Highschool-Massaker von Florida Trump offenbar zu Änderungen an US-Waffengesetzen bereit

14 Schüler und drei Lehrer starben, als ein junger Mann mit einem Sturmgewehr an einer Schule in Florida um sich schoss. Überlebende warfen der US-Regierung Tatenlosigkeit vor. Nun reagiert Präsident Trump.

Donald Trump
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Donald Trump ist offenbar bereit, die Überprüfung von Waffenkäufern in den USA zu verschärfen. Ein Sprecher des Weißen Hauses sagte, der US-Präsident "unterstützt Bemühungen, welche die behördliche Überprüfung verbessern".

Der Schritt ist offenbar die Reaktion auf einen weiteren Massenmord an einer US-Schule mit einem Sturmgewehr. Am Mittwoch hatte ein ehemaliger Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland, Florida, mit dem originalgetreuen Nachbau einer Kriegswaffe, einem AR-15, in der Schule um sich geschossen. 17 Menschen starben, viele weitere wurden verletzt.

Anschließend hatten in den USA die üblichen Reflexe gegriffen: Die Demokraten forderten strengere Gesetze, Republikaner wiegelten ab und warfen ihrem politischen Gegner vor, das tragische Ereignis zu instrumentalisieren. Allerdings wurden aus der betroffenen Schule zahlreiche Stimmen von Jugendlichen laut, die als direkt Betroffene von der US-Regierung forderten, mehr zum Schutz von Schulen zu unternehmen.

Video: "Schämen Sie sich!"

imago/ ZUMA Press

Nun könnte es sein, dass waffenfreundliche Abgeordnete der Republikaner auf die Demokraten im Kongress zugehen, die sich seit Langem für schärfere Kontrollen einsetzen. Wie der stellvertretende Regierungssprecher Raj Shah am Montag sagte, habe Trump mit dem texanischen Senator John Cornyn über einen Gesetzentwurf des demokratischen Senators Chris Murphy gesprochen, berichtet der US-Sender CNN.

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Schüler nach Amoklauf: "Genug ist genug"

Murphys Initiative zielt darauf ab, dass mehr Vergehen als bislang an die nationale Datenbank für sogenannte Background-Checks übermittelt werden. Damit soll es auffällig gewordenen US-Bürgern erschwert werden, Waffen zu kaufen.

cht/Reuters

insgesamt 115 Beiträge
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doncorone 19.02.2018
1. Es war KEINE Kriegswaffe
Kriegswaffen sind auch in den USA nicht frei verkäuflich. Ich möchte nicht, dass dieses weiter behauptet wird. Dieses ist natürlich nur ein Randpunkt bei der ganzen Geschichte ... aber der Umgang des Spiegel und auch vieler andere Medien mit Fakten entsetzt mich. Vielfach wurde auch Schnellfeuergewehr geschrieben. Das hört und fühlt sich offenbar besser an! Das AR 15 ist aber die zivile Version oder der Nachbau einer Armeewaffe: Jeder Schuss muss einzeln von Hand abgefeuert werden. Kein Dauerfeuer. Es ist also quasi ein normales Gewehr. Es ist natürliich ganz offensichtlich, wieviel schwerstes Unheil man damit anrichten kann.
grommeck 19.02.2018
2. Wer’s glaubt .... Die Änderungen werden minimal sein.
Der wilde Westen will es so.
bauigel 19.02.2018
3. Märchenstunde
Und gleich beginnt sie wieder die Märchenstunde, dass Obama ja nie die Waffengesetze verschärfen wollte und Trump als großer Macher dies jetzt zum Wohle Amerikas tut. Dabei geleugnet wird, dass Obama zwar Präsident war, aber der von den Republikanern dominierte Kongress genau dies verhindert hat. Und jetzt wird Trump irgendeine Alibilösung finden mit der er sich feiern kann.
MannAusmNorden 19.02.2018
4. Ein Tropfen...
... auf glühende Kohlen! Mehr wird es nicht sein. Es darf sich nicht nur um "schärfere Kontrollen" handeln. Es muss ein generelles Verbot von allen Waffen geben für diejenigen, die damit beruflich nichts zu tun haben. Insbesondere alles halbautomatisches mit mehr als Pistolengröße sollte generell verboten werden. Warum hat man ein Sturmgewehr zuhause liegen? Schießsport ist doch mit Kleinkaliber viel anspruchsvoller, weil die Geschosse viel leichter abzulenken sind. Ein Sturmgewehr braucht man doch nur, um Menschen umzubringen. Lasst den Amerikanern ihre Pistolen, Jagdgewehre und Schotguns, damit sie nicht total unzufrieden sind.
derbo73 19.02.2018
5. Wie immer sinnlos, was da (evtl.) geplant wird
Die typischen Täter der Schulmassaker sind allesamt NICHT auffällig gewesen, bevor sie ihre Schreckenstaten begingen. Auch nach verschärfter Übermittlung solcher Daten in Zukunft an die Background Check Datenbank hätten sie alle problemlos Waffen kaufen können. Das Problem in den USA ist nicht, dass man Waffen zu einfach kaufen kann. Das Problem ist vor allem, dass bereits viel zu viele Waffen in Umlauf sind. Waffen sind aber nicht nach 10 Jahren wieder weg, weil sie schlecht geworden sind. Ganz im Gegenteil, lassen sich solche Erb- und Sammlerstücke noch über Generationen weitergeben. Im Schnitt besitzt jeder US-Bürger gleich mehrer Schusswaffen, darunter auffällig viele Gewehre, teilweise auch militärischer Bauart (im Gegensatz zu typischen Jagdwaffen). Die Hilfsmittel der Waffenindustrie, die das Verbot der vollautomatischen Waffen in zivilen Händen, geschickt umgehen, gehören genauso verboten, wie es an der Zeit ist über eine stufenweise Entwaffnung der Bevölkerung nachzudenken. Das aber ist der Amerikaner Heiliges Kalb, eine Regierung die versucht, wenigstens bestimmte Waffen, wie z.B. halbautomatische Sturmgewehre wie das AR15 komplett aus dem Verkehr zu ziehen, wird in den USA keine Chance haben. Ich kann nicht nachvollziehen, warum es nicht ausreicht sein Heim mit einem .38 Revolver odem 30-06er Gewehr zu verteidigen. Warum benötigt man Glocks und Bushmaster Sturmgewehre für die Wahrung des 2. Zusatzartikels zur Verfassung? Es geht hier nur ums große Geschäft, dafür benutzt man auch die eigene Bevölkerung als "Verbraucher" in jeglicher Hinsicht, egal an welchem Ende des Laufs.
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