US-Wahlkampf Trump soll Kuba-Embargo verletzt haben

Donald Trump droht Ärger im Wahlkampf: Laut "Newsweek" soll der US-Präsidentschaftskandidat in den Neunzigerjahren Geschäfte mit Kuba gemacht haben - ein Handelsembargo hatte dies strikt untersagt.

Donald Trump
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Donald Trump spricht im Präsidentschaftswahlkampf gerne darüber, was er für ein großartiger Geschäftsmann sei. Doch nun könnte der Kandidat der Republikaner ausgerechnet wegen einer Entscheidung, die er als Konzernchef traf, unter Druck geraten. Laut dem US-Magazin "Newsweek" soll Trump in den Neunzigerjahren Geschäfte mit Kuba gemacht haben. Damit hätte er gegen das Embargo verstoßen, das 1960 von der US-Regierung erlassen wurde und jeglichen Handel mit Kuba verbietet.

Konkret soll Trump im Jahr 1998 Beratern 68.000 Dollar gezahlt haben, damit sie auf Kuba für seine Hotelkette Trump Hotels & Casino Resorts den Boden bereiten sollten - für den Fall, dass das kommunistische Regime fallen würde. Laut "Newsweek" floss das Geld nicht direkt nach Kuba. Stattdessen sollen die Berater Trumps Managern Wege gezeigt haben, wie sie die Zahlung als gemeinnützig verschleiern konnten.

Laut Handelsexperten waren die Geschäfte des Trump-Konzerns illegal, berichtet das Magazin weiter. Mittlerweile dürfte die Tat juristisch verjährt sein. Dennoch könnte sie Trump im Swing-State Florida, wo viele Exil-Kubaner leben, entscheidende Stimmen kosten. Der Kandidat selbst bestreitet die Vorwürfe: "Nein, ich habe nie irgendwas in Kuba gemacht. Ich habe nie ein Geschäft in Kuba gemacht", sagte Trump in einem Interview mit NH1 News.

Das Embargo gegen Kuba wurde 1960 vom damaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower erlassen - ein Jahr nach der Machtübernahme von Fidel Castro. 1992 wurde das Handelsverbot per Gesetz festgeschrieben, offiziell mit dem Ziel, "dem kubanischen Volk zur Demokratie zu verhelfen". Tatsächlich ging es vor allem darum, Castro zu stürzen.

"Newsweek" zufolge lief Trumps Geschäft mit Kuba wenige Monate vor seiner ersten Präsidentschaftskandidatur. Im November 1999 hielt er in Miami seine erste außenpolitische Rede. Dabei verriet er einer Menge jubelnder Exil-Kubaner, er habe für Castro "nur zwei Worte: Adios, Amigo". Das erste Hotel im freien Kuba werde seines sein.

cte

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