Trump junior Spitzenpolitiker fordern Aussage vor Kongressausschuss

Die Russlandaffäre um Donald Trump junior belastet US-Präsident Trump weiter schwer. Führende Politiker fordern nun eine Aussage des Sohnes vor einem Kongressausschuss.

Donald Trump junior
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Donald Trump junior


Ein Kongressausschuss soll den ältesten Sohn von Präsident Donald Trump in der Russland-Affäre befragen. Das fordert der ranghöchste Republikaner im US-Repräsentantenhaus, Paul Ryan: "Ich denke, dass jeder Zeuge, der um eine Aussage vor dem US-Kongress gebeten wird, dies tun sollte", sagte Ryan bei einer Pressekonferenz. Der republikanische Vorsitzende des Justizausschusses des US-Senats, Charles Grassley, kündigte laut CNN an, Trump junior um eine Aussage vor dem Gremium zu bitten.

Der Sohn des Präsidenten hatte einen Mailwechsel veröffentlicht, in dem er einem Treffen mit der russischen Anwältin Natalija Wesselnizkaja begeistert zustimmt, nachdem ihm belastendes Material über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton in Aussicht gestellt worden war.

Trump junior verteidigte die Unterredung als "Recherche über die Opposition", räumte aber ein: "Im Rückblick hätte ich die Dinge wahrscheinlich etwas anders gemacht." US-Präsident Trump nahm seinen Sohn zuletzt bei einem Auftritt in Paris in Schutz und nannte das Vorgehen "ein Standardverfahren in der Politik".

Die E-Mails sind der bislang konkreteste Hinweis darauf, dass das Trump-Lager bereit war, für einen Wahlsieg russische Hilfe anzunehmen. Die Affäre belastet Trump seit Monaten und schürt Bedenken, dass er deswegen andere Vorhaben wie etwa die Steuerreform vernachlässigen könnte. Der Präsident bestreitet geheime Absprachen zwischen seinem Wahlkampfteam und Russland.

aev/rtr



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