Fernsehsendung "The Apprentice" Trump soll Kandidatinnen seiner TV-Show erniedrigt haben

Reichlich neuer Ärger für Donald Trump: In der TV-Show "The Apprentice" soll er Kandidatinnen immer wieder sexistisch angegangen sein - außerdem darf er in New York nicht mehr Spenden über seine Stiftung sammeln.

Donald Trump
REUTERS

Donald Trump


Schon die vergangene Woche hatten seine Sprecher allerhand damit zu tun, Donald Trump gegen Sexismusvorwürfe zu verteidigen. Im TV-Duell am Montag hatte Hillary Clinton ihn mit beleidigenden Bemerkungen gegenüber einem Ex-Model konfrontiert; er hatte die junge Frau "Miss Piggy" genannt. Die Medien griffen das Thema breit auf.

Nun gibt es reichlich neues Material, um Trump als unverbesserlichen Sexisten dastehen zu lassen. In der TV-Show "The Apprentice", wo er einige Jahre lang den kaltschnäuzigen TV-Boss gab, soll er mehrfach Bemerkungen über die Brüste und andere Körperteile der Kandidatinnen gemacht haben. Außerdem schwadronierte er in den Drehpausen angeblich darüber, mit welchen Frauen er gerne Sex haben wolle.

Die Nachrichtenagentur Associated Press hat mehr als 20 mit der Show assoziierte Menschen interviewt, Teammitglieder, Cutter und Ex-Kandidaten. Nicht alle, so betont AP, äußerten sich negativ, aber aus einem erheblichen Teil der Interviews ergibt sich das Bild eines Mannes, der geradezu zwanghaft jede Frau, die mit ihm im Raum ist, sexistisch angeht.

Trumpf forderte angeblich tiefe Dekolletés

Während einer Staffel soll er die Kandidatinnen zum Beispiel durchgehend dazu aufgefordert haben, kürzere Röcke zu tragen und tiefere Dekolletés zu zeigen.

Randal Pinkett, der Kandidat, der die "Apprentice"-Staffel im Jahr 2005 gewonnen hat, erinnert sich, dass der Immobilienmogul unablässig darüber geredet hätte, mit welcher der Teilnehmerinnen er gerne mal schlafen wolle. Kurz zuvor im gleichen Jahr hatte Trump seine derzeitige Ehefrau Melania geheiratet.

Ein Crew-Mitglied, das ungenannt bleiben möchte, erklärte im AP-Interview, dass Trump zudem immer wieder die männlichen Teilnehmer aufgefordert hätte, sie sollten ruhig zugeben, dass sie mit den Konkurrentinnen ins Bett gehen wollen. Im Anschluss habe er dann immer wieder sein eigenes Interesse angemeldet.

Sprecher von Trump taten die Vorwürfe als haltlos ab; eine Interviewanfrage an den Präsidentschaftskandidaten zu dem Thema wurde abgelehnt.

Zu den neuen Sexismusvorwürfen gesellt sich ein weiteres, mindestens ebenso brisantes Thema für Trump: Die Justiz des Bundesstaats New York hat der Stiftung des Milliardärs bis auf Weiteres untersagt, Spenden einzutreiben. Dies geht aus einem Schreiben hervor, das der Nachrichtenagentur AFP übermittelt wurde.

Dem Brief zufolge hat es die Stiftung versäumt, sich entsprechend der Vorschriften bei der zuständigen Behörde des Bundesstaats registrieren zulassen. Auch habe die Trump Foundation nie die vorgeschriebenen Informationen über ihre Finanzaktivitäten an die Behörde geliefert, heißt es in dem Brief des Generalstaatsanwalts von New York, Eric Schneiderman, an die Stiftung.

Schneiderman setzte der Trump-Stiftung eine Frist von zwei Wochen, um die geforderten Unterlagen nachzuliefern. Die nach eigener Darstellung wohltätigen Zwecken dienende Stiftung war schon vor einigen Wochen in die Schlagzeilen geraten. Der republikanische Präsidentschaftskandidat steht im Verdacht, die Stiftung für persönliche Belange missbraucht zu haben.

Die "Washington Post" berichtete, Trump habe Stiftungsgelder für den Kauf von Gemälden und für die finanzielle Beilegung seiner Rechtsstreitigkeiten zweckentfremdet. Nach Informationen der Zeitung hat er zudem seit dem Jahr 2008 nicht mehr selbst an die Stiftung gespendet. Diese sei seither komplett auf Spenden von anderer Seite angewiesen.

Das TV-Duell zur US-Wahl in voller Länge

cbu/AP/AFP

insgesamt 12 Beiträge
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irene74 03.10.2016
1.
Wilkommen in einer Welt wo das Prolletentum bevorzugt wird und die Bescheidenheit als Schwäche ausgelegt wird. Das Niveau sinkt von Jahr zur Jahr und die Vorbilder fehlen.
joe_ann 03.10.2016
2. @Post 1
da haben Sie leider recht. Und es ist überall so, dass der gemeine Mob auf Selbstdarsteller, Proleten und Poser rein fällt, sei es in der Politik, bei Vorstellungsgesprächen oder im sonstigen täglichen Leben.
epicurean7 03.10.2016
3. Sexismus
wohin das Auge reicht. Auch der Ghostwriter seines Buches der Deal hat vor kurzem gesagt, dass er sich nur über Frauen unterhalten konnte .Das Niveau sei so furchtbar gewesen, dass er sich dafür schäme. Ein Mann der Frauen nur als Sexobjekte behandelt. Leider gibt es genügend Frauen die ihn trotzdem wählen und auch noch Wahlkampf für ihn machen. Auch an seinen sexistische Äußerungen ist natürlich Hillary schuld.
FK-1234 04.10.2016
4. Nicht überraschend
Wer sich auf einem solchen Niveau wie Trump bewegt, von dem ist nicht anderes zu erwarten. Schlimm nur, dass so viele Amerikaner sehenden Auges einem solchen Menschen auf den Leim gehen.
Siggi_Paschulke 04.10.2016
5. Potzblitz!
Eine Stiftung, die nur dem Stifter nützt, um Steuern zu sparen! Ein sicherlich haltloser Vorwurf bei 99,9999999% aller Stiftungen lebender Personen :-)
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