Bericht der "New York Times" Russen sollen Einflussnahme auf Trump-Berater diskutiert haben

Die Informationen sollen von US-Spionen stammen: Laut "New York Times" haben russische Politiker und Geheimdienstler im vergangenen Sommer diskutiert, wie Moskau Einfluss auf Donald Trump ausüben könne.

Donald Trump mit Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn (r.), Archivbild vom Januar 2017
REUTERS

Donald Trump mit Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn (r.), Archivbild vom Januar 2017


Hochrangige russische Geheimdienstvertreter und Politiker sollen in der Vergangenheit darüber gesprochen haben, wie sich der heutige US-Präsident Donald Trump über seine Berater beeinflussen lasse. Das berichtet die "New York Times".

Die Diskussionen hätten sich auf Trumps früheren Wahlkampfmanager Paul Manafort und Ex-General Michael Flynn konzentriert, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf aktuelle und frühere US-Regierungsvertreter. Die Informationen hätten amerikanische Spione im Sommer vergangenen Jahres zusammengetragen.

Trump machte Flynn nach seinem Amtsantritt im Januar zum Nationalen Sicherheitsberater, entließ ihn aber bereits im Februar. Grund waren falsche Angaben Flynns zu seinen Gesprächen mit dem russischen Botschafter in Washington, Sergej Kisljak. Manafort war schon im August als Trumps Wahlkampfmanager zurückgetreten. Er war im Zusammenhang mit seiner früheren Arbeit für die prorussische Partei des ehemaligen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowytsch in die Kritik geraten.

Trump steht seit Monaten wegen angeblicher Kontakte seines Teams zur russischen Regierung unter Druck. Ein Sonderermittler soll den Vorwurf geheimer Absprachen mit der Regierung in Moskau untersuchen. Im Kongress befassen sich insgesamt fünf Ausschüsse mit der Affäre. Trump und seine Berater haben die Vorwürfe wiederholt dementiert, ebenso die russische Regierung.

Demokraten machen Druck auf Trump

Die Demokraten im US-Kongress erhöhen in der Affäre nun den Druck. Der ranghöchste Demokrat im Geheimdienstausschuss des Repräsentantenhauses, Adam Schiff, kündigte an, den ehemaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn offiziell vorzuladen. Flynn soll Auskunft über die mutmaßliche Einmischung Russlands in den Präsidentschaftswahlkampf geben.

Flynn lehnt es bislang ab, vor dem Geheimdienstausschuss zu erscheinen. Auch der Senat hatte versucht, Flynn per Vorladung herbeizuzitieren. Der pensionierte General berief sich jedoch auf das von der Verfassung garantierte Recht, sich nicht selbst belasten zu müssen.

Die beiden Ausschüsse verlangen von ihm Informationen darüber, ob Russland im Wahlkampf 2016 zugunsten des späteren Wahlsiegers Trump mitgemischt hat und ob es Absprachen zwischen Trumps Wahlkampfteam und Russland gab.

cte/Reuters

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insgesamt 47 Beiträge
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Seite 1
vipclip 25.05.2017
1. tja alle habens gewußt
da helfen auch keine alternative Fakten
spmc-12355639674612 25.05.2017
2. Solche Strategierunden
gehören bei vielen Staatschefs rund um den Globus wahrscheinlich zum Alltag. Auch die US-Regierung dürfte über jeden hochrangigen Mitarbeiter jeder ausländischen Regierung ein Dossier im Schrank stehen haben. Die Flynns, sich selbst durch eine Aussage zu belasten, könnte natürlich so interpretiert werden, dass da etwas Belastendes zu erwarten wäre.
frank2013 25.05.2017
3. Das musste schon die DDR mit Guillaume merken....
dass die direkte Einflussnahme an der Spitze nach hinten losgehen kann und übers Ziel schießt. Das kann sich letztlich keine Nation gefallen lassen.
j.cotton 25.05.2017
4. Äh
Werden solche Diskussionen nicht von jeder Regierung jeden Landes geführt? Die besten Möglichkeiten um Einfluss auf andere Regierungen nehmen zu können?
Die Happy, 25.05.2017
5. Seit gestern kann keiner mehr behaupten, er hätte von nichts gewusst
Oder genauer, an den Vorwürfen gegen DJT sei nichts dran. Trumps krumme Geschäfte mit der OK: https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-gefaehrliche-verbindungen-100.html Das Bild wird rund. So viele Zufälle gibt es einfach nicht.
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