Reaktion auf berichteten Giftgasangriff Trump kündigt Raketenangriff in Syrien an

US-Präsident Trump hat als Vergeltung für den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Duma einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt. "Russland, mach dich bereit", twitterte Trump.

Donald Trump
AFP

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US-Präsident Donald Trump hatte am Montag angekündigt, seine Regierung werde in den nächsten 24 bis 48 Stunden eine Entscheidung über die Reaktion der USA treffen. Nun hat Trump die Regierung in Moskau aufgefordert, sich auf einen Raketenangriff auf Syrien einzustellen.

Russland habe angekündigt, angreifende Raketen abzuschießen, teilte Trump auf Twitter mit. "Mach dich bereit, Russland", schrieb er, "denn sie werden kommen, hübsch und neu und 'intelligent!'". Russland sollte nicht Partner eines mit Gas tötenden Tieres sein, das sein Volk tötet und das genießt.

Bei dem gemeldeten Giftgaseinsatz auf die von Rebellen kontrollierte Stadt Duma in der Region in Ost-Ghuta sollen am Samstag nach neuen, korrigierten Angaben der Hilfsorganisation Weißhelme mindestens 42 Menschen getötet worden sein. Mehr als 500 Personen wurden demnach in Krankenhäusern behandelt.

Washington macht Syriens Machthaber Baschar al-Assad dafür verantwortlich. Auch die Bundesregierung sieht mittlerweile "schwere Indizien" für eine Verantwortung der syrischen Regierung, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte. Russland dagegen glaubt an eine Inszenierung. Im Uno-Sicherheitsrat waren deshalb Entwürfe für Resolutionen als Antwort auf den Angriff gescheitert.

Russland: "Intelligente Raketen" sollten Terroristen treffen

Russland hatte zudem mit eindringlichen Worten versucht, eine Militäraktion als Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgaseinsatz zu verhindern. "Ich fordere Sie erneut auf, flehe Sie an, die Pläne zu unterlassen, die Sie derzeit für Syrien entwickeln", sagte Moskaus Uno-Botschafter Wassili Nebensja. Trump wiederum hatte zuvor mit Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und der britischen Premierministerin Theresa May über einen Militärschlag gesprochen.

Nach Trumps Ankündigung eines Raketenangriffs hat Moskau die USA abermals zur Vorsicht gemahnt. Die Geschosse sollten in Richtung Terroristen und nicht auf rechtmäßige Regierungen fliegen, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Der Einsatz "intelligenter Raketen" könne ein Versuch sein, Beweise für einen mutmaßlichen Angriff mit Chemiewaffen in Syrien zu zerstören.

Der russische Botschafter im Libanon, Alexander Sassypkin, kündigte an, jegliche US-amerikanische Rakete über syrischem Hoheitsgebiet abzufangen." Sollte es einen Angriff von Seiten Amerikas geben (...), werden die Raketen abgeschossen und die Objekte angegriffen, von denen sie abgefeuert wurden", sagte er im libanesischen TV. Moskau ist im Bürgerkrieg ein enger Verbündeter der syrischen Regierung. Das syrische Außenministerium warf den USA vor, "Erfindungen und Lügen" zu verbreiten.

Trump: Beziehungen zu Russland schlechter als im Kalten Krieg

Der Kreml hatte die USA zuvor zur Besonnenheit aufgerufen. "Hoffentlich vermeiden alle Länder Schritte", sagte Regierungssprecher Dmitrij Peskow laut Agentur Tass. Dies gelte vor allem für Maßnahmen, die die ohnehin fragile Situation in der Region weiter destabilisieren könnten.

Trump scheint sich der Brisanz des Konfliktes bewusst zu sein. "Unsere Beziehungen zu Russland sind schlechter als je zuvor - und das schließt den Kalten Krieg ein", schrieb er auf Twitter. Zugleich äußerte er aber auch Dialogbereitschaft: "Russland braucht unsere wirtschaftliche Unterstützung, die sehr einfach wäre, und wir brauchen alle Nationen, um zusammenzuarbeiten." Er ergänzte es um den Zusatz: "Das Wettrüsten stoppen?"

apr/Reuters/dpa/AP

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