlandermittlungen führt seitdem Vizejustizminister Rod Rosenstein. Er setzte im Mai 2017 Mueller als Sonderermittler ein.

asa/Reuters



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