Grenze zu Mexiko Trumps Mauer soll schön werden - aber nur auf der US-Seite

Im Wahlkampf versprach Donald Trump eine Mauer an der Grenze zu Mexiko. Allmählich wird klar, wie sich die Regierung das Bauwerk vorstellt. Sicher ist: Es wird teuer.

Zaun an der Grenze zwischen den USA und Mexiko in Arizona
AFP

Zaun an der Grenze zwischen den USA und Mexiko in Arizona


Eines der zentralen Versprechen Donald Trumps vor seiner Wahl zum US-Präsidenten war, an der Grenze zu Mexiko eine Mauer zu bauen. Nur so ließen sich Drogenschmuggler und illegale Einwanderer stoppen, behauptete der Kandidat. Nun ist Trump Präsident. An seiner Meinung zur Mauer hat das nichts geändert.

Um das Projekt voranzutreiben, haben die US-Behörden konkretisiert, wie die Mauer aussehen soll: Imposant soll sie sein, zwischen 18 und 30 Fuß (5,40 bis 9,10 Meter) hoch und für Menschen unüberwindbar. Auf der US-Seite soll die Farbgebung "ästhetisch ansprechend" sein. Das geht aus den Anforderungen der Zoll- und Grenzschutzbehörde hervor, die das Projekt leitet und später für die Bewachung und Instandhaltung des Bauwerks zuständig wäre.

Es gibt mehrere Anforderungen. Eine bezieht sich auf eine Betonmauer, die andere auf eine Konstruktion, durch die man hindurchblicken kann. Beide sollen automatisierte Tore für Fußgänger und Fahrzeuge haben.

Konkret wird gefordert, es müsse mindestens eine Stunde dauern, die Mauer mit einem Vorschlaghammer, einer Axt, Hammer und Meißel, batteriebetriebenen Werkzeugen oder einem Schweißgerät so zu durchbrechen, dass ein mehr als 30 Zentimeter großes Loch entsteht. Der Bau eines Tunnel unter der Mauer hindurch soll bis mindestens 1,80 Meter Tiefe unmöglich sein.

3200 Kilometer lange Grenze

Die rund 700 interessierten Firmen haben bis zum 29. März Zeit, um Vorschläge einzureichen. Anbieter sollen dann zehn Meter breite Mauerstücke zu Vorführungszwecken bauen, dann erst sollen Aufträge vergeben werden.

Allzu vieles ist an dem Projekt unklar - etwa, wo genau die Mauer verlaufen soll. Die US-Grenze zu Mexiko ist rund 3200 Kilometer lang. Ein Teil der Mauer soll bestehenden Zaun ersetzen, der bislang auf rund 1120 Kilometern verläuft. Der Zaun muss ständig repariert und ausgebessert werden. An einzelnen Abschnitten drohen Rechtsstreitigkeiten wegen Landenteignungen. Ein 120 Kilometer langer Teilabschnitt geht etwa durch das Gebiet des Indianerstamms Tohono O'Odham, der die Mauer klar ablehnt.

Eine große Frage ist auch die Finanzierung: Trump hat versprochen, Mexiko werde den Bau bezahlen - doch das lehnt das Land strikt ab. Möglich wäre, indirekt Geld von Mexiko zu bekommen, zum Beispiel über neue Strafzölle oder eine Besteuerung von Überweisungen von in den USA lebenden Mexikanern in die Heimat.

Doch vorerst sieht es so aus, als müssten die USA in Vorleistung gehen. Im Haushaltsentwurf der US-Regierung für 2017 und 2018 sind bisher insgesamt 4,3 Milliarden Dollar für die Mauer vorgesehen. Ob jemals Geld fließen wird, ist allerdings fraglich. Demokraten und selbst einige Republikaner haben die Mauer als unnütz und überflüssig bezeichnet.

Ein Zaun, der Fußgänger aufhält, würde dem US-Rechnungshof zufolge pro Meile 6,5 Millionen Dollar kosten. Eine Sperre für Fahrzeuge wäre 1,8 Millionen Dollar pro Meile teuer. Trump hat zu den Gesamtkosten unterschiedliche Angaben gemacht. Er sprach mal von vier, mal von acht, mal von zwölf Milliarden Dollar. Ein interner Bericht des Heimatschutzministeriums geht allerdings von 21 Milliarden aus.

