US-Präsident und seine May-Verwechslung "Trump sollte nachdenken, bevor er twittert"

Donald Trump wollte die britische Premierministerin bei Twitter rügen. Weil er den falschen Account erwischte, stand plötzlich Theresa May Scrivener im Rampenlicht, die das nicht lustig findet.

Donald Trump
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Die Nachricht des US-Präsidenten auf Twitter an Theresa May hatte es in sich: "Kümmere dich nicht um mich, sondern um den islamistischen Terror, der in Großbritannien stattfindet. Uns geht es gut!"

Doch Donald Trump machte einen Fehler. Er wollte auf die May reagieren, die ihn zuvor heftig kritisiert hatte, weil er Videos einer britischen Rechtsextremen auf Twitter verbreitet hatte. Für seine Nachricht wählte er aber nicht den Account der britischen Premierministerin aus, sondern den einer Bürgerin aus der kleinen englischen Stadt Bognor.

Sie heißt Theresa Scrivener und twittert unter dem Namen "TheresaMay", weil May ihr zweiter Vorname ist. Mittlerweile bekam die unfreiwillig berühmt gewordene Engländerin zahllose Nachrichten, und sie ärgert sich. "Wenn ich hätte berühmt werden wollen, wäre ich zu X Faktor gegangen", sagte die 41-Jährige der BBC.

Von dem US-Präsidenten forderte sie: "Er sollte nachdenken, bevor er twittert." Ihr Account und der der Premierministerin unterschieden sich hinreichend. Sie habe nur sechs Follower, die "echte" Theresa May 427.000. "Sie regiert das Land, ich bin eine Mutter aus Bognor", so Scrivener. Auch ihr Profilbild sähe der Premierministerin nicht mal ansatzweise ähnlich.

"Ich erwarte jetzt eine Entschuldigung aus dem Weißen Haus", sagt Scrivener. Sie sei nur froh, dass Trump sie nicht kontaktiert habe, um ihr zu sagen, dass er Nordkorea angreifen wolle. Ihren Twitter-Namen wolle sie nicht ändern.

Es ist nicht das erste Mal, dass Trump einen Twitter-Account verwechselt. Im Januar hatte er versehentlich eine Frau aus Großbritannien in einem Post markiert statt seiner Tochter.



insgesamt 5 Beiträge
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neanderspezi 01.12.2017
1. Denken Vögel wenn sie Zwitschern auch nach?
Von einem Präsidenten der USA Nachdenken zu verlangen, ist doch ungeheuerlich, besonders wenn er sich doch ohne Nachdenken mit Volkes Stimme zu dieser Position aufgeschwungen hat. Nachdenklichkeit ist in der Bevölkerung womöglich auch gar nicht so sehr gefragt, es kann nämlich Schnellschüsse behindern und das ist nun wirklich für eine First Nation nicht das Gelbe vom Ei, wie es in den gelben Flusen beim Präsidentenschopf zu erkennen ist. Ein Präsident, der sein Haar so auffällig getrimmt hat, ist eine große Seltenheit. Es gibt allerdings noch einen Regierungschef, der seine Frisur mit schwarzem Haar ebenfalls extrem auffällig trägt, wobei womöglich beide als Narzissten in Originalverpackung daherkommen.
bürger-sinn 01.12.2017
2. 2 Möglichkeiten
1. Entweder, es war wirklich ein Versehen. Dann möchte man sich nicht ausmalen, was ihm bei Wichtigerem alles so passieren kann. oder 2. Er hat den Account der britischen Premierministerin bewusst falsch geschrieben. Damit zeigt er, wie unwichtig alles ist, ausser er selbst. Seine Anhänger stört beides nicht. Seine Gegner fühlen sich bestätigt. Und beide Möglichkeiten machen Angst.
farfromhere 01.12.2017
3. Aus Versehen
....na dann hoffen wir mal, dass er nicht mal versehentlich Länder verwechselt, sollte er mal auf das Knöpfchen drücken....
plattitüde 02.12.2017
4. Ach, na ja …,
der Prozess des (Nach)Denkens liegt bei seinen Wählern nun mal nicht im Trend, die wollen lieber atemlos in Staunen versetzt werden und jubeln im pawlowschen Reflex, wenn IHR Mr President irgendwen auf der Welt brüskiert – ob es einen Sinn ergibt, oder nicht. Insofern unterscheiden sich die Wähler des "bible belt" und Nordkoreas nur durch den Lebensstandard: In Nordkorea applaudieren sie mit zusammengebissenen Zähnen und dem Gewehrlauf im Rücken über die Eskapaden ihrer Führerwitzfigur, in den USA klatschen sie sich aus freien Stücken in die historische Bedeutungslosigkeit. Während sich mit China langsam ein geopolitischer Gigant erhebt.
ei-gude-wie 02.12.2017
5. Er soll lieber twittern statt regieren
Wenn beim Twittern mal was schiefgeht hat es wenigstens einen Unterhaltungswert und nicht so katastrophale Folgen wie beim Regieren. Aber was soll schon schiefgehen beim großartigsten Präsidenten aller Zeiten?
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