Hope Hicks Trumps Kommunikations­chefin will Amt niederlegen

Hope Hicks gilt als eine der engsten Vertrauten Donald Trumps, seit wenigen Monaten war sie seine Kommunikationsdirektorin. Nun wirft sie hin - und reiht sich damit in eine lange Liste ein.

Hope Hicks
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Hope Hicks


Die erst vor wenigen Monaten ernannte Kommunikationschefin des Weißen Hauses, Hope Hicks, will in den nächsten Wochen ihr Amt niederlegen. Das teilte die Sprecherin des US-Präsidenten mit. Sarah Sanders nannte dabei keine Gründe für den Rücktritt. Auch Präsident Donald Trump bestätigte am Mittwoch entsprechende Medienberichte von CNN und "New York Times".

"Ich werde sie an meiner Seite vermissen, aber als sie mich bezüglich anderer Berufsaussichten kontaktierte, habe ich das vollends verstanden", heißt es in einer Erklärung Trumps. "Ich bin sicher, wir werden in der Zukunft wieder miteinander arbeiten." Ivanka Trump schrieb via Twitter, Hicks werde "geliebt und bewundert" von allen, die sie kennen.

Am Dienstag hatte Hicks in einer neunstündigen Vernehmung vor dem Geheimdienstausschuss Fragen zur Russlandaffäre beantworten müssen. In der Affäre geht es um mögliche illegale Kontakte von Trumps Wahlkampfteam nach Moskau. Hicks habe Fragen über die Zeit zwischen Wahl und Amtsantritt Donald Trumps beantwortet. Zu ihrem Job und ihrem Einfluss für die US-Regierung schwieg die 29-Jährige allerdings. Hicks zufolge sei ihr das geraten worden.

Laut einem Bericht der "New York Times" hatte Hicks schon länger überlegt, ihren Posten zu verlassen. Ihr Job habe sie zu einem der mächtigsten Menschen in Washington gemacht und es gebe nie einen perfekten Moment, um zu gehen, sagte sie demnach laut Mitarbeitern des Weißen Hauses.

Sarah Sanders und Anthony Scaramucci (Juli 2017)
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Sarah Sanders und Anthony Scaramucci (Juli 2017)

Hicks war im August 2017 von Trump zur Kommunikationschefin ernannt worden. Zuvor hatte ihr skandalumwitterter Vorgänger Anthony Scaramucci nach nur zehn Tagen im Amt gehen müssen. Scaramuccis Berufung wiederum hatte Sean Spicer, Regierungssprecher und Kommunikationschef in Personalunion, zum Rücktritt bewogen. Auch dessen Vorgänger, Mike Dubke, war nach nur drei Monaten gegangen.

Die Rolle einer Kommunikationsdirektorin ist anders als die einer Pressesprecherin. Während Trumps Sprecherin Sarah Sanders Briefings und Pressekonferenzen gibt, soll eine Kommunikationschefin dafür sorgen, dass aus dem Weißen Haus eine einheitliche Botschaft kommt.

Hicks arbeitet bereits seit Längerem für Trump und hatte auch Öffentlichkeitsarbeit für sein Wahlkampfteam gemacht. Sie gehörte bisher als eine von ganz wenigen Personen, die nicht zu seiner Familie gehören, zu Trumps innerstem Kreis.

Lange Zeit arbeitete Hicks fast vollständig hinter den Kulissen. Trump hatte Hicks einst als eine "weitere Tochter" bezeichnet. Ihre Beziehung zur Familie begann, als sie als Model für die Modelinie von Trumps Tochter Ivanka arbeitete.

