Mutmaßlicher Aufklärungsflug Russische Tupolew überfliegt Trumps Golfklub

Donald Trump wird das Thema Russland auch im Urlaub nicht los. Ein Flugzeug der russischen Luftwaffe kreiste über mehreren Machtzentren in Washington - und flog dann weiter zu einem Golfklub des US-Präsidenten.

Tupolew 154 (Archivbild)
picture alliance / Russian Look

Tupolew 154 (Archivbild)


Es klingt nach einer Szene aus einem Spionagefilm: Ein Flugzeug der russischen Luftwaffe hat verschiedene Machtzentren im Großraum Washington überflogen. Darunter: das Kapitol, das Pentagon und die CIA-Zentrale. Den Großteil der Strecke legte der Flieger des Typs Tupolew TU-154 in weniger als 1200 Meter Höhe zurück.

Die Tupolew war unbewaffnet, ihr Flug vollkommen legal. Er erfolgte nach Berichten von US-Medien im Rahmen des Open-Skies-Abkommens, das die Nato 1992 mit ehemaligen Mitgliedstaaten des Warschauer Pakts schloss.

Der Vertrag erlaubt den Nationen, die ihn unterzeichnet haben, gegenseitig auf festgelegten Routen ihre Territorien zu überfliegen. Dabei dürfen auch Foto-, Radar- und Infrarotaufnahmen gemacht werden. Diese vertrauensbildende Maßnahme soll den Frieden zwischen den ehemaligen Gegnern sichern. Seit dem Inkrafttreten des Abkommens im Jahr 2002 gab es laut dem US-Sender CNN mehr als 1200 solcher Flüge.

Nachdem die Tupolew ihre Runden über dem Großraum Washington gedreht hatte, flog sie weiter nach New Jersey - wo Präsident Donald Trump in einem seiner Golfklubs seinen Urlaub verbringt. Laut dem US-Portal "Politico" überflog das Flugzeug den Trump National Golf Club im Ort Bedminster.

Trump hatte zuletzt ein Sanktionspaket gegen Russland unterzeichnet. Nach seiner Amtsübernahme im Januar hatte der Präsident sich zunächst für eine Aufhebung oder Lockerung der US-Sanktionen gegen Russland ausgesprochen und wütend auf den Vorstoß des Kongresses reagiert. Auch nach der Unterzeichnung kritisierte Trump nun das Gesetz. Er akzeptierte die Sanktionen nach eigenen Worten nur widerwillig.

asa



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