Nach Cohens Lügenbeichte Kremlsprecher bestätigt Kontakt zu Trump-Mitarbeitern

Hat Donald Trump noch Immobiliendeals mit Russland geschlossen, als seine Präsidentschaft näherrückte? Ein Kremlsprecher hat jetzt Anfragen zu einem Trump-Tower in Moskau bestätigt.

Donald Trump
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Kremlsprecher Dmitrij Peskow hat eingeräumt, dass sein Stab im Hinblick auf Immobiliendeals in Moskau Kontakt zu einem Vertrauten von Donald Trump hatte. Es geht um Geschehnisse zu einem Zeitpunkt, als Trumps Kandidatur als US-Präsident bevorstand.

Es seien per Mail Anfragen eingegangen, bei einem Investitionsprojekt zu helfen, sagte Peskow am Freitagabend am Rande des G20-Gipfels in Buenos Aires. Soweit er sich erinnere, sei es darum gegangen, "ein Trump-Haus zu bauen", sagte er der Agentur Interfax zufolge. Wann der Kontakt genau war, blieb zunächst unklar.

Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen hatte sich am Donnerstag vor Gericht in New York schuldig bekannt, den Kongress 2017 belogen zu haben. Er habe die Pläne für einen Trump-Tower in Moskau nicht im Januar 2016 abgebrochen, wie erklärt, sondern noch bis Juni vorangetrieben.

Zu dem Zeitpunkt steckte Trump schon im Wahlkampf, im November 2016 wurde er zum Präsidenten gewählt.

Gelogen, um auf Trumps Linie zu bleiben

Cohen gab zudem an, dass er, anders als 2017 vor dem Kongress behauptet, intensiv in den Geschäftsdeal eingebunden war. Er habe zu den Verhandlungen für das Gebäude gelogen, um auf Linie zu bleiben mit der "politischen Botschaft" des Präsidenten, erklärte Cohen vor Gericht.

Cohen ist eine Schlüsselfigur für US-Sonderermittler Robert Mueller. Dieser durchleuchtet die Verbindungen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland, um mögliche illegale Absprachen aufzudecken.

Trump stritt in einer ersten Reaktion nach Cohens Aussage ab, mit dem Projekt in Russland befasst gewesen zu sein. Cohen sei eine "schwache Person" und lüge nun vor Gericht, um eine Strafminderung zu bekommen, erklärte er. Mit den Projekten sei alles sauber gewesen.

Nach Cohens Angaben gab es ein Telefonat mit einer Assistentin von Kremlsprecher Peskow. Das bestätigte dieser: Eine englischsprachige Mitarbeiterin habe Cohen zurückgerufen und wegen der Investition an das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg verwiesen. "Sie haben nur wenige Minuten gesprochen."

Im Übrigen seien die in den USA diskutierten Darstellungen des Vorgangs "weit von der Realität entfernt", sagte Peskow. "Cohens Beichte" vor Gericht müsse eher ein Geistlicher beurteilen, "und der bin ich nicht".

irb/dpa



insgesamt 30 Beiträge
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glissando 01.12.2018
1. Nothing to do with Russia
Jaja, "I have nothing to do with Russia." Gelogen wie so ziemlich alles, was diese Gestalt von sich gibt. In 10 bis 20 Jahren werden die Amerikaner mit Schaudern zurück blicken und sich fragen, wie das alles nur möglich war.
sosume 01.12.2018
2. Not the action but the lie!
Wenn Trump, was immer plausibler erscheint, hinsichtlich der Verbindungen zum Kreml gelogen hat, hat er sich eindeutig kompromittiert also russ. "kompromat" selbst geliefert und damit erpressbar gemacht, das alleine Grund für eine Amtsenthebung!
Galgenstein 01.12.2018
3. Trump lügt? Ganz was Neues
Unvergessen sein Immobiliendeal mit Rybolovlev der ihm für ein Haus einen weit überhöhten Marktpreis zahle. Für 40 Millionen gekauft, für 95 Millionen an einen russischen Geschäftsmann verkauft. Mittlerweile ist das Haus abgerissen. Viel wert scheint die Bude nicht gewesen zu sein. Aber für Trump mal wieder ein Superdeal mit einem Russen. Nicht der erste. Ohne all die russischen Investoren, die geradezu erpicht darauf waren bei ihm etwas zu kaufen, wäre er längst pleite. Ok, wäre nicht das erste Mai gewesen.
interessierter Laie 01.12.2018
4. Tröpfchen für Tröpfchen
sickert die Wahrheit durch die verrammelten Fenster von Trumps Lügengebäude. Irgendwann ergießt sich ein Schwall Scheiße über seine Anhänger. Schade, dass das vermutlich nur eine Metapher bleibt.
dirkcoe 01.12.2018
5. Zum Teufel jagen
Wenn an der Demokratie in den USA noch irgendetwas funktioniert, dann sollte es jetzt endgültig reichen, um den Trump endlich vom Hof zu jagen. Dieser Präsident der Lügen und der naiven Dummheit ist eine Schande für die gesamten USA.
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