Veteranenministerium Trumps Leibarzt zieht Bewerbung zurück

Es sind schwere Vorwürfe: Ronny Jackson, Leibarzt von Donald Trump, soll im Dienst getrunken haben. Nun verzichtet er auf den Posten an der Spitze des Veteranenministeriums.

Ronny Jackson
AFP

Ronny Jackson


Erst eine überraschende Nominierung, dann schwere Vorwürfe und nun schließlich der Verzicht auf ein Ministeramt: All das hat Ronny Jackson innerhalb eines knappen Monats durchlebt. Denn der persönliche Leibarzt von US-Präsident Donald Trump wird nun doch nicht Minister für Kriegsveteranen.

Er verzichtet auf seine Kandidatur, teilte Jackson mit. Der Arzt war in den vergangenen Tagen massiv unter Druck geraten. Jackson wird vorgeworfen, Mitarbeiter schlecht behandelt und leichtfertig Medikamente verteilt zu haben. Ein Senatsausschuss geht außerdem den Vorwürfen nach, Jackson sei einmal bei einer Dienstreise so betrunken gewesen, dass er seinen Pflichten nicht nachkommen konnte. Der Irakveteran hat alle Vorwürfe zurückgewiesen.

Auch Trump nahm Jackson in Schutz. Die Vorwürfe seien falsch. Es handle sich um den Versuch, Jackson zu "zerstören", sagte er dem Fernsehsender Fox News. Der Präsident hatte vor einem Monat überraschend bekannt gegeben, dass Jackson das Veteranenministerium übernehmen solle. Noch am Dienstag verteidigte er Jackson angesichts der zunehmenden Vorwürfe als "wunderbaren Mann". Sein Kandidat werde "von einem Haufen Politiker angepöbelt, die nicht nett über unser Land denken", sagte Trump.

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Jackson erklärte, er werde dem Präsidenten immer für dessen Vertrauen dankbar sein. Der Konteradmiral der Marine war im Jahr 2013 unter Trumps Vorgänger Barack Obama Leibarzt des Präsidenten geworden. In den Fokus der Öffentlichkeit war Jackson geraten, als er Trump im Januar dieses Jahres eine gute gesundheitliche und geistige Verfassung bescheinigte.

Das Veteranenministerium ist das zweitgrößte der US-Bundesregierung mit rund 350.000 Mitarbeitern und 1700 Einrichtungen, die jährlich mehr als neun Millionen Veteranen versorgen. Seit Längerem wird die Qualität der Pflege kritisiert. Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, die Missstände zu beseitigen. Er entließ im März den bisherigen Minister David Shulkin nach einer Kontroverse über dessen Reisespesen. Seit Trumps Amtsantritt haben viele hochrangige Mitglieder seiner Regierung ihren Posten aufgegeben.

aev/Reuters

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