Medienberichte Jackson gibt auch als Trumps Leibarzt auf

Der Fall Ronny Jackson ist in Washington zum Politikum geworden: Gerade erst scheiterte seine Nominierung als Veteranenminister. Nun berichten US-Medien, er sei auch nicht mehr Leibarzt des Präsidenten.

Trump und Jackson (Januar 2018)
AFP

Trump und Jackson (Januar 2018)


Donald Trumps bisheriger Leibarzt Ronny Jackson wird Berichten zufolge nach seiner gescheiterten Nominierung als Veteranenminister nicht mehr für die medizinische Betreuung des US-Präsidenten verantwortlich sein. Der Navy-Admiral und Mediziner hatte als Arzt unter George W. Bush, Barack Obama und Donald Trump gedient. Trump hatte ihn für ein Ministeramt nominiert.

Im Zuge dieser Nominierung waren schwere Vorwürfe gegen Jackson aufgekommen: Er soll Mitarbeiter schlecht behandelt und leichtfertig Medikamente verteilt haben. Ein Senatsausschuss geht außerdem den Vorwürfen nach, Jackson sei einmal bei einer Dienstreise so betrunken gewesen, dass er seinen Pflichten nicht nachkommen konnte. Der Irakveteran hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

"Politico" und "Washington Post" berichten nun unter Berufung auf Quellen im Weißen Haus, Jackson werde nicht auf seinen alten Posten zurückkehren, den inzwischen Sean Conley innehat. Jackson werde künftig zwar weiter der medizinischen Abteilung des Weißen Hauses angehören, aber nicht mehr der Leibarzt des Präsidenten sein, heißt es in den Berichten.

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Der Fall Jackson ist in Washington zum Politikum geworden. Trump bezichtigt die oppositionellen Demokraten, falsche Vorwürfe gegen den Arzt erhoben zu haben. Es handle sich um den Versuch, Jackson zu "zerstören", sagte er dem Fernsehsender Fox News. Trump will nun gegen diejenigen Demokraten einen harten Wahlkampf führen, die die Vorwürfe aufgebracht haben.

Trump hatte vor einem Monat überraschend bekannt gegeben, dass Jackson das Veteranenministerium übernehmen solle. Am vergangenen Dienstag verteidigte er Jackson angesichts der zunehmenden Vorwürfe als "wunderbaren Mann". Sein Kandidat werde "von einem Haufen Politiker angepöbelt, die nicht nett über unser Land denken", sagte Trump. Am Wochenende veröffentlichte er dann bei Twitter mehrere Nachrichten zu Jackson. Der Tenor: Die Vorwürfe der Demokraten seien unhaltbar und erfunden, Jackson sei ein "großartiger Mensch".

aar/dpa

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