TV-Debatte der US-Republikaner Parteirivalen sind sich einig - in ihren Attacken auf Trump

Donald Trump hat bei den jüngsten Vorwahlen abgeräumt - umso heftiger greifen seine Konkurrenten ihn nun an. In der ersten TV-Debatte nach dem Super Tuesday ging es teils sogar unter die Gürtellinie.

Republikaner Rubio, Trump, Cruz, Kasich
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Republikaner Rubio, Trump, Cruz, Kasich


Die republikanischen Präsidentschaftsbewerber haben sich in Detroit zu ihrer elften TV-Debatte getroffen. Und müsste es ein Motto für die Veranstaltung geben, dann lautete es wohl: Alle gegen Donald Trump.

Der populistische Milliardär hatte beim Super Tuesday in sieben Bundesstaaten gewonnen, auch in vielen Umfragen für die nächsten Wahlen liegt er vorn. Sollte er am 15. März die großen Staaten Florida und Ohio gewinnen, wäre seine Kandidatur schwerlich zu verhindern. Umso heftiger fallen nun die Attacken seiner Parteirivalen aus.

Marco Rubio, Senator aus Florida, wollte auf der TV-Bühne von Trump wissen, warum er Geschäfte in China und Mexiko mache, anstatt die damit verbundenen Arbeitsplätze nach Amerika zu holen. Trump betont in seinen Reden häufig, wie viele Jobs er im Vergleich zu seinen Rivalen schon geschaffen hat. "Der kleine Typ hat schon so oft über mich gelogen", entgegnete Trump. Und ergänzte, er habe bereits damit begonnen, einen Teil der Geschäfte in die USA zu verlegen.

Der anschließende Wortwechsel ("Don't worry about it, little Marco" - "Well, let's hear it, big Donald") war noch vergleichsweise gesittet. Denn die Rede kam tatsächlich auch auf die Größe von Donald Trumps Händen - stellvertretend für seine Männlichkeit.

Rubio hatte im vergangenen Monat angedeutet, Trump habe "kleine Hände". Trump sagte nun: "Schaut euch diese Hände an", und hob sie demonstrativ in die Höhe und die TV-Kameras. Über Mutmaßungen, andere seiner Körperteile seien klein, sagte er: "Ich garantiere euch, da gibt es kein Problem."

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Trump als Clinton-Unterstützer

Neben Trump und Rubio diskutierten auf der Bühne auch John Kasich und Ted Cruz. Der Senator aus Texas sagte, Trump sei als Herausforderer von Demokratin Hillary Clinton ungeeignet, da er sie in der Vergangenheit finanziell unterstützt habe. "Das war fürs Geschäft", erwiderte Trump. "Lass dir das gesagt sein, Ted, die letzte Person, der sich Hillary Clinton stellen will, ist Donald Trump."

Die Debatte wurde vom Sender Fox News ausgetragen. Eine der Moderatorinnen war Megyn Kelly, mit der Trump in der Vergangenheit bereits mehrfach aneinandergeraten war. Sie stellte ihm unter anderem Fragen zu seinen häufig wechselnden Ansichten, beispielsweise bezogen auf syrische Flüchtlinge oder Visa-Beschränkungen für gut ausgebildete Ausländer.

Trump wiederholte während der Debatte, dass die USA Waterboarding "und schlimmere Verhörmethoden" anwenden sollten. Sollte er Präsident sein, würden sich ihm Militär und Geheimdienstmitarbeiter nicht widersetzen. "Wenn ich sage, macht das - dann machen die das."

Dann doch noch ein Signal der Einigkeit

Trumps Äußerungen - und die Angriffe seiner Konkurrenten - waren wenig überraschend. Womit allerdings kaum jemand gerechnet hatte: Am Ende des TV-Duells versprachen alle Bewerber, am Ende der Vorwahlen jeden Präsidentschaftskandidaten der Partei zu unterstützen - also auch für den Fall, dass es Trump sein sollte.

Nur wenige Stunden vor Beginn der Debatte hatte sich einer der bekanntesten Republikaner mit extrem deutlichen Worten gegen eine Nominierung Trumps ausgesprochen: Der frühere Präsidentschaftskandidat Mitt Romney nannte ihn in einer Rede an der Universität von Utah einen "Aufschneider und Betrüger, der die amerikanische Öffentlichkeit zum Narren hält". Die Reaktion Trumps ließ nicht lange auf sich warten (mehr zum Zoff der beiden lesen Sie hier).

Video von Romney über Trump: "Er ist ein Aufschneider und Betrüger"

Ergebnisse der US-Vorwahlen

aar/AP

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