US-Präsident im Interview Trump nennt EU-Handelspolitik "sehr unfair"

Donald Trump hat im britischen Fernsehen gegen die EU und seine britische Alliierte Theresa May ausgeteilt. Auf Nachfrage verriet er im Interview mit ITV Details zu seinen Ess- und Twitter-Gewohnheiten.

Donald Trump
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In einem einstündigen Interview mit dem britischen Privatsender ITV hat US-Präsident Donald Trump über vieles Auskunft gegeben: Gefragt nach Burgern und Cola sagte er, das nehme er "gelegentlich" zu sich, insgesamt esse er aber "gesund", seine Mahlzeiten werden von "von den besten Köchen der Welt" zubereitet.

Auch "Fake News" und sein Twitter-Verhalten waren Thema. Es würden einfach "so viele Falschmeldungen über ihn verbreitet, Nachrichten, die sehr falsch oder erfunden sind", kritisierte Trump. Auch darum nutze er Kurzbotschaften via Twitter so intensiv und verschicke sie schon morgens, "vielleicht manchmal aus dem Bett, vielleicht manchmal während des Frühstücks": Wenn er das nicht tue, könne er sich "nicht verteidigen", so Trump.

Es ging aber auch um Politik: Der EU warf Trump erneut eine "sehr unfaire" Handelspolitik vor. Er habe eine Menge Probleme mit der Europäischen Union gehabt, sagte Trump. "Wir bekommen unsere Produkte nicht hinein. Es ist sehr, sehr schwer. Und dennoch senden sie ihre Produkte zu uns - keine Steuern, sehr geringe Steuern. Das ist sehr unfair."

Er könne auch andere Länder benennen, die sich so verhielten. "Aber die Europäische Union war sehr, sehr unfair zu den USA. Und ich denke, es wird sich herausstellen, dass das sehr zu ihrem Nachteil sein wird." Trump spielte damit auf ein neues Gesetz an, das Strafzölle von 30 Prozent auf importierte Solaranlagen vorsieht.

Noch beim Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos hatte Trump anders geklungen, konzilianter zu den EU-Nationen und zu europäischen Unternehmen. In der Abschlussrede bot er der Welt "Amerikas Freundschaft und Partnerschaft" an. "Amerika zuerst bedeutet nicht Amerika allein", sagte Trump. Die Vereinigten Staaten seien für Handel und Geschäftsbeziehungen offen und scheuten dabei keine Konkurrenz.

Zum Brexit sagte Trump, der in der britischen Premierministerin Theresa May eigentlich eine enge Verbündete sieht, er hätte an ihrer Stelle mit der EU besser verhandelt. "Hätte ich so verhandelt? Nein", erklärte der US-Präsident. Er wäre "mit einer anderen Haltung" an das Thema herangegangen, und hätte der EU erklärt, das sie "die Erwartungen nicht erfüllt".

cht/Reuters



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Korken 29.01.2018
1. So ein Kasperle
Er hätte an Stelle Mays also anders mit der "EU" verhandelt. Soso, dabei ist doch UK Mitglied der EU und hat eben für diese Seite gehandelt. Das klingt ja so, als ob der Gouveneur von Kalifornien anders mit den USA zu deren Nachteil verhandelt hätte. Was sind denn das für Annahmen? Die Tatsache, dass UK bald selbst erneut Wirtschaftsverträge mit den USA abschließen wird, dürfte May aufgrund solcher Aussagen nicht gerade hoffnungsfroh stimmen. Abgesehen davon, wenn US Hersteller in der EU keine Ware absetzen können, die armen Apples, Microsofts & Co. bekommen hier ja gar keinen Fuß rein, dürfte das wohl an der Qualität liegen.
Paddel2 29.01.2018
2. Nichts neues
Trump redet, aber eigentlich sagt er nichts. Mit ihm an der Spitze GBs hätte die EU noch leichteres Spiel. Das Wegschubsen anderer Staatsgäste und verbales Rumpoltern wird harte Verhandlungsgegner kaum beeindrucken.
forky 29.01.2018
3. Der Typ ist dreist
Wenn Apple, Google, Amazon und so weiter ihre Produkte und Dienstleistungen nicht in China und anderen Billigländern herrstellen und erbringen würden, hätte die USA kein Handelsdefizit. Im Übrigen sind gerade Amazon, Microsoft, Apple und Google überhaupt nicht fair. Vielleicht kann die EU ihm das mal antworten.
Francois S. 29.01.2018
4. Noch viel mehr stören Hr. Trump die Handelsbeziehungen zu
China und das Handelsabkommen NAFTA. Beim Thema China sollten wir die Gunst der Stunde nutzen und gemeinsame Sache mit Hr. Trump machen. Vor allem Produktpiraterie und Techonologieklau müssen auf den Tisch. Ebenfalls müssen die unfairen Firmeneigentumsrichtlinien (Ausländische Firmen sind oft gezwungen die Mehrheit ihre Chinesischen Tochtergesellschaten an Chinesen abzugeben) thematisiert werden. Die USA haben bei solchen Verhandlungen ein besonders starkes Gewicht weil China vis-a-vis den USA Handelsüberschüsse von >$700 Milliarden im Jahr erwirtschaftet.
rrippler 29.01.2018
5. Aus den Schlagzeilen verbannen
Der einzig richtige Umgang mit Donald wäre, diesen Ungeist endlich komplett aus den Schlagzeilen zu verbannen. Einen platz im Hohlspiegel -ja. Und eines hoffentlich baldigen Tages auch in den Nachrufen sei ihm gegönnt. Aber wer ihm fortwährend eine Bühne gibt, macht sich selbst mitschuldig an der Misere. Ignoriert endlich diesen .... !
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