Koreanische Halbinsel Trump kündigt Stopp der Militärmanöver an

"Jeder kann einen Krieg anzetteln, aber nur die Mutigsten können einen Frieden erreichen": Donald Trump lobt sich und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un. Zudem macht er ein wichtiges Zugeständnis.

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US-Präsident Donald Trump hat eigenen Angaben zufolge 25 Stunden lang nicht geschlafen. Nun zeigt er sich hochzufrieden mit den Ergebnissen seines Gipfels mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un.

Auf einer Pressekonferenz in Singapur sprach Trump von einer "Botschaft der Hoffnung" und einer "Vision des Friedens" für die Welt, die von dem Gipfel ausgehe. Das Treffen mit Kim sei "ehrlich, direkt und produktiv" gewesen.

Trump kündigte die offizielle Beendigung des Korea-Krieges an. Der Konflikt werde "bald enden", sagte er. Die Kämpfe im Korea-Krieg waren 1953 mit einem Waffenstillstand zu Ende gegangen, ein Friedensabkommen wurde aber nie unterzeichnet.

Außerdem sagte der US-Präsident, sein Land plane das Ende der gemeinsam mit Südkorea durchgeführten Militärmanöver. Mit diesem Schritt könne viel Geld gespart werden.

Damit kommt Trump der nordkoreanischen Regierung entgegen, die seit Langem ein Ende der regelmäßigen US-südkoreanischen Manöver fordert. Trump monierte, dass Südkorea sich zwar an den Kosten an den Übungen beteilige, die Höhe des Beitrags aber nicht ausreiche.

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Trump und Kim in Singapur: Ein bisschen Frieden

Die atomare Abrüstung Nordkoreas wird Trump zufolge von amerikanischen und internationalen Vertretern überwacht werden. Nordkorea habe bereits angefangen, eine große Raketentestanlage zu zerstören, sagte Trump. Dies habe ihm Kim Jong Un berichtet. Es handele sich demnach um eine "größere Testanlage".

Die komplette Entnuklearisierung werde längere Zeit in Anspruch nehmen. Sie werden aber so schnell wie möglich vollzogen. "Es gibt keine Grenzen für das, was Nordkorea erreichen kann, wenn es sein Atomprogramm aufgibt", sagte Trump.

In dem gemeinsam mit Trump in Singapur unterzeichneten Gipfeldokument erklärt Kim sein "festes und unerschütterliches Bekenntnis" zu einer umfassenden atomaren Abrüstung. Im Gegenzug sichert Trump Sicherheitsgarantien zu. Die Sanktionen gegen Nordkorea werden aber vorerst beibehalten.

Menschenrechtslage war kurz Thema beim Gipfel

Auf dem Gipfel wurde Trump zufolge auch über die Menschenrechtslage in Nordkorea gesprochen. "Das ist angesprochen worden, und es wird in Zukunft angesprochen werden", sagte er. Allerdings seien die Menschenrechte im Vergleich zur atomaren Abrüstung nur "verhältnismäßig kurz" Thema gewesen.

Zugleich äußerte er sich überzeugt, dass Nordkoreas Machthaber bereit sei, die Lage in seinem Heimatland zu verbessern. "Die werden was machen", sagte Trump. "Ich glaube, er will was machen. Er will die richtigen Dinge machen."

Das kommunistisch regierte Land steht international wegen massiver Verstöße gegen die Menschenrechte seit Jahrzehnten in der Kritik. Nach Schätzungen der US-Regierung werden dort aktuell 80.000 bis 120.000 Menschen in teils schlimmen Verhältnissen in Arbeitslagern gefangen gehalten.

Auch zum Fall des toten US-Studenten Otto Warmbier, der in nordkoreanischer Haft starb, äußerte sich Trump: Dieser sei nicht "umsonst gestorben", da er mit dazu beigetragen habe, dass beide Länder nun miteinander sprechen.

Nordkorea - Die Chronik des Konflikts

Trump stellte auch in Aussicht, nach Pjöngjang zu reisen. Einen konkreten Zeitpunkt nannte er nicht. Zudem werde er Kim zu gegebener Zeit ins Weiße Haus einladen. Kim habe die Einladung angenommen.

dop/dpa/AFP/Reuters/AP



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