Trumps Russlandaffäre Manafort-Partner gesteht prorussische Lobbyarbeit

Samuel Patten, Partner von Trumps Ex-Wahlkampfchef Manafort, hat sich vor Gericht schuldig bekannt, gelogen und für ukrainische Oligarchen gearbeitet zu haben. Nun will er mit Sonderermittler Mueller kooperieren.

Samuel Patten
AFP

Samuel Patten


Ein politischer Berater aus dem Umfeld Donald Trumps hat sich vor einem Gericht schuldig bekannt, für pro-russische Politiker aus der Ukraine illegale Lobbyarbeit geleitestet zu haben. Sam Patten soll unter anderem für US-Präsident Donald Trumps Ex-Wahlkampfchef Paul Manafort und Cabridge Analytica gearbeitet haben. Zuvor hatte ihn die Staatsanwaltschaft beschuldigt, gegen das Gesetz zur Registrierung von ausländischen Agenten verstoßen zu haben.

Manafort stand bereits im Zusammenhang mit der Russlandaffäre vor Gericht. Es war das erste Verfahren, das sich im Zuge der Russland-Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller ergeben hat. Allerdings haben die Vorwürfe nicht direkt mit der Frage zu tun, ob es im Wahlkampf 2016 Absprachen des Trump-Lagers mit Russland gab.

Die Anklage dreht sich stattdessen um die Lobbyarbeit von Manaforts Firma. Der Vorwurf lautet Steuer- und Bankbetrug. Manafort wird beschuldigt, den Behörden Einkünfte in Millionenhöhe verschwiegen zu haben, die er als politischer Berater in der Ukraine machte. Zuletzt wurde Manafort unter anderem wegen Steuerhinterziehung in acht Fällen von einem Gericht in Virginia schuldig gesprochen. Die Verurteilung ist noch nicht rechtskräftig. Der 69-Jährige hatte auf nicht schuldig plädiert. Im droht nun eine lange Haftstrafe, sie liegt bei maximal 80 Jahren. Weitere Akteure im Trump-Skandal sehen Sie hier.

Wie genau Patten und Manafort zusammengearbeitet haben, ist noch nicht endgültig geklärt. Patten bekannte sich jedoch für schuldig, sich nicht als ausländischer Lobbyist registriert zu haben, obwohl er im Auftrag der ukrainischen und pro-russischen Partei Oppositionsblock gehandelt habe, die auch Manafort unterstützte hatte. Zudem warf das Gericht Patten vor, im Zuge der Russlandermittlungen gelogen zu haben.

50.000 Dollar für Tickets zur Amtseinführung

Patten räumte zudem ein, einen Strohmann beauftragt zu haben, 50.000 US-Dollar an das Komitee zu Trumps Amtseinführung weiterzuleiten. Im Gegenzug habe er vier Karten zur Amtseinführung des US-Präsidenten im Januar 2017 erhalten. Die Tickets habe er an einen bisher unbekannten ukrainischen Oligarchen weitergeleitet. Solche Spenden sind eigentlich verboten.

Patten hat zugesichert, mit US-Sonderermittler Robert Mueller zusammenarbeiten zu wollen. Wie genau die Kooperation aussehen soll und ob Patten gegen Manafort aussagen wird, ist unklar. Nach der Anhörung vor Gericht wurde er gegen die Zahlung einer Kaution freigelassen.

Der Ex-FBI-Chef Mueller ist seit Mai 2017 Sonderermittler des US-Justizministeriums und soll mögliche Verbindungen zwischen der russischen Regierung und Trumps Wahlkampfteam untersuchen. Es geht vor allem um die Fragen, ob Trump und sein Team im US-Wahlkampf 2016 Absprachen mit Russland getroffen haben und ob Trump versucht hat, die Justiz bei ihrer Aufklärung zu behindern.

koe/AP/Reuters

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