Russlandaffäre Trumps Ex-Anwalt hat offenbar bei Sonderermittler Mueller ausgepackt

Nächster Rückschlag für den US-Präsidenten? Sein Ex-Anwalt Michael Cohen hat mehrfach mit dem Team des Sonderermittlers Robert Mueller gesprochen. Die Befragungen zielten zuletzt immer enger auf das direkte Umfeld Trumps.

Michael Cohen
AFP

Michael Cohen


Paul Manafort, der ehemalige Wahlkampfmanager von US-Präsident Donald Trump, kooperiert bereits mit Robert Mueller. Jetzt konnte der Sonderermittler in der Russlandaffäre offenbar auf die Hilfe eines zweiten wichtigen Manns zurückgreifen: Michael Cohen.

Nach Angaben seines eigenen Rechtsbeistands hat der frühere Anwalt Trumps "entscheidende Informationen" an Mueller weitergegeben. "Gut für Michael Cohen, dass er der Mueller-Ermittlung entscheidende Informationen ohne eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit gibt", schrieb Cohens Anwalt Lanny Davis am Donnerstag auf Twitter.

Zuvor hatte der Sender ABC berichtet, Cohen habe in den vergangenen Wochen an "zahlreichen Befragungsrunden" mit dem Mueller-Team teilgenommen, "die über Stunden andauerten". In dem Bericht wurde angedeutet, dass dies eine schlechte Nachricht für Trump sein könne. Die Ermittlungen Muellers zielten zuletzt immer enger auf das direkte Umfeld Trumps und des Weißen Hauses.

Cohen könnte über Trumps Geschäftsaktivitäten auspacken

Cohen hatte sich im August vor Gericht schuldig bekannt, Steuerbetrug begangen und gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstoßen zu haben. Cohen sagte unter anderem aus, er habe im Wahlkampf 2016 auf Trumps Anweisung Schweigegeldzahlungen an zwei Frauen geleistet und damit gegen Finanzierungsregeln verstoßen.

Michael Cohen und Donald Trump
REUTERS

Michael Cohen und Donald Trump

Muellers Ermittlungen umfassen Berichten zufolge auch Trumps Geschäftsaktivitäten. Cohen könnte diesbezüglich gegenüber den Ermittlern über seine jahrelang gesammelten Informationen auspacken.

Niederlage bei den Midterms wäre nun noch gefährlicher

Ein US-Präsident kann nach geltendem Recht nicht vor Gericht gestellt werden. Sollten sich Cohens Vorwürfe jedoch bestätigen, dürften die Rufe nach einem Amtsenthebungsverfahren lauter werden. Dies könnte für Trump besonders gefährlich werden, sollten die oppositionellen Demokraten bei den Kongresswahlen am 6. November wie erwartet die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen.

Trump hatte Cohen nach dessen Schuldeingeständnis der Falschaussage bezichtigt und ihm vorgeworfen, sich "Geschichten ausgedacht" zu haben. Cohen habe auf seine Kosten mit Falschaussagen einen "sehr guten Deal" mit der Staatsanwaltschaft gemacht.

aev/AFP



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