Trumps "Drecksloch"-Affäre Südafrika bestellt US-Botschafterin ein

Donald Trump bestreitet seine angebliche "Drecksloch"-Äußerung: "Ich bin kein Rassist." Südafrika verlangt jetzt von der US-Botschafterin in Johannesburg Aufklärung.

Jessye Lapenn, US-Botschafterin in Südafrika
U.S. Embassy

Jessye Lapenn, US-Botschafterin in Südafrika


Südafrika hat die amtierende US-Botschafterin Jessye Lapenn einbestellt. Sie soll die angebliche Äußerung von Präsident Donald Trump erklären, wonach Haiti, El Salvador und die Staaten Afrikas "Dreckslöcher" seien.

Die Beziehungen zwischen den USA und Südafrika müssten auf gegenseitigem Respekt und Verständnis basieren, forderte das Außenministerium in Johannesburg.

Trump hatte nach der weltweiten Kritik an seiner angeblichen Äußerung den Vorwurf des Rassismus kategorisch zurückgewiesen. "Nein. Nein. Ich bin kein Rassist. Ich bin die am wenigsten rassistische Person, die sie jemals interviewt haben. Das kann ich ihnen sagen", sagte er vor Journalisten auf entsprechende Fragen.

Donald Trump
AFP

Donald Trump

Trump wurde am Wochenende in seinem Golfklub in West Palm Beach im Bundesstaat Florida interviewt, er hatte sich dort mit dem republikanischen Fraktionschef im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, zum Abendessen getroffen.

Nach Berichten von US-Medien soll Trump bei einem Treffen mit Senatoren am Donnerstag gefragt haben, warum die USA so viele Menschen aus "Drecksloch-Staaten" ("shithole-countries") aufnehmen müssten. Es ging dabei um den Aufenthaltsstatus von Menschen aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Staaten. Ein Sprecher des Weißen Hauses dementierte die Berichte zunächst nicht. Trump selbst schrieb auf Twitter, es seien harte Worte gefallen, aber nicht diese.

"Die Sprache, die ich bei dem Daca-Treffen benutzt habe, war hart, aber das war nicht die Sprache, die benutzt wurde", schrieb Trump. Wenig später erklärte er, er habe nie etwas Abfälliges über Haitianer gesagt, außer dass Haiti ein "sehr armes und unruhiges Land" sei.

Trumps Dementi widersprach der demokratische Senator Dick Durbin, der an der fraglichen Unterredung teilnahm. "Ich habe nicht ein einziges Wort gelesen, das nicht gefallen wäre", sagte er am Freitag. Präsident Trump habe "hasserfüllte, abscheuliche und rassistische Worte gewählt", sagte er.

als/dpa

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