Umstrittene Kontakte mit Moskau Trumps Sicherheitsberater Flynn tritt zurück

Donald Trump verliert das erste wichtige Mitglied seiner Regierung: Der Nationale Sicherheitsberater Michael Flynn tritt zurück. Er war wegen umstrittener Kontakte mit Moskau heftig in die Kritik geraten.

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Der Nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, Ex-General Michael Flynn, ist zurückgetreten. Das bestätigte das Weiße Haus. Flynn stolperte über ein Gespräch, das er mit einem Vertreter Russlands vor Antritt der neuen US-Regierung über das Thema Sanktionen geführt hatte. Darüber hatte er später falsche Angaben gemacht. Damit verliert Trump seinen ersten wichtigen Mitarbeiter - dabei ist er noch keine vier Wochen im Amt.

In seinem Rücktrittsgesuch schrieb Flynn, dass er nach Trumps Wahlsieg mehrere Telefongespräche mit dem russischen Botschafter in den USA geführt hatte. Darüber habe er Vizepräsident Mike Pence unabsichtlich unvollständig informiert. Er habe seine gesamte Karriere aufs Äußerste auf Ehrenhaftigkeit und Aufrichtigkeit Wert gelegt, so der 58-Jährige.

Nachfolger und amtierender Nationaler Sicherheitsberater wird nach Angaben des Weißen Hauses nun zunächst der ehemalige General Keith Kellogg, 72, ein hochdekorierter Veteran des Vietnamkriegs. Kellogg war bereits Mitglied von Trumps Übergangsteam.

Zuvor hatte die "Washington Post" berichtet, dass das Justizministerium das Weiße Haus Ende Januar gewarnt haben soll, dass Flynn möglicherweise gefährdet für Erpressung aus Russland gewesen sei, weil er Pence nicht die Wahrheit gesagt habe. Demnach hätte die damalige kommissarische Justizministerin Sally Yates die Nachricht persönlich überbracht.

Trump hatte sich zuletzt auffällig still zu Flynn verhalten und ihn nicht öffentlich verteidigt. Als Stephen Miller, ein Berater von Donald Trump, am Sonntag gefragt wurde, ob Flynn noch das Vertrauen des Präsidenten genieße, wollte auch er keine Antwort geben.

Flynn war von Beginn an umstritten

Flynn hatte Ende Dezember mit dem russischen Botschafter Sergei Iwanowitsch Kisljak telefoniert, etwa zur gleichen Zeit, als der scheidende Präsident Barack Obama neue Sanktionen gegen Russland verhängte. Das Weiße Haus bestätigte die Kontakte. Trumps Sprecher Sean Spicer sagte jedoch, dabei sei es nicht um die Sanktionen gegangen. Diese Aussage wurde später auch von Vizepräsident Mike Pence wiederholt. Später stellte sich unter Berufung auf ehemalige und aktuelle Regierungsvertreter heraus, dass es in dem Gespräch sehr wohl um die Sanktionen gegangen sei.

Flynn trat wiederholt dafür ein, die Beziehungen mit Russland zu verbessern und gemeinsam die Terrormiliz "Islamischer Staat" zu bekämpfen. Trump hatte ihn im Februar 2016 zu seinem Berater für Sicherheitsfragen gemacht. Er entwickelte sich zu einem der loyalsten Köpfe.

Schon während des Wahlkampfes sorgten seine Verbindungen nach Russland für Irritationen. Ende 2015 hatte er an einem Jubiläum des staatlichen Senders RT (Russia Today) teilgenommen und saß dort neben Kreml-Chef Wladimir Putin. An der Person Flynns entzündete sich von Beginn an Kritik. Grund waren seine politisch oft extremen Positionen, auch und vor allem gegenüber dem Islam.

Sein Sohn, Michael G. Flynn, war Anfang Dezember aus Trumps Übergangsteam geflogen. Er hatte mehrfach zu "Pizzagate" getwittert, einer Verschwörungstheorie. Bis dahin hatte Flynn Jr. seinem Vater bei der Arbeit in dem sogenannten Transition Team geholfen.

max/Reuters/dpa

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Chris11 14.02.2017
1. Nixon reloaded
Die Vorgaenge rund um die Trump Administration erinneren mich sehr an die Zeit, als die Machenschaften von Richard Nixon so nach und nach aufgedeckt wurden. Es wird hier genauso gelogen, betrogen, beschuldigt und vertuscht. Die Medien werden zum Feindbild Nummer 1 hochstilisiert (wie bei Tricky Dick), da sie nicht alles abnicken, was dieser Gaukler und seine rechtspopulistischen Einfluesterer der Oeffentlichkeit auftischen. Die Justiz wird eingeschuechtert, Menschen werden aufgrund ihrer Religion oder Staatsangehoerigkeit diskriminiert und der Verfolgung freigegeben. Internationale Abkommen werden fuer schwachsinnig erklaert, weil sie dem Geschaeftsgebaren dieses blondierten Opas und seiner Gefolgschaft nicht in den Kram passen. Ueber kurz oder lang wird sich Trump mit einem Amtsenthebungsverfahren wegen Amtsmissbrauch und Vorteilsnahme konfrontiert sehen.
basdy 14.02.2017
2. Aha
Er musste zurücktreten, weil er mit der russischen Botschaft vor Amtsantritt telefonierte? Finde ich jetzt so erst mal nicht schlimm. Weiß jemand mehr?
boony 14.02.2017
3. instability
Es wird nicht der Letzte sein, der früh das Handtuch wirft oder für den es geworfen wird. Instabile Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass es zu häufigen Wechseln kommt. Die Gründe sind vorgeschoben. da kann man bei Trumps Ausgangslage sicher sein.
tailspin 14.02.2017
4. that was quick
Flynn ist der Ueberraschungskandidat fuer "you're fired". Er galt nach dem Telefonat mit Moskau als erpressbar. Die Buchmacher der Wetten hatten Sean Spicer bisher an die erste Stelle gesetzt, gefeuert zu werden, eine 4 /1 Wette. Die Wahrscheinlichkeit in dann wohl der reziproke Wert davon, 25 %. Die Wahrscheinlichkeit, dass DT den Friedensnobelpreis kriegt ist immer noch 25 mal niedriger mit 100/1 = 1%. http://www.zerohedge.com/news/2017-02-13/which-trump-appointee-will-be-fired-first-here-are-odds Ja so ein Mist. Jetzt wirds doch nichts mit dem Frieden. Da haette man ja gleich Hillary waehlen koennen.
Papazaca 14.02.2017
5. Jetzt gehts los ....
Sagen wir mal so: Wer hätte das nicht erwartet: Die Trump Revolution frisst ihre Kinder. Und es wird weiter gehen.
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