Wahlwerbespot Russland sieht sich von Trump dämonisiert

Eine bellende Hillary Clinton, ein gackernder Wladimir Putin: Mit diesen Bildern wirbt Donald Trump im Wahlkampf um Stimmen. Russlands Regierung findet das gar nicht witzig.

Donald Trump
AFP

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Sein neuester Wahlwerbespot ist so simpel wie alle Botschaften von Donald Trump: Wladimir Putin wirft beim Judo einen Gegner auf die Matte. Schnitt. Ein vermummter IS-Terrorist richtet seine Waffe auf die Kamera. Schnitt. Dazwischen erscheint der Text: "Wenn es darum geht, unseren härtesten Widersachen entgegenzutreten, haben die Demokraten die perfekte Antwort." Es folgt eine Videosequenz, in der Hillary Clinton bellt wie ein Hund. Schnitt. Dann zeigt der Clip einen kichernden Putin. Schließlich der Satz: "Wir müssen uns nicht zum Gespött machen."

Is this what we want for a President?

Ein von Donald J. Trump (@realdonaldtrump) gepostetes Video am

Dieses Video hat der Favorit auf die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner am Mittwoch auf seinem Instagram-Account veröffentlicht. Trump will damit seine mögliche Gegnerin bei der Präsidentschaftswahl im November als zu lasch gegenüber Amerikas Rivalen darstellen.

Russlands Regierung ist davon gar nicht begeistert. "Ich weiß nicht, ob Wladimir Putin den Clip gesehen hat, aber ich habe ihn gesehen. Und unser Eindruck ist negativ", sagte Kreml-Sprecher Dmitrij Peskow in Moskau.

"Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Verteufelung Russlands zu den Pflichtaufgaben im amerikanischen Wahlkampf gehört", sagte Putins Sprecher weiter. "Wir bedauern das stets und wir wünschten uns, dass der US-Wahlkampf ohne diese Verweise auf unser Land stattfinden würde."

Trumps Spot überrascht auch deshalb, weil dieser stets betont hat, er bewundere Putin und strebe ein gutes Verhältnis zum russischen Präsidenten an. Das russische Staatsfernsehen hatte erst vor wenigen Tagen Trump als "Anti-Establishment-Kandidaten" gepriesen, der gut mit Moskau zusammenarbeiten wolle.

Die Passage mit der bellenden Clinton ist übrigens völlig aus dem Zusammenhang gerissen worden. Der Spot zeigt einen Ausschnitt aus einem Wahlkampfauftritt der Ex-Außenministerin vom Februar. Damals erzählte sie die Geschichte von einem Radiosender aus Arkansas, der früher immer einen bellenden Hund eingespielt habe, wenn Politiker der Lüge überführt würden. "Der Hund bellte im Radio und in den Tagen danach bellten sich dann immer alle Leute gegenseitig an", erzählte Clinton. "Ich frage mich, wie das bei den Republikanern laufen würde."

Video: So spricht Trump über Frauen

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syd/Reuters

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