Konflikt mit Nordkorea Falsche frohe Botschaft 

Nordkoreas Ankündigung, Atom- und Raketentests vorläufig zu stoppen, kam überraschend. Donald Trump interpretierte sie großzügig - in einem Tweet sprach er von der Zustimmung des Landes zur Entnuklearisierung.

Donald Trump
REUTERS

Donald Trump


Donald Trump hat fälschlicherweise behauptet, dass Nordkorea einer Entnuklearisierung zugestimmt habe. "Wir haben nichts aufgegeben und sie [die Nordkoreaner] haben einer Entnuklearisierung zugestimmt (super für die Welt)", schrieb Trump über Twitter.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte zwar überraschend angekündigt, vor den historischen Gipfeltreffen mit den USA und Südkorea, Atomversuche und Tests mit Interkontinentalraketen vorläufig zu stoppen - vom Abbau des bestehenden Atomarsenals war jedoch keine Rede.

Nach jahrelangen Drohgebärden und militärischen Machtdemonstrationen des isolierten Landes wurde der Vorstoß Nordkoreas international begrüßt. Die Staatengemeinschaft forderte von Pjöngjang weiter, gänzlich auf das Atomprogramm zu verzichten. Für Donald Trump hingegen sind die Verhandlungen anscheinend bereits einen Schritt weiter.

In einem späteren Tweet äußerte sich der Präsident dann zurückhaltender: "Wir haben noch einen langen Weg vor uns bis zur Lösung in Nordkorea, vielleicht wird es klappen, und vielleicht nicht - wir werden sehen...". Zum Schluss betonte er die Wichtigkeit seiner eigenen Rolle im Konflikt: "Die Arbeit, die ich mache, hätte schon lange erledigt werden sollen."

An Trumps Einschätzung zu Nordkorea gibt es in den USA zunehmend Kritik. US-Medien schrieben, er lasse sich von Kims Ankündigungen an der Nase herumführen. Dieser mache vor den Gipfeln nur gut Wetter und bediene Trumps Eitelkeit. Es handle sich um kein substanzielles Einlenken des Machthabers.

