Trump zum Handelsstreit "Die EU ist so schlimm wie China"

US-Präsident Trump hat sich erneut kritisch über die Europäische Union geäußert: "Es ist furchtbar, was sie uns antun." Dabei machte er eine Bemerkung, die historisch nicht ganz korrekt ist.

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Der US-Präsident attackiert erneut die Handelspraktiken der EU. Im Welthandel sei "die Europäische Union wahrscheinlich genauso schlimm wie China - nur kleiner", sagte Donald Trump am Sonntag dem US-Sender Fox News. Der Präsident beklagte, dass die EU im Handel mit den USA hohe Überschüsse erziele - und zugleich im Rahmen der Nato zu wenig für das Militär ausgebe.

"Es ist furchtbar, was sie uns antun", fügte er hinzu. "Sie senden ihre Mercedes hierher, wir können unsere Autos nicht hinschicken." Die Europäische Union wolle zudem keine Agrarprodukte aus den USA kaufen. "Sie schützen ihre Bauern", sagte Trump. "Wir beschützen unsere nicht, aber sie beschützen ihre." Die Europäische Union habe im vergangenen Jahr einen Handelsüberschuss mit den Vereinigten Staaten in Höhe von 151 Milliarden Dollar erzielt.

Außerdem sprach er erneut die Ausgaben der USA für die Nato an: "Wir geben in der Nato ein Vermögen aus, um sie zu schützen", klagte Trump.

Persönlich habe er nichts gegen die EU: "Wir lieben die Europäische Union. Ich war da, vor vielen, vielen, vielen Jahren, ich meine, meine Eltern wurden in der Europäischen Union geboren." Dabei ignoriert Trump allerdings eine wichtige Tatsache: Die Europäische Union existierte zum Zeitpunkt der Geburt seiner Eltern noch gar nicht. Sein Vater Fred Trump wurde 1905 in New York geboren. Trumps Mutter Mary Anne wurde in Schottland geboren.

Die USA erheben seit dem 1. Juni Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Europa. Damit will Trump Arbeitsplätze im eigenen Land sichern. Die EU reagierte darauf mit Gegenzöllen auf US-Waren im Wert von 2,8 Milliarden Euro. Trump droht zudem mit Zöllen auch auf europäische Autos, die vor allem Hersteller aus Deutschland treffen würden. Auch mit China führt Trump einen Handelsstreit, in dem er ebenfalls auf Strafzölle setzt.

Die EU will den Handelskonflikt mit Trump entschärfen. EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker plant noch für diesen Monat eine Reise nach Washington, um über einen Ausweg aus dem Streit zu sprechen.

kha/dpa/AFP



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Newspeak 01.07.2018
1. ...
Der Mann wird täglich peinlicher. Dieses Gejammer, andere Länder wären nicht fair. Waren die USA fair mit ihren dutzenden Einmischungen in andere Staaten, Sturz von demokratischen Regierungen, Beginn von Angriffskriegen z.T. unter inszenierten Gründen?
udo l 01.07.2018
2. Warum wird nicht
publik gemacht, dass die Familie Trump, er selbst und seine Tochter Ivanka, alle Produkte die diese vermarkten, wie z.B. die Modeartikel, Schmuck, Klamotten etc. alle in China produzieren lassen.
neutralfanw 01.07.2018
3.
Wer -außer ihm selbst- versteht, was Trump erzählt, referiert oder lügt? Es wird immer dummer, dumpfer und niveauloser. Jemand, der in die Ecke gedrängt wird, reagiert genau so. Schreiend, wild um sich schlagend und spuckend. Wer stoppt diesen unqualifizierten Dampfplauderer?
MatthiasPetersbach 01.07.2018
4.
....und die USA schicken ihre Flüchtlinge - bzw die Flüchtlinge, die durch ihre unheilvolle Politik und Kriegführung entstehen- zu uns. Wann beteiligt sich Amerika eigentlich mal DARAN? Was Amerika der Welt antut/angetan hat, ist schon längst nicht mehr mit Reparationszahlungen zu fassen.
jejay 01.07.2018
5. Er hat ja prinzipiell nicht so unrecht
Selbst wenn wir uns mal irgendwann mittels WTO auf Zoelle geinigt haben, heisst das nicht, dass diese auf lange Sicht fair sind. Ausserdem kommt noch mehr dazu: jede Art von Sozialismus/Umverteilung ist im Prinzip eine Subvention und jede Art der Subvention ist auf die eine oder andere Art und Weise Protektionismus. Durch unseren europaeischen Sozialismus spielen wir das Spiel nicht ganz fair, nicht nur in Bezug auf Zoelle selbst.
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