Kaum Fortschritt bei Atom-Abrüstung Trump sagt Nordkorea-Reise von Außenminister Pompeo ab

Donald Trump hat seinen Außenminister Mike Pompeo angewiesen, vorerst nicht nach Nordkorea zu fliegen. Auch China nimmt der US-Präsident ins Visier.

Mike Pompeo und Donald Trump
Oliver Contreras/POOL/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Mike Pompeo und Donald Trump


US-Präsident Donald Trump hat Außenminister Mike Pompeo angewiesen, seinen für nächste Woche geplanten Besuch in Nordkorea abzusagen. "Ich habe das Gefühl, wir machen nicht ausreichend Fortschritte in Bezug auf die atomare Abrüstung", schrieb Trump am Freitag auf Twitter.

Pompeo hatte am Vortag erklärt, er werde gemeinsam mit dem neu ernannten Sondergesandten für Nordkorea, Stephen Biegun, nach Nordkorea reisen und dort Gespräche führen, um Trumps Zielsetzung voranzutreiben. Als einen Grund für die mangelnden Fortschritte nannte Trump die zögerliche Hilfe aus China.

Wegen des Handelsstreits mit den USA sei die Bereitschaft Chinas, Druck auf Pjöngjang auszuüben, gesunken. Pompeo werde in näherer Zukunft nach Nordkorea reisen, höchstwahrscheinlich sobald der Handelsstreit mit China gelöst sei, schrieb der US-Präsident.

Trump sandte gleichzeitig seine "wärmsten Grüße" an Machthaber Kim Jong Un, mit dem er am 12. Juni zu einem historischen Gipfeltreffen in Singapur zusammengekommen war. Er freue sich darauf, diesen bald wieder zu treffen.

Beim viel beachteten Gipfeltreffen von Trump und Kim Jong Un Mitte Juni in Singapur hatte der nordkoreanische Machthaber zwar einer "Denuklearisierung" seines Landes zugestimmt. Genauere Definitionen, ein Zeitplan oder Kontrollmaßnahmen wurden jedoch nicht genannt, weshalb die Vereinbarung vielfach als zu vage kritisiert wird.

Der Streit über das nordkoreanische Atomwaffen- und Raketenarsenal gilt als einer der gefährlichsten Konflikte der Welt. Seit Jahren versucht die internationale Gemeinschaft, die Führung in Pjöngjang zum Verzicht auf die atomare Aufrüstung zu bewegen.

dop/AFP/dpa



insgesamt 8 Beiträge
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tucson58 25.08.2018
1. Interessant
Somit zeigt sich das dieses Gipfeltreffen unter dem >Strich nicht viel gebracht hat ! Aber Hauptsache Trump hatte seinen Hollywood ähnlichen Auftritt ! Die zeit wird kommen an dem auch die Wähler in den USA erkennen werden, was sie für einen narzistischen Schaumschläger sie gewählt haben
gertner27 25.08.2018
2.
Offenbar setzt China wegen des Handelsstreits Nordkorea unter druck, keine Fotschritte bei den Friedensverhandlungen mit den USA zu machen. Schlechte Beziehungen gegenüber China kann sich Nordkorea nicht leisten. Deshalb geht Trump auch klugerweise davon aus, das echte Fortschritte erst nach dem Ende des handelskonflikts mit China erreicht werden können. also abwarten. Ein Jahr vielleicht.
dunnhaupt 25.08.2018
3. Das war voruszusehen
Schon vor Jahren versuchte die damalige US-Außenministerin Mme. Albrecht ein ähnliches Arrangement mit Kims Vater -- auch sie wurde bitter enttäuscht.
gertner27 25.08.2018
4.
Zitat von dunnhauptSchon vor Jahren versuchte die damalige US-Außenministerin Mme. Albrecht ein ähnliches Arrangement mit Kims Vater -- auch sie wurde bitter enttäuscht.
Das wird schon noch. Donald Trump wird den großartigsten Deal aller Zeiten hinkriegen. Endgültiger Frieden in Korea und völlig zurecht Friedens-Nobelpreis in spätestens zwei Jahren. Nicht so wie Obama, Friedens-Nobelpreis für nichts.
Streifenzottel 25.08.2018
5. Die Begründung ist ...
... seltsam. "I have asked Secretary of State Mike Pompeo not to go to North Korea, at this time, because I feel we are not making sufficient progress with respect to the denuclearization of the Korean Peninsula..." Als Vergleich fällt mir dazu nur ein: "Der Truthahn ist jetzt seit drei Stunden im Ofen. Das dauert mir zu lange. Werft ihn weg - wir essen lieber Würstchen." Oder auch: "Nobody knew health care could be so complicated" Yep. Geht zu langsam. Lassen wir's.
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