ans/AP/dpa



insgesamt 7 Beiträge
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sven2016 22.04.2018
1.
"we will see" ist seine neue Catch phrase. Keine Ahnung, was alles passieren kann, aber etwas pseudo-positiv interpretierbares für Fox News gesagt. Im Hintergrund schiebt sich Kellyann Conway sabbelnd wieder in alle Talk shows und verbreitet Desinformation und Medienschelte. Immer das Gleiche. Der Typ ist sogar noch langweilig geworden. Könnte nan weniger über ihn berichten? Erst wieder, wenn er irgendetwas erreicht hat?
jufo 22.04.2018
2. Natürlich lenkt Kim nicht ein
Kim dürfte nach wie vor das offizielle Staatsziel einer vereinigten koreanischen Volksrepublik verfolgen. Trump ist leider kaum schlauer als die Auster, die Kim zum Frühstück verspeist. Nur geschwätziger ist der Herr Trump, leider.
KayYou 22.04.2018
3. Ein Punkt nach dem anderen
"Vielleicht weiß Trump mehr als er sagt. " Wahrscheinlich. Die Frage ist nur, über was. Nordkorea? Steuerhinterziehung? "Seine Genialität sollte nie unterschätzt werden. " Ein "Stallgenie". "Wenn Trump die US-Truppen in Südkorea abzieht und eine Nichtangriffs-Garantie für eine Denuklearisierung abgibt, wäre schon viel gewonnen für die Welt. " Wenn Trump also das macht, was Nordkorea seit Jahrzehnten fordert. Ja, das wäre ein Ergebnis für den besten Verhandler der Welt. Make Nordkorea great again? "Fragt sich nur, ob die Establishment-Politiker, die nach Trump kommen, sich auch daran halten." Sie meinen, Trump darf alles kaputtklotzen, aber seine Nachfolger müssen sich sklavisch an jeden Unsinn halten, den er angerichtet hat... A propos. Wie bezeichnen Sie eigentlich einen New Yorker Milliardärssohn, dem sein Vater einen Platz an einer Elite-Uni gekauft hat? "Das die US-Eliten, die die Massenmedien kontrollieren, keinen Frieden in Korea wollen, ist klar. Deshalb machen die Stimmung gegen Trump." Sie haben noch nie eine Aussage von Trump zu Nordkorea gelesen. 2013: Where is the President? It is time for him to come on TV and show strength against the repeated threats from North Korea 2014: Dennis Rodman was either drunk or on drugs (delusional) when he said I wanted to go to North Korea with him 2015: Nobody ever mentions North Korea where you have this maniac sitting there and he actually has nuclear weapons and somebody better start thinking about North Korea and perhaps a couple of other places 2016: CLINTON IS WEAK ON NORTH KOREA 2017: Kim Jong Un of North Korea, who is obviously a madman who doesn't mind starving or killing his people, will be tested like never before!
Heinrich52 22.04.2018
4. Vorsicht
Es scheint so, dass die Presse in den USA mehr weiß als der Präsident. Trump weiß haargenau wie Kim denkt und ist nicht naiv, dass jetzt alles erledigt worden ist. Er ist der einzige Präsident, das Nordkorea an den Verandlungstisch gebracht hat. Trump wird seine Bedingugen stellen und wird darauf achten dass diese erfüllt werden. Kim möchte Süd Korea und USA gegeneinander ausspielen. Denn Südkorea fällt auf die Taktik Kims herein. Trump und auch Japan nicht. Trump möchte mit seiner Aussage die Presse etwas zum schreiben geben und Nordkorea etwas vormachen. Trump ist gerissen und auch listig. Ihn kann man nicht so leicht hereinlegen wie Herr clinton und Herrn Obama.
bauigel 22.04.2018
5. @gertner27
Betrachten wir mal ihren genialen Post: „Vielleicht weiß Trump mehr als er sagt“ Was soll den DT hier mehr wissen als das offizielle Statement von NK? Oder glauben sie wirklich, dass NK ihn angerufen hat um ihm nähere Details zu erzählen? Ganz abgesehen davon, dass DT noch nicht einmal das offizielle Statament verstanden hat und es falsch wiedergibt. „Seine Genialität sollte nie unterschätzt werden“ Welche Genialität denn? Bringen sie mir doch ein einziges Beispiel wo DT genial oder zumindest wohlüberlegt gehandelt hat. Er Twittert einfach was ihm gerade in den Kopf kommt ohne darübwr nachzudenken. Danach erklären ihm seine Berater dass dies nicht klug war. Und daraufhin rudert er täglich von seinen ursprünglichen Posts zurück. Sehr genial!, „Wenn Trump die US-Truppen in Südkorea abzieht und eine Nichtangriffs-Garantie für eine Denuklearisierung abgibt, wäre schon viel gewonnen für die Welt“ Aber sie befassen sich schon mit der aktuellen Politik? DT ist doch gerade derjenige der seit Monaten Öl ins Feuer gießt. Also wie kommen sie auf diese Aussage?Das wäre genau das Gegemteil, was DT seit 1 Kahr erspricht und wie er handelt. „Fragt sich nur, ob die Establishment-Politiker, die nach Trump kommen, sich auch daran halten“ Was för ein Schwach.... Während sich seine Vorgänger um Deeskalation bemüht haben ist doch gerade DT der Kriegstreiber. Also ist es doch genau umgekehrt. erbreiten sie gerne Fake News? „Das die US-Eliten, die die Massenmedien kontrollieren, keinen Frieden in Korea wollen, ist klar“ Natürlich wieder die Verschwörungstheorie gegen die bösen Eliten. Dabei ist DT doch selbst die Elite par Excellance. „Deshalb machen die Stimmung gegen Trump.“ Jeder der klar bei Verstand ist und keine persönlichen Ziele verfolgt (wie z. B. Bannon) ist gegen DT. Er bringt ja nicht mal seine eigenen Leute hinter sich.
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