"Macht es wie Pershing" Empörung über Trump-Tweet zu Barcelona

US-Präsident Donald Trump hat mit zwei Tweets auf den Terroranschlag von Barcelona reagiert. Im ersten sprach er den Bewohnern Mut zu, der zweite löste in US-Medien Empörung aus.

Donald Trump
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Nach dem Anschlag von Barcelona hat US-Präsident Donald Trump nahegelegt, für den Kampf gegen Terrorismus die Methoden von General John Pershing (1860-1948) zu studieren.

Der - nie bewiesenen - Legende nach ließ Pershing auf den Philippinen 50 muslimische Gefangene mit Projektilen exekutieren, die er zuvor in Schweineblut hatte tauchen lassen. Mit dem Blut der für gläubige Muslime unreinen Tiere sei ihnen der Weg ins Paradies versperrt gewesen. Trump schrieb nun auf Twitter: "Danach gab es 35 Jahre keinen islamistischen Terror mehr!"

Trump hatte die Legende von Pershing bereits im Wahlkampf 2016 mit großer Begeisterung zitiert, als er nach Siegen in den ersten Bundesstaaten im Aufwind war. Laut Historikern gibt es nicht den geringsten Anlass, die Geschichte um Pershing für wahr zu halten.

Im Video: Trumps umstrittener Tweet

In zahlreichen Reaktionen auf Trumps Tweet hieß es in US-Medien: Während die Welt noch um die Toten trauere, verweise der Präsident der Vereinigten Staaten auf eine Lüge, mit der die Exekution Gefangener glorifiziert werde.

In einem weiteren Tweet schrieb Trump: "Die Vereinigten Staaten verurteilen den Terrorangriff in Barcelona, Spanien, und werden alles tun, was notwendig ist, um zu helfen. Bleibt hart und standhaft".

In einer früheren Version hieß es, Pershing sei im Jahr 1848 gestorben. Tatsächlich starb er 1948.

koe/dpa

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