ulz/dpa/AP/Reuters



insgesamt 59 Beiträge
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jetbundle 18.03.2017
1. Unsinnig
Prinzipiell habe ich nichts dagegen dass ein Land seine Grenzen sichert. Das ist eine hoheitliche Aufgabe, eine Verpflichtung gegenüber seinen Bürgern. Ich verstehe allerdings nicht den Sinn dieser Konstruktion. Da kann man nach wie vor mit einer Leiter drüber klettern, und die Drogenkartelle können weiter ihre Tunnel graben. Effizienter wäre doch ein "normaler" robuster Zaun mit Stacheldraht und dazu Sensoren/Kameras und ein Wegenetz zum schnellen Aufgreifen. Und eine nahezu 100%ige Sicherung mit Grenzstreifen, regelmäßigen Wachtürmen und entsprechend Personal wird sicher um einen Faktor 10 teurer.
lukas_martin 18.03.2017
2. Oh je
Die USA haben sich einen Präsidenten gewählt, der jeden einzelnen Tag beweist, dass er es nicht kann. Das Nichtkönnen wäre ja noch irgendwie akzeptierbar. Es gab Präsidenten, egal wo auf der Welt, die es einfach nicht konnten. Die dem Amt und den damit verbundenen Anforderungen nicht ansatzweise gerecht wurden. In Deutschland zuletzt Christian Wulff. Einer der wollte, aber es mangels Intellekt nie konnte. Mit Donald Trump ist ein Präsident in das White House eingezogen, der so rein gar nichts kann. Er palavert irgendetwas, das ihm von Beratern zugeflüßtert wird. Ob er tatsächlich eine eigene Meinung hat, ist fragwürdig. Strafzölle, Mauer zu Mexiko, 'Make America great again'. Mehr hat er nicht zu bieten. Er reiht sich nahtlos in die Riege republikanischer Präsidenten ein, die nicht nur für ihr eigenes Land eine totale Katastrophe waren und sind. Donald Trump kann es nicht. Er ist eine Beleidigung für die USA. Er ist eine Beleidigung für jeden Menschen, der auch nur ansatzweise an Demokratie glaubt. Eine Mauer um den Trump-Tower und seinen Golf-Club wäre günstiger, und deutlich besser investiertes Geld.
Pfaffenwinkel 18.03.2017
3. Jahrzehntelang haben wir Deutsche
mit einer Mauer quer durch unser Land gelebt. Nun gibt es diese Mauer nicht mehr, und die DDR ist auch Geschichte. Weiß Trump das nicht?
Bueckstueck 18.03.2017
4.
Zitat von jetbundlePrinzipiell habe ich nichts dagegen dass ein Land seine Grenzen sichert. Das ist eine hoheitliche Aufgabe, eine Verpflichtung gegenüber seinen Bürgern. Ich verstehe allerdings nicht den Sinn dieser Konstruktion. Da kann man nach wie vor mit einer Leiter drüber klettern, und die Drogenkartelle können weiter ihre Tunnel graben. Effizienter wäre doch ein "normaler" robuster Zaun mit Stacheldraht und dazu Sensoren/Kameras und ein Wegenetz zum schnellen Aufgreifen. Und eine nahezu 100%ige Sicherung mit Grenzstreifen, regelmäßigen Wachtürmen und entsprechend Personal wird sicher um einen Faktor 10 teurer.
Erstmal muss man eine Leiter haben die 6-7m lang ist um nach oben zu kommen und dann ein Seil um wieder runter zu kommen. Das dauert alles viel länger für mehrerer Personen als einen Zaun zu durchschneiden - wenn das Loch da ist, können viel mehr Personen durchschlüpfen als drüber klettern. Freilich sind in beiden Fällen Sensoren am Start die Wachmannschaften alarmieren. Aber da wirds erst richtig teuer, denn die Strassen müssen erstmal gebaut werden. Nicht mal ein kleiner Bruchteil der Grenzmarkierung ist durch rudimentäre Wege und schon gar nicht durch Strassen erschlossen. Das alles wird ein Milliardengrab für Trump, denn Mexiko wird nichts bezahlen, auch Strafzölle und derlei werden wirkungslos bleiben, denn die USA exportieren nach Mexiko beinahe so viel wie umgekehrt und somit ist diese Waffe stumpf, denn es würde und wird Gegenstrafmassnahmen geben die in den USA Arbeitsplätze kosten. Ein typischer Trumpscher Gehirnfurz der seinen heutigen und künftigen Ruf als erbärmlichster und lächerlichster Präsident aller Zeiten weiter zementiert.
tutnet 18.03.2017
5. Kein Tunnel?
Wieso eine Gründung der Mauer in 1,8 m Tiefe einen Tunnel unmöglich machen soll, weiß nur Trump. Die Tunnel zwischen Agypten und dem Gaza-Streifen liegen 10m und mehr unter der Erdoberfläche.
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