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Donald Trumps Luxus-Leben : Die Brüst-OP

Von und , Washington

Angeber Trump: Sein Haus, sein Flugzeug, seine Hotels Fotos
AFP

Mein Haus, mein Flugzeug, meine Hotels: Donald Trump inszeniert sich gern als erfolgreicher Geschäftsmann. Das wirkt oft plump. Doch die Angeberei ist ein wichtiger Teil seines Erfolgsrezepts.

Das Ritual geht so: An Wahlabenden versammelt Donald Trump die US-Presse und seine engsten Anhänger in einem seiner Hotels zur Siegesfeier. Die großen TV-Networks sind live auf Sendung, die halbe Nation schaut zu. Und dann kommt er.

Trump stürmt auf die Bühne, dankt kurz seinen Wählern und schon kommt ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt: Werbung. Trump trommelt für das jeweilige Trump-Luxus-Resort, in dem er sich gerade befindet. Oder für den Trump-Strandclub. Für die Trump-Steaks. Oder am besten für alles zusammen.

"Einfach super hier das Hotel", ruft er. Klar. "Der Golfplatz - echt top." Und: "Einer der besten Golfplätze der Welt." Was sonst?

Prahlerei ist das Markenzeichen des Milliardärs. Dahinter stecken sicher geschäftliche Interessen, aber auch politisches Kalkül. Die Inszenierung des eigenen Erfolgs soll den Wählern das wohlige Gefühl vermitteln, dass nur er, Trump, die Nation wieder zu neuer Blüte führen kann. Die Botschaft lautet: Liebe Leute, da ich als Geschäftsmann klasse bin, werde ich auch als Präsident großartig sein.

Seine Kandidatur basiert auf dem politisch Unkorrekten. Und was ist unkorrekter als Angeberei? Wo Trump auftaucht, wird geprotzt. Ein zentraler Baustein seiner bizarren Inszenierung als Big Boss und Superreicher ist sein eigenes Flugzeug. Wie kaum etwas anderes zeigt die Boeing 757 mit der Aufschrift "Trump" die Hybris des Milliardärs.

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Angeber Trump: Sein Haus, sein Flugzeug, seine Hotels
Die 757 hat Schlafzimmer, ein vergoldetes Bad, Duschen, ein Esszimmer, diverse Unterhaltungssysteme und Plätze für rund 40 Passagiere. Das Flugzeug erfüllt zwei Zwecke: Logistisch ist es für Trump wertvoll, weil es ihn quer durch Amerika fliegt. Trump kann innerhalb eines Tages in mehreren Bundesstaaten Wahlkampftermine wahrnehmen, der Flieger ist sein Arbeitsplatz über den Wolken. Besonders gern sieht sich Trump seine eigenen Auftritte auf einem der großen Bildschirme an, hin und wieder auch Veranstaltungen seiner Rivalen. Und wenn die ihn nerven, wirds gleich getwittert. Aus 10.000 Metern Höhe, kein Problem.

Wahlkampf mit Flugshow

Trump nutzt die Boeing aber auch als politisches Machtsymbol. Flugzeuge haben in der amerikanischen Politik eine besondere Bedeutung, die "Air Force One" des Präsidenten ist eines der wichtigsten Insignien, um Stärke und Einfluss des Obersten Befehlshabers zu unterstreichen. Ganze Filme sind über das Flugzeug gedreht worden, und Trump setzt darauf, dass seine eigene "Trump Force One" ihm - noch bevor er überhaupt Kandidat, geschweige denn Präsident ist - die Aura des mächtigsten Mannes der Welt verleiht.

Seine Wahlkampfveranstaltungen werden regelmäßig zur Flugshow. Während seine Fans im Hangar warten, lässt er seinen Piloten Schleifen über dem Flughafen drehen. Einmal gelandet, schreitet er zu Hollywood-Musik die Treppe hinunter. Die Fernsehsender übertragen live, senden die Bilder landesweit. Es ist ein groteskes Spektakel, aber seinen Anhängern gefällt die Inszenierung jedes Mal aufs Neue.

Trumps zweites Lieblingsvorzeigeobjekt ist sein Strandclub in West Palm Beach: Mar-a-Lago. Zwar herrscht Trump über ein gutes Dutzend Luxushotels, doch die Villa in Florida ist das Schmuckstück. Er nennt die 126-Zimmer-Residenz unbescheiden "das großartigste Haus, das je gebaut wurde". Als Prinz Charles ihn dort besuchte, soll Trump erklärt haben, der britische Thronfolger sei der einzige Mensch, der ein noch besseres Haus habe als er selbst: den Buckingham Palace.

Einen Teil der Villa bewohnt Trump mit seiner Frau Melania selbst, der Rest steht den Club-Mitgliedern zur Verfügung. Sie können dort unter vergoldeten Decken ausgiebig lunchen oder am Strand ausspannen.

