G20 in Argentinien Trump sagt Treffen mit Putin ab

Die Krise zwischen Russland und der Ukraine überschattet die Politik am Rande des G20-Gipfels in Argentinien: US-Präsident Trump will seinen russischen Amtskollegen Putin dort doch nicht allein sprechen.

Donald Trump
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Donald Trump


Die von Russland festgenommenen ukrainischen Seeleute sind bisher nicht freigelassen worden - deshalb hat US-Präsident Donald Trump nun ein geplantes Treffen mit Wladimir Putin abgesagt. Eigentlich hatten die beiden vereinbart, am Rande des anstehenden G20-Gipfels in Argentinien miteinander zu sprechen. Trump hatte allerdings schon zuvor angedroht, die Gespräche platzen zu lassen.

Das tat er nun mit zwei Tweets. Da Russland die ukrainischen Marinesoldaten und Schiffe noch nicht an Kiew zurückgegeben habe, halte er es für besser "für alle Seiten", das Treffen nicht abzuhalten, schrieb Trump. Er äußerte die Hoffnung, dass die Situation bald "gelöst" sei, dann werde er sich wieder mit Putin treffen.

Der Kreml teilte mit, er sei bislang noch nicht offiziell über die Absage des Treffens informiert worden. Falls die Absage stimme, habe der russische Präsident "ein paar zusätzliche Stunden für nützliche Treffen" am Rande des Gipfels, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Russland verliere durch eine Absage nichts, sei aber immer zu Dialog bereit.

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko begrüßte die Absage des Treffens. "So handeln große Staatsmänner", schrieb Poroschenko auf Twitter.

Die Krise zwischen Russland und der Ukraine hatte sich am Sonntag mit einer Marine-Konfrontation in der Straße von Kertsch noch einmal verschärft: Die russische Küstenwache hinderte zwei Patrouillenboote und einen Schlepper der ukrainischen Marine mit Gewalt daran, vom Schwarzen Meer in das Asowsche Meer durchzufahren. Die ukrainischen Besatzungen wurden festgenommen, ihnen wird illegaler Grenzübertritt vorgeworfen.

Moskau und Kiew beschuldigen sich gegenseitig, für die Eskalation verantwortlich zu sein. Russland wirft der Ukraine eine Grenzverletzung und "Provokation" vor. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko behauptet, die russische Armee habe die Zahl ihrer Panzer entlang der Grenze zur Ukraine verdreifacht - und warnt vor einem drohenden Krieg.

Laut Trumps Nationalem Sicherheitsberater John Bolton sollte es bei dem Gespräch der beiden Präsidenten unter anderem um Sicherheitsthemen, Waffenkontrolle, die Lage im Nahen Osten und der Ukraine gehen.

Videoanalyse zu Ukraine-Russland-Konflikt: "Beide Seiten profitieren von der Eskalation"

SPIEGEL ONLINE/dpa

In Buenos Aires ist am Samstagabend auch ein Treffen zwischen Trump und Chinas Präsident Xi Jinping geplant - es wäre das erste seit den jüngsten Handelsstreitigkeiten beider Länder.

Nach Angaben des Weißen Hauses stehen für Trump in Buenos Aires insgesamt sieben bilaterale Treffen auf dem Programm, darunter auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem japanischen Premierminister Shinzo Abe sowie dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Trump-Sprecherin Sarah Sanders nannte die Reise zum G20-Gipfel eine Gelegenheit für den Präsidenten, die Beziehungen mit anderen Anführern zu verfestigen.

vks/dpa/AFP

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insgesamt 39 Beiträge
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klaus64 29.11.2018
1. Wie unwichtig !
Ob Trump mit Putin in Argentinien spricht oder nicht ist völlig unwichtig. Da der amerikanische Präsident sowieso nur innenpolitisch agiert und er sich inzwischen so unglaubwürdig wie bisher noch kein Präsident darstellt, wäre so ein Gespräch - siehe das in Helsinki - für Putin nur verschwendete Zeit. Aber der gewiefte Putin hat den Trump die Absage aussprechen lassen - einfach clever.
dirkcoe 29.11.2018
2. Welche Erleichterung
Ist es überhaupt nötig, dass sich jemand allein mit Trump unterhält? - Weil dann ist das Desaster ja vorprogrammiert. Soll Trump doch einfach nur dadurch - von den Themen hat er weder Ahnung, noch kann der intellektuell den Gesprächen folgen. Lässt ihn auf Merkel machen - dümmlich in die Kamara winken und sich toll fühlen. So richtet er den geringsten Schäden an.
In Kognito 29.11.2018
3. Fällt doch "langsam" auf!-Treffen geplant?-Absage wegen....
Hat doch Poroschenko wieder gut hingekriegt. Waren übrigens Kanonenboot seiner Werft (der macht nicht nur Schokolade). Nur so schafft er es, als einziger Oligarch der Ukraine immer reicher zu werden. Nebenbei werden alle Russischsprachigen Provinzen per Kriegsrecht "ruhig" gehalten.
eule_neu 29.11.2018
4. Der Bauchgefühl-Präsident und die Weltpolitik
Ob ein Sack in China vom Dach fällt oder der US-Präsident ein Treffen mit Putin absagt, ist im Grunde gleichgültig. Putin macht Politik zur Vergrößerung seines Reiches und der Westen ist machtlos. Zudem ist es Putin auch egal., ob sich Trump mit ihm treffen will oder nicht. Wenn es brandheiß wird, haben beide ein rotes Telefon. Was will denn Trump mit Putin persönlich besprechen? Kein Politiker, der etwas auf sich hält und zu dem sein Volk steht, nimmt - außer in den USA - noch Trump ernst. Trumps Twitter-Arien in obzöner Art wie auch Putins sprachliches abstoßenden Verhalten gegenüber Poroschenko und dessen Regierung ist außerhalb jedes Verständnisses und nur noch für Trump und Putin mehr als peinlich. Also was soll's ..
Denken2018 29.11.2018
5. Wahrheit statt alternativer Fakten
Das zeigt doch wieder deutlich, was für ein großmäuliger, erbärmlicher Feigling dieser Präsidentendarsteller ist. Gerade dieser Vorfall wäre Grund genug gewesen, das Gespräch mit Putin zu führen. Trump weiß aber genau, dass er keinen Erfolg dabei erzielen kann - und wenn der Potus nicht punkten kann, dann "zieht er lieber den Schwanz ein". Es ist doch klar, dass Putin ihm hier kein Geschenkpaket zu Füssen legt. Und Trump hat keine Druckmittel in der Hand, weil Putin ihn offensichtlich mit den Russlandgeschäften und den Kontakten des Trump-Umfeldes "in der Hand hat". Aber nach den bisherigen Ergebnissen von Sonderermittler Müller ist der Tango Korrupti von DT bald ausgetanzt: https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/usa/id_84862342/donald-trump-gegen-robert-mueller-showdown-im-russland-krimi.html
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