Angeblicher Wahlbetrug Trump löst umstrittene Untersuchungskommission auf

Mehrfach hat Donald Trump behauptet, bei der Präsidentschaftswahl sei es zu Betrug gekommen. Nun sagte seine Sprecherin: Es gebe zwar "erhebliche Beweise" - doch die Untersuchungskommission werde aufgelöst.

REUTERS

US-Präsident Donald Trump hat eine Kommission aufgelöst, die einen angeblichen Wahlbetrug bei der Präsidentschaftswahl 2016 untersuchen sollte. Trump unterzeichnete am Mittwoch einen entsprechenden Erlass, wie seine Sprecherin Sarah Sanders mitteilte. Trotz "erheblicher Beweise für Wahlbetrug" hätten sich viele Bundesstaaten geweigert, der Kommission Informationen zu geben, sagte Sanders.

Das Gremium war umstritten. Für Aufruhr sorgte unter anderem, dass es von den Bundesstaaten die Herausgabe teils sensibler Daten aus den Wählerverzeichnissen verlangte. Viele Staaten weigerten sich, dies tun.

Trump hatte nach seinem Sieg im November 2016 immer wieder erklärt, bei der Wahl habe seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton zwischen drei und fünf Millionen Stimmen erhalten, die nie hätten abgegeben werden dürfen. Trump lieferte für seine Behauptung nie Beweise.

In der Gesamtzahl stimmten für Clinton fast drei Millionen Amerikaner mehr als für Trump. Entscheidend war jedoch die Verteilung auf die Bundesstaaten und damit auf die Wahlmänner. Die Wahl wird von den Bundesstaaten organisiert. Experten schließen aus, dass es zu einem Betrug in einer solchen Größenordnung kommen kann.

aar/dpa



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Seite 1
der_nachtarbeiter 04.01.2018
1. Ist ja zum totlachen
Da gibt es Hinweise auf Wahlbetrug und anstatt sie aufzuklären, wird die Untersuchungskommission aufgelöst...wegen sensibler Daten. Und das in Amerika wo Datensicherheit ja eher klein geschrieben wird. Das ist doch alles ein trauriger Witz.
MartinS. 04.01.2018
2. ...
Zitat von der_nachtarbeiterDa gibt es Hinweise auf Wahlbetrug und anstatt sie aufzuklären, wird die Untersuchungskommission aufgelöst...wegen sensibler Daten. Und das in Amerika wo Datensicherheit ja eher klein geschrieben wird. Das ist doch alles ein trauriger Witz.
Nun ja - das ist eine Interpretation dieser Meldung. Eine andere wäre vielleicht, dass Herr Trump aus gekränkter Eitelkeit schnell ein paar "Hinweise auf Wahlbetrug" aus dem Ärmel geschüttelt hat. Überraschend, dass diese 3-5 Mio unzulässig abgegebener Stimmen ja genau der nominellen Stimmenmehrheit entsprechen, die Clinton erzielt hatte. Nu wird die ganze Scharade von Trump selbst also eingestellt, obwohl sie auf nicht näher genannte "Beweise" gestoßen sind..... aha aha aha
thomasco 04.01.2018
3.
Naja, wie immer in den USA wird nicht richtig und vollständig informiert, nur Gerüchte - aber die Kommission ist aufgelöst und das ist das wichtigste,
merlin 2 04.01.2018
4. Ist eben das Land der unbegrenzten Möglichkeiten
Unbegrenzte Möglichkeiten können sich in alle Dimensionen erstrecken und da wir nichts konkretes wissen und zudem nicht in den USA leben, sollte uns die Komödie hier doch eigentlich recht wenig kratzen. Die Amis haben genau den Präsi, den sie gewählt haben und den sie verdienen. Leider verdient die Welt einen besseren Führer einer Supermacht. Wobei das mit der Supermacht kriegt dieser amerikanische Präsi bestimmt auch noch hin und dann sind sie genau da, wo alle anderen auch sind. Vielleicht ist das sogar eine gute Perspektive.
g.eliot 04.01.2018
5.
Sie haben offenbar etwas verwechselt. Es war nicht Hillary Clinton, die sich beschwert hätte, dass sie die Wahl verloren hat. Es war Donald Trump, der offenbar den Gedanken nicht ertragen konnte, dass er gegen Hillary Clinton mit etwa 3 Mio. Stimmen das popular vote verloren hatte. Trump wollte also nachweisen, dass Hillary Clinton die drei Millionen Mehrstimmen nur erhalten hatte, weil illegale Einwanderer rechtswidrig für sie abgestimmt hatten. btw. Welche Beweise haben in den USA eine Halbwertzeit von weniger als vier Stunden?
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