Aufnahmegebühr 100.000 Dollar

Seit der Club unlängst ins Gerede kam, weil Trump dort vor allem ausländische Billiglöhner beschäftigen soll, ging der Milliardär in die Offensive und verkündete, Mar-a-Lago stehe grundsätzlich jedermann offen. Das mag wohl stimmen, es gibt allerdings eine kleine Einschränkung: Die Aufnahmegebühr beträgt 100.000 Dollar, der jährliche Clubbeitrag liegt bei 14.000 Dollar.

Trumps Protz-Sucht spielt in politischen Debatten selten eine Rolle. Als Widersacher Marco Rubio unlängst beklagte, Trump sei gar nicht so erfolgreich, schließlich habe er viele Millionen Dollar geerbt, konterte Trump auf die übliche Art: Er nannte Rubio einen Lügner.

Den Wählern scheint es bislang ohnehin gleich zu sein. Die Trump-Anhänger in der weißen Mittel- und Arbeiterklasse lieben ihren Donald so, wie er ist. Und dazu gehört für sie auch, dass er immer wieder den neureichen Prahlhans gibt. Sie sehen seinen Reichtum als Beleg für seine vermeintliche Unabhängigkeit von Lobbyisteninteressen. Weil Trump selbst Geld hat, ist er unbestechlich, lautet ein gängiges Urteil.

Für Trump ist die Rechnung dagegen noch viel einfacher. Mit ein paar Millionen Dollar Einsatz von seinem Privatkonto kann er in diesem Wahlkampf nur gewinnen. Entweder wird er Präsident, dann ist er der mächstigste Mann der Welt.

Oder er verliert - und seine Kandidatur war für ihn und sein Unternehmen die günstigste Dauerwerbesendung der Werbegeschichte.

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insgesamt 84 Beiträge
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1. Was ist
zynik 10.03.2016
...nur in einer Welt in der Identität und Anerkennung über Blingbling und Nullen auf dem Kontoauszug definiert werden, können Typen wie Trump nach oben gespült werden. Inhalte sind keine vorhanden und offensichtlich auch nicht mehr notwendig. So ähnlich muss es im späten Rom ausgesehen haben.
2. Die politisch hochintelligenten
hevopi 10.03.2016
Amerikaner fördern ihr "eigenes Ich", denn wer möchte nicht so reich und egoistisch sein, wie Herr Trump. Sozialpolitik erledigt sich dann von selbst, die einen schuften bis zum Umfallen und die anderen protzen bis zum Umfallen, tolle Aussichten.
3. Das ist Demokratie
nopower 10.03.2016
die ich hier in Deutschland vermisse, das Volk hat das sagen, wenn sich die Bürger für D.Trump entscheiden dann ist das hinzunehmen, die Macht geht immer noch vom Volke aus, und das wird auch Sonntag so sein.
4. Reicher Protzerbe mit verbaler Tröte
jakam 10.03.2016
Mit den 200Mio von Daddy war es ja auch nicht sonderlich schwer, einen fetten Start hinzulegen. Traurig genug, dass es Millionen Amerikaner gibt, die auf Protzer und Prahler abfahren - und im selben Atemzug von genau diesen Superreichen ausgebeutet werden, die sie eben noch bejubelt haben. Sehr viel dämlicher kann man kaum sein, da scheint das geistige Level etwa so niedrig angesiedelt zu sein wie bei unseren AfD oder NPD Wählern - mehr als ein paar kreischende Parolen brauchen auch diese Leute ja nicht. Die Preisfrage ist natürlich, was man gegen einen solchen Dummfug tun kann - die Antwort so simpel wie ergreifend: Leider fast Nichts, denn Menschen, die reflektieren, beschäftigen sich ja bereits mit den Themen und werden - sofern die Kapazitäten vorhanden sind - solche Luftpumpen und Blockflöten niemals wählen. Das Traurig ist dennoch, dass selbst intelligenten Menschen echte Alternativen fehlen und die paar, die es gibt, haben keine Chance gegen die geballte Power von Großkapital und Industrie. Wer sich für das Wohl der Menschen interessiert und engagiert hat leider auf Grund der Millionen von Deppen, die sich durch diese Polemiktröten einfangen lassen, keine Chance. Aleae jactae sunt et beati pauperes spiritu.
5.
heinrich.ma 10.03.2016
Ich verstehe die ganze Aufregung wegen dieses Typen nicht, der wird doch sowieso nicht Präsident. Bis auf die Schar weißer Männer, die sich auf dem absteigenden Ast wähnt und die Hardcore-Kubaner wählt den doch eh keiner. Seine Nominierung wäre daher das Beste, was den Demokraten passieren könnte.
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Hauptstadt: Washington, D.C.

Staats- und Regierungschef: Barack Obama

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