Conte-Besuch in Washington US-Präsident lobt italienische Flüchtlingspolitik

Da haben sich zwei gefunden: Donald Trump hat Italiens populistischen Premier Conte äußerst herzlich empfangen - und erteilte anderen europäischen Ländern einen Rat.

Giuseppe Conte und Donald Trump
AFP

Giuseppe Conte und Donald Trump


US-Präsident Donald Trump hat den italienischen Ministerpräsidenten Giuseppe Conte für seine umstrittene Einwanderungspolitik gelobt. "Ich stimme sehr mit dem überein, was Sie hinsichtlich der Migration unternehmen, der illegalen Migration und auch der legalen Migration", sagte Trump am Montag zu Conte im Oval Office.

Conte habe eine sehr harte Haltung bezogen, eine Haltung, wie sie nur von wenigen Ländern eingenommen worden sei. "Und ehrlich gesagt machen Sie meiner Meinung nach das Richtige", fügte der US-Präsident hinzu. "Viele andere Länder in Europa sollten das auch tun."

Trump hatte in der Vergangenheit mehrfach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für deren aus seiner Sicht zu liberale Flüchtlingspolitik kritisiert.

Trump und Conte verfolgen beim Thema Einwanderung einen ähnlich harten Kurs. Unter Trump schotten sich die USA immer mehr ab und haben die Einwanderung massiv erschwert. Zuletzt stand der Republikaner vor allem wegen der Trennung von Familien in der Kritik, die illegal über die Grenze zu Mexiko in die USA gekommen waren.

Die Flüchtlingspolitik der neuen Regierung in Rom und allen voran des rechten Innenministers Matteo Salvini ist ebenso umstritten. Um den Druck auf andere EU-Staaten zu erhöhen, hatte Italien Schiffen mit geretteten Migranten mehrfach die Einfahrt in seine Häfen verwehrt.

Die demonstrative Harmonie zwischen Trump und Conte ist auch deshalb bemerkenswert, weil der US-Präsident die EU gerade erst als "Gegner" bezeichnet hatte. Sein Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hatte zudem das Ziel ausgegeben, konservative Kräfte in Europa zu stärken.

lie/dpa/Reuters

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theodtiger 30.07.2018
1. Abwälzung der Probleme
Das Problem ist aber auch, dass Italien zur Zeit seine Schwierigkeiten auf Spanien abwälzt und zudem eine sehr schwierige Lösung innerhalb und durch die EU boykottiert. Das kann nicht klappen!
fred_m 30.07.2018
2. Notlösung
Trump hätte sich mit Salvini bestimmt noch viel besser verstanden. Der ist zwar nur stellvertretender Ministerpräsident, aber er verhält sich, als ob er der Chef ist. Außerdem verhält er sich genau so rüpelhaft wie Trump; die beiden sprechen genau die gleiche Sprache.
susuki 30.07.2018
3. Die P7 formiert sich...
Die G7/8 schaft sich ab und die sieben wichtigsten populistischen Führernationen (P7) tun sich zusammen. Traurig
wolke:sieben 30.07.2018
4. Conte und Trump
...haben in Sachen Flüchtlinge den richtigen Kurs, hoffentlich kriegen auch ALLE deutschen Politiker endlich die Kurve.
aurichter 30.07.2018
5. War so
und nicht anders zu erwarten. Der Mann ist weit mehr als ein Spaltpilz, dem ist jedes Mittel Recht, um Zwietracht zu verteilen. Fehlt nur noch die zitterige Hand am Rücken angelegt. Widerlich diese Politik des US Präsidenten, ob die Gräben, die der Mann einreißen später wirklich zu schliessen sind, wage ich zu bezweifeln.
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