Eklat im US-Wahlkampf Muslime protestieren mit gelbem Stern gegen Trump

Er hetzt seit Monaten gegen Muslime, nun haben sich zwei Muslime gegen Donald Trump gewehrt: Zu einer Rede des Republikaners erschienen sie mit gelbem Stern, dem Symbol der Judenverfolgung - die Frau wurde unter Buhrufen aus dem Saal eskortiert.

US-Präsidentschaftsbewerber Trump: "Es ist ihr Hass, nicht unser Hass"
REUTERS

US-Präsidentschaftsbewerber Trump: "Es ist ihr Hass, nicht unser Hass"


Im Dezember hatte Donald Trump gefordert, Muslimen die Einreise in die USA zu verbieten, und für einen weltweiten Proteststurm gesorgt. Protest mag der Präsidentschaftsbewerber der Republikaner jedoch gar nicht, wie er nun während einer Wahlkampfveranstaltung in Rock Hill im US-Bundesstaat South Carolina zeigte.

Eine Muslimin mit Kopftuch wurde aus dem Saal verbannt, nachdem sie schweigend im Stehen gegen seine Äußerungen protestiert hatte. Der Fernsehsender CNN zeigte, wie die Frau von einem Polizisten am Freitagabend (Ortszeit) aus der Arena geführt wurde, während Trump-Anhänger sie ausbuhten.

Zuvor hatte sie sich CNN zufolge zusammen mit einem Mann bei der Veranstaltung vom Sitz erhoben und schweigend dagestanden, nachdem Trump in seiner Rede syrische Flüchtlinge mit der IS-Terrormiliz in Verbindung gebracht hatte. Beide hatten einen gelben Stern an ihre Kleidung geheftet - ähnlich dem, den Juden während des Holocaust tragen mussten. Zudem trug die Frau ein Shirt mit der Aufschrift "Salam, ich komme in Frieden".

"Es herrscht ein Hass gegen uns, der unglaublich ist", kommentierte Trump CNN zufolge den Protest. "Es ist ihr Hass, nicht unser Hass." Die 56-jährige Demonstrantin hatte dem Sender vor dem Vorfall gesagt, sie gehe zur Trump-Kundgebung, weil sie glaube, dass die meisten seiner Anhänger noch nie einer Muslimin begegnet seien. Sie wolle ihnen nun die Gelegenheit dazu geben.

US-Vorwahlen

joe/dpa

Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 163 Beiträge
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ichsagwas 09.01.2016
1. Trump hat Null Chancen
Der Mann ist ein Anachronismus. Undenkbar, dass er die USA regieren wird. Selbst wenn er viele Anhänger hat, würde er viel mehr Gegner an die Wahlurne treiben, viele Nichtwähler aktivieren die ansonsten eher zu Hause blieben. Bitte weniger über diesen Typen berichten, das lohnt nicht !
leander_hausmann 09.01.2016
2.
Der Aktion geb ich ein like. Ich verstehe aber nicht warum sie sie rausgeworfen haben. Vorallem durch die Polizei. Die haben doch nur gestanden und geschwiegen. Das reicht doch nicht um jemanden von der Polizei abführen zu lassen oder?
maynard_k. 09.01.2016
3. Angst
Es ist schon bemerkenswert wie viele, teilweise gebildete, gestandene Erwachsene sich derart leicht in Angst und Panik versetzen lassen ... ob nun ggü. Muslimen, Ausländern oder Flüchtlingen. Das hat mit tatsächlichen Risiken für Leib und Leben nicht im Ansatz etwas zu tun! Schusswaffenopfer in den USA/Jahr: 30.000, Verkehrstote in Deutschland/Jahr: 6.000, Tote durch islamischen Terror ... nahezu NULL! Woher kommt diese Angst und das ganze Gejammer?!
Zaphod 09.01.2016
4. Wehret den Anfängen
Eine gute Aktion, die viele zum Nachdenken anregen sollten. Die Parallelen sind offensichtlich: wie früher werden auch heute wider die Gläubigen einer Religion unter einen pauschalen Generalverdacht gestellt und Ausgrenzungen versucht oder sogar bereits praktiziert. Schleier- und Burkaverbote sind erst der Anfang. Man sollte sehr vorsichtig sein, denn die Lust an der Verfolgung von Minderheiten scheint in weiten Teilen der Menschheit noch vorhanden zu sein.
jejo 09.01.2016
5. Davidstern?
http://thinkprogress.org/politics/2016/01/08/3737746/muslim-woman-gets-kicked-out-of-donald-trump-rally-for-being-muslim/ Seit wann hat ein Davidstern acht Spitzen? Natürlich erinnert das Abzeichen daran, und das sicherlich bewusst, aber es ist kein Davidstern, sondern eines der klassischen Ornamente arabischer Kunst.
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