cop/jat/dpa/AFP

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pelegrino 01.03.2018
1. Die Leichen im Keller...
...von Donald Trump duerfte Hope Hicks durchaus kennen. Laut CNN wurde mittleweile Anastasia Vashukevich alias Nastya Rybka in Thailand im Rahmen eines "Sex-Skandals" verhaftet und erklaerte nun via einem gut gemachten Video (CNN nennt es "weird") dass sie bereit sei, die ihr ueber Trump und Konsorten bekannten Dinge auszupacken, so die USA sie aus dem thailaendioschen Gefaengnis holten. Nun ist die Botschaft in Bangkok dem Vernehmen nach eine von jenen, die bereits mit Trumpisten besetzt ist und so wird man wohl alles tun, auf dass Donny nicht auch noch ein russisches Modell ganz offiziell am Bein hat. Allerdings - die Zahl jener, die sich nicht weiter in seinen Sumpf ziehen lassen wollen scheint zu wachsen. Anbei der Artikel der BKK-Post: https://www.bangkokpost.com/news/general/1420034/sex-gurus-in-hot-water-with-police und hier der Bericht auf CNN mit Ausschnitten des Videos: https://edition.cnn.com/2018/02/28/asia/russia-model-thai-prison-trump-claims-intl/index.html
g.eliot 01.03.2018
2. Wie kann er ohne sie leben? ;-)
Tja, Hope Hicks geht, und weitere sind auf der Schussliste. Gestern gab es Gerüchte in US Medien, wonach Trump & Family auf Kelly wütend seien, wegen des Sicherheits-Downgradings von Kushner. Deswegen könnte es demnächst sogar zum Showdown mit Kelly kommen, hieß es weiter. Außerdem setzt Trump Jeff Sessions stark unter Druck, um ihn darauf zu drängen, Ermittlungen aufzunehmen: 1. gegen Hillary Clinton; 2. gegen die Demokraten wegen FISA Missbrauchs; 3. gegen Obama Regierung/Administration, wegen der Einmischung Russlands in Obamas Amtszeit. Das sind wohl Anzeichen für eine große Verzweiflung. Und nun auch noch die gute Seele Hope Hicks, die sich vorgestern im Verhör im Kongress acht Stunden quälen ließ, wobei das Weiße Haus ihr ausdrücklich verboten hatte, wichtige Fragen zu beantworten. Doch Eines gab sie zu: Dass sie für ihren Chef manchmal lügen musste – white lies, hört sich so hübsch und unschuldig an, bei einer attraktiven jungen Frau. Wer tröstet nun Trump, wer dampfbügelt seine Hose, während er sie noch trägt (wie einmal in Air Force One geschehen, s. Link unten), wer lindert seinen Zorn? Trump brauchte sie doch für sein Seelenheil, sein psychisches Wohlbefinden, heißt es. Wie kann er ohne sie leben? *schnief* http://www.newsweek.com/trump-made-hope-hicks-steam-his-pants-while-he-was-wearing-them-729711
Papazaca 01.03.2018
3. Ab und zu Notlügen ....
Vor dem Senatsauschuß gab Hicks zu, ab und zu Notlügen zu verwenden. Aber nicht in der Russlandaffaire. Ob die sehr telegene Hicks - sie präsentierte früher Mode für Ivanka Trump - auch wegen interner Querellen ausschied, scheint nicht ausgeschlossen. Das Kelly Ihren Freund Rob Porter so sang und klanglos entließ, soll Hicks empört haben. Die hohe Mitarbeiterfluktuation im Weißen Haus geht also weiter. Und der große Auftritt von Mueller hat noch garnicht stattgefunden.
observerlbg 01.03.2018
4. eigentlich eine toughe Frau
Ich verstehe die Absetzbewegungen vom Trump-Team. Wenn man/frau in Zukunft noch eine Zukunft im öffentlichen Leben der USA haben will, sollte man/frau sich von der derzeitigen Attministration distanzieren. Spätestens wenn Trumpfamilienmitglieder erkennbar Fluchttendenzen zeigen, bricht das System Trump zusammen. Das fordert schon jetzt von Donald Trump extremste Rücksichtnahme, die ihm das Leben schwer machen. Wie lange will er sich das noch zumuten. Übrigens, für die NRA arbeiten einige noch "toughere" Frauen, die bestens für den Posten einer Kommunikationschefin geignet wären. Die bräuchten dann nicht mal einen Bodyguard. Den machen sie gleich mit in Personalunion.
J. Hotzenplotz 01.03.2018
5. Dtsds
"Ihre Beziehung zur Familie begann, als sie als Model für die Modelinie von Trumps Tochter Ivanka arbeitete." Wie geil ist das denn? Bei DT kommt wohl jeder Kleiderständer auf zwei Beinen unter. Schon krass, welche Kapazitäten DT im Team hat(te)...aber wie der Herr, so das Gescherr...denn man fröhliches Weitercasten bei DTSDS. Und noch ein Tip: vielleicht Ditze Bohlen in die Jury berufen ;-)
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