Konflikt mit Nordkorea Trump kündigt "größte Sanktionen aller Zeiten" an

Donald Trump setzt im Streit mit dem Regime in Pjöngjang auf weitere Strafmaßnahmen statt Gespräche. Die Sanktionen sollen auf das Atomprogramm abzielen.

Donald Trump
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Von einer Entspannung zwischen den USA und Nordkorea kann keine Rede sein. Donald Trump will die Strafmaßnahmen gegen das asiatische Land drastisch verschärfen. "Heute gebe ich bekannt, dass wir das größte Maß an neuen Sanktionen gegen das Regime in Nordkorea verhängen, das es je gegeben hat", kündigte er an. Im Laufe des Tages will der US-Präsident noch eine Ansprache halten.

Das Finanzministerium werde bald Maßnahmen ergreifen, um Einnahmequellen trockenzulegen, die Nordkorea für sein Atomprogramm und das Militär nutze. Die Sanktionen richteten sich gegen mehr als 50 Reedereien, Schiffe und Handelsfirmen, welche die Regierung in Pjöngjang darin unterstützten, bisherige Strafmaßahmen zu umgehen.

Trump erwähnte die Sanktionen auch in seiner Rede vor der konservativen Vereinigung CPAC. Laut Regierungskreisen sind davon 27 Unternehmen und 28 Schiffe betroffen, die sich in Nordkorea, China, Singapur, Taiwan, Hongkong, den Marshallinseln, Tansania, Panama und den Komoren befänden, dort registriert seien oder unter den jeweiligen Flaggen führen.

Vor dem Beginn der Olympischen Winterspiele war es überraschend zu einer Annäherung zwischen Nord- und Südkorea gekommen. Es gibt aber Befürchtungen, dass die Spannungen wieder aufflammen, wenn die Winterspiele am Sonntag und die anschließenden Paralympischen Spiele am 18. März beendet sind.

Danach wollen die USA und Südkorea auch mitteilen, wann sie die Militärmanöver wieder aufnehmen werden, die wegen Olympia zunächst verschoben worden waren. Die USA, die Uno und die EU hatten bereits in den vergangenen Monaten mit neuen Sanktionen auf die nordkoreanischen Atom- und Raketentests reagiert.

Nordkorea - Die Chronik des Konflikts

US-Vizepräsident Mike Pence hatte bereits während seiner Ostasienreise zu Beginn des Monats angekündigt, dass die USA in Kürze ihre bislang "härtesten und aggressivsten Sanktionen" gegen Nordkorea verhängen würden.

Video: Die Geschichte hinter Trumps "Little Rocket Man"

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Pence attackierte am Donnerstag die Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un, die der Delegation in Pyeongchang angehört hatte und das Gesicht der nordkoranischen Charmeoffensive gegenüber Südkorea war. Kim Yo Jong sei eine "zentrale Säule des tyrannischsten und repressivsten Regimes auf dem Planeten", sagte Pence in seiner Rede vor der CPAC-Jahresversammlung.Ein Treffen mit Pence in Südkorea sagte eine hochrangige Delegation aus Pjöngjang nach Angaben der USA ab.

als/Reuters/dpa/AFP

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mohsensalakh 23.02.2018
1. Soetwas nennt man Ablenkungsmanöver!
Diktatoren, lenken mit Drohgebärden richtung andere Länder gern von innere Probleme ab. Jetzt, wo er und seine gekaufte Regierung wegen Amok-Massakers unter Druck geraten ist, schimpft man halt schnell auf NK mit der Hoffnung von den inneren Problemen ablenken zu können!
e.pudles 23.02.2018
2. Trump's Superlative
Ein mal mehr redet Trump von den "grössten Sanktionen aller Zeiten" was schlussendlich reines Theater sein wird. Denn er bist ja wie er selbst behauptet "der beste Präsiden", den Amerika je hatte, er wird die Wirtschaft auf das "höchste je erreichte Niveau" bringen, alle seine bisher von ihm entlassenen Mitarbeiter waren bei der Anstellung "die besten, welche es auf ihrem Gebiet" je gegeben hat. Man kann diese Liste noch seitenlang fortführen. Das Resultat ist eh immer das gleiche: viel Lärm um nichts
vulcan 23.02.2018
3.
Völlig korrekt - die Sanktionen können gar nicht schwer genug wiegen. Was passiert, wenn man nichts tut, hat die Geschichte schon oft genug gezeigt. Und gerade bei einem Regime wie Nordkorea ist keinefalls auf Einsicht, Einigung oder irgendeine Art des Zurücksteckens zu hoffen. Südkorea und Japan werden es den USA danken. Daran ändert auch die nordkoreanische Farce bei den Winterspielen nichts.
karl-ecker, 23.02.2018
4. Interessant, die Rechtsbeugungen der USA, global
in Staaten, die selbst ihr eigenes Recht haben, ihre eigene Justiz und auch ein eigenes Flaggenrecht für bei Ihnen geflaggte Schiffe. Das interessiert den Welt-Militär-Hegemon natürlich wenig. Die glauben, nur ihr Recht gelte weltweit, was natürlich ein absoluter Unsinn ist. Aber wer nach 74 Jahren immer noch Besatzungsrecht ausübt in Ländern, denen kein Friedensvertrag angeboten wurden gegen geltendes Völkerrecht, gegen die Haager Landkriegsordnung, für den sind solche Vergehen nur "kleine Fische". Hoffentlich dreht der little Rocket-Man nicht eines Tages durch und gibt dem Amis, was der Ami verdient. Laut Regierungskreisen sind davon 27 Unternehmen und 28 Schiffe betroffen, die sich in Nordkorea, China, Singapur, Taiwan, Hongkong, den Marshallinseln, Tansania, Panama und den Komoren befänden, dort registriert seien oder unter den jeweiligen Flaggen führen.
Mister Stone 23.02.2018
5. Sanktionswahnsinn
Ich kann die Heuchelei mit den "Sanktionen" nicht mehr hören. Das klingt ja erstmal so, als habe der Sanktionierer das Recht, jemanden zu bestrafen, weil der was Böses getan hätte. Niemand prüft belastbar, wer hier was getan hat oder tun würde. Es wird einfach berhauptet, dass etwas sanktioniert werden müsse. Basta. Was hier als "Sanktionen" verkauft wird, insbesondere die der edlen westlichen Welt gegen alle Nichtwestlichen, ist nichts weiter als ein rücksichtsloser und brutaler Wirtschaftskrieg. Es wird genötigt und erpresst, um ein Verhalten zu erzwingen, dass die eigenen wirtschaftlichen und politischen Interessen entspricht. Es findet sich im wahrheitsliebenden Westen immer ein wahrer Grund, einen Feind "sanktionieren" zu müssen. Wenn die USA und ihre Schmarotzer für das sanktioniert worden wären, was sie in den letzten 60 Jahren in der Welt angerichtet haben, einschließlich der Unterstützung durch unsere Regierung, dann hätten wir viel weniger Kriege, viel weniger Elend, viel weniger Flüchtlinge, und fast keinen Terrorismus. Leider ist das Sanktionieren ein Monopol der Übermächtigen.
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