Russland zu Trumps Krim-Forderung "Wir geben nicht unser eigenes Territorium zurück"

Der Ton zwischen Washington und Moskau verschärft sich: Russland hat die US-Forderung nach einem Rückzug von der Halbinsel Krim verurteilt - als einen "Angriff auf unsere territoriale Integrität".

Russisches Kriegsschiff im Hafen der Krim-Stadt Sewastopol
DPA

Russisches Kriegsschiff im Hafen der Krim-Stadt Sewastopol


Mit Donald Trump als US-Präsident, das hatten sich viele in Moskau erhofft, könnte sich das Verhältnis beider Länder deutlich entspannen. Seit Monaten kursieren Berichte über mutmaßliche Einmischungen aus Russland in den amerikanischen Wahlkampf - zugunsten des Republikaners. Zuletzt hieß es, Trumps Kampagnenteam habe Kontakt zu russischen Geheimdienstlern gehabt.

Mit seinen überraschend deutlichen Worten zur Krim hat der US-Präsident die Hoffnungen des Kremls nun allerdings zunichte gemacht. Trump hatte seinen Sprecher Sean Spicer am Dienstag mitteilen lassen, Russland müsse die 2014 annektierte Schwarzmeer-Halbinsel der Ukraine zurückgeben. Erst dann könne man über die von Russland gewünschte Aufhebung von Sanktionen reden.

In Moskau sorgt Trumps Forderung für Empörung. "Die Krim ist ein Teil Russlands. Alle Aussagen über eine Abtrennung der Krim von Russland sind ein Angriff auf unsere territoriale Integrität", sagte Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin. Außenamtssprecherin Maria Sacharowa bekräftigte: "Wir geben nicht unser eigenes Territorium zurück."

Wolodin kritisierte, Trumps Äußerungen stünden im Widerspruch zu Trumps Wahlversprechen, das Verhältnis zu Russland zu verbessern. "Die Krim ist nicht verhandelbar", betonte auch Senator Viktor Oserow.

Russlands Führung hat mehrfach betont, dass sie mit Trump auf eine Verbesserung der zerrütteten Beziehungen zu den USA hofft. Spicers Äußerungen dämpfen jetzt die russischen Erwartungen an Trumps Team. "Wir haben - bei aller Sympathie für Trumps konstruktive Rhetorik - zu früh entschieden, dass er prorussisch ist. Er ist proamerikanisch", sagte der Außenpolitiker Leonid Sluzki.

kev/AFP/dpa

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