US-Militär Trump verbeißt sich in Transgender-Streit

Die US-Regierung startet einen neuen Versuch, um Transgender-Rekruten weitgehend vom US-Militär auszuschließen. Wer sich nicht auf ein Geschlecht festlegt, soll nur in Ausnahmefällen dienen dürfen.

Proteste gegen Donald Trump in New York (Archivbild)
REUTERS

Proteste gegen Donald Trump in New York (Archivbild)


Das Weiße Haus hat ein neues Verbot von Transgender-Rekruten im US-Militär angekündigt. Dieser Regelung zufolge sollen Menschen vom Militärdienst disqualifiziert werden, die aufgrund einer Geschlechtsidentitätsstörung eine "umfassende medizinische Behandlung", einschließlich Medikamente und operativer Eingriffe, benötigten.

Verteidigungsminister James Mattis und Heimatschutzministerin Kirstjen Nielsen seien zu dem Schluss gekommen, dass die Zulassung solcher Rekruten ein "bedeutendes Risiko" für den militärischen Erfolg darstelle, hieß es am Freitag in einer Mitteilung aus Washington.

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Transgender-Menschen, die keine medizinischen Eingriffe planen, sondern sich lediglich nicht auf ein bestimmtes Geschlecht festlegen wollen, dürfen dagegen "in ihrem biologischen Geschlecht dienen", hieß es in der Erklärung weiter.

Mit der neuen Regelung nahm Präsident Donald Trump ein Memorandum vom vergangenen August zurück, das alle Transgender-Rekruten grundsätzlich vom US-Militär ausschließen wollte.

Ein Bundesgericht in Washington hatte diese Anordnung aber ohnehin schon im Oktober per einstweiliger Verfügung gestoppt. Im Dezember entschied die Kammer, dass das Militär ab 1. Januar Transgender aufnehmen müsse.

Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gibt es Schätzungen zufolge zwischen 1320 und 15.000 Transgender-Menschen.

ssu/AFP/dpa



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