Vor wichtigen Entscheidungen Trump spendete Geld an Staatsanwälte

Donald Trump hat jahrelang Generalstaatsanwälte finanziell unterstützt. Laut "Wall Street Journal" floss Geld vor allem dann, wenn sich die Justizvertreter mit den Unternehmen des Milliardärs befassten.

Donald Trump
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Donald Trump inszeniert sich gern als unabhängiger Präsidentschaftskandidat. Immer wieder betont der umstrittene Milliardär, dass er weder an spezielle Interessengruppen gebunden noch Teil des - wie er es nennt - "manipulierten" politischen Systems sei. Dieses Image könnte jetzt erneut Kratzer bekommen.

Wie das "Wall Street Journal" berichtet, soll Trump in den vergangenen Jahren mehrfach Spenden an Generalstaatsanwälte gezahlt haben. Die Zeitung bezieht sich in ihrem Bericht auf die Auswertung von Trumps politischen Spenden. Demnach seien vor allem dann Gelder geflossen, wenn sich die Justizvertreter mit Entscheidungen befassten, die Trumps Unternehmen direkt betrafen.

Die Aufzeichnungen sollen zeigen, dass Trump selbst sowie Mitglieder seiner Familie und seines engen Bekanntenkreises immer wieder Staatsanwälte in Kalifornien, Florida und vor allem New York finanziell unterstützt haben. Laut "Wall Street Journal" wurden einige der Spenden bereits in den Achtzigerjahren gezahlt.

Generalstaatsanwälte werden in den USA in ihr Amt gewählt. Das heißt: Auch sie führen Wahlkampf - und sammeln dafür Spendengelder ein.

Die aktuellen Enthüllungen sind auch deshalb brisant, weil Trump seine Rivalin Hillary Clinton immer wieder dafür kritisiert, dass sie als Berufspolitikerin abhängig von Spenden und demzufolge auch abhängig von bestimmten Interessengruppen sei. Nun zeigt sich nicht zum ersten Mal, dass Trump seinerseits politische Spenden genutzt hat, um seine eigenen Interessen durchzusetzen.

Floridas Generalstaatsanwältin Bondi spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung von Trump
REUTERS

Floridas Generalstaatsanwältin Bondi spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung von Trump

Erst vor Kurzem war bekannt geworden, dass Trump Floridas Staatsanwältin Pam Bondi in ihrem Wahlkampf 2013 finanziell unterstützt hatte. Damals musste Bondi entscheiden, ob sich Florida an Ermittlungen anderer Bundesstaaten wegen Betrugs gegen die Trump-Universität anschließt. Sie entschied sich letztlich dagegen.

Laut "Wall Street Journal" soll Trump insgesamt etwa 140.000 Dollar an ein Dutzend Menschen gezahlt haben, die entweder Generalstaatsanwälte waren oder sich zwischen 2001 und 2014 auf ein solches Amt beworben hatten. Genauere Daten über die Spendenaktivitäten aus den Jahren vor 2001 lagen der Zeitung demnach nicht vor.

asc



insgesamt 109 Beiträge
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Seite 1
a.totok 05.10.2016
1.
wird doch über die clinton foundation genauso gemacht? worin besteht die neuigkeit?
bacillus.maximus 05.10.2016
2. Was schliessen wir daraus?
Was als scharfer Schuss auf Trump abgeschickt wurde könnte auch als unberechenbarer Abpraller zurückkommen. Die Leute sollen aus den Vorwürfen schliessen daß das Individuum Trump ein mieser Bestecher ist. So hätte man es gerne. Es könnte aber auch von der Mehrheit der Rezipienten so ausgelegt werden, daß wiederholt verschiedene Generalstaatsanwälte, die man doch eigentlich als Grundpfeiler eines Rechtsstaates sehen sollte, gerne mal für Gefälligkeiten die Hand aufgehalten haben. Ist jetzt der eine Bestecher die Meldung oder die multiple Zahl an Bestochenen die sich nicht dagegen wehrten? Die Schlammschlacht um das Präsidentenamt wird mehr Porzellan zerschlagen als man die näüchsten Jahrzehnte kitten kann.
steinbock8 05.10.2016
3. Also spenden
Heißt die alte Korruption früher war es viel eindeutiger und klarer also man kann Staatsanwälten eine Spende zukommen lassen und die haben trotzdem unvoreingenommen entschieden die sind alle verrückt geworden und verkaufen und für dumm aber diese Geschichten kommen jetzt nur heraus weil man Trump los werden will mit recht
berlaumi 05.10.2016
4. criminal minds
Eigentlich übertrifft diese Realityshow bei weitem hartgesottene TV-Serien wie Boardwalk Empire oder The Sopranos....
frenchie3 05.10.2016
5. Aber mal ehrlich
140.000 Dollares für 12 Hansel. Das ist doch mehr als preiswert, oder? Die Untersuchung sollte wegen Geringfügigkeit eingestellt werden. Und wehe es sagt noch mal einer "Geiz ist geil" sei typisch deutsch. Upps, wo kommt Familie Trump noch mal her?
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