Offensive in Nordsyrien US-Regierung mahnt Erdogan zur Zurückhaltung

Die Nato-Partner USA und Türkei könnten in Nordsyrien in direkten Konflikt geraten. In einem Telefonat forderte US-Präsident Trump den türkischen Staatschef nun dazu auf, gemeinsame Ziele nicht zu gefährden.

Türkische Panzer an der syrischen Grenze
AFP

Türkische Panzer an der syrischen Grenze


Vor dem Hintergrund der Türkeioffensive "Operation Olivenzweig" in Nordsyrien hat US-Präsident Donald Trump den Türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan zu militärischer Zurückhaltung aufgerufen. Laut Angaben des Weißen Hauses habe Trump Erdogan während eines gemeinsamen Telefonats vor Handlungen gewarnt, die eine direkte Konfrontation zwischen türkischen und US-Einheiten auslösen könnten.

Demnach müssten die Türkei und die USA gemeinsam darauf hinwirken, die Miliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien zu besiegen. Trump mahnte, dass dabei zivile Opfer vermieden werden müssten, damit die Zahl der Flüchtlinge nicht ansteige. In den vergangenen Tagen hatte der US-Präsident die türkische Regierung wiederholt dazu aufgerufen, sich bei ihrem Militäreinsatz zurückzuhalten. Die türkischen Streitkräfte setzten ihre Offensive jedoch unvermindert fort. Das Telefonat war der erste direkte Austausch zwischen Trump und Erdogan.

Seit Beginn der türkischen Militäroperation im Norden Syriens sind die Beziehungen zwischen den Nato-Partnern angespannt. Türkische Truppen gehen in der syrischen Region Afrin gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vor, die Ankara als Abzweigung der in der Türkei verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) und damit als Terrororganisation ansieht. Die USA hingegen unterstützen die YPG im Kampf gegen den IS. Diese Zusammenarbeit ist weitestgehend dafür verantwortlich, dass die Dschihadisten im Norden Syriens weitgehend besiegt wurden.

Erdogan hatte zuletzt angekündigt, die YPG auch im syrischen Manbidsch zu bekämpfen. Dort ist anders als in Afrin US-Militärpersonal stationiert. Erdogans Ankündigung verschärfte die Anspannung zwischen Washington und Ankara weiter.

ans/dpa/afp



insgesamt 13 Beiträge
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alpacino201x 25.01.2018
1. Die US Regierung hat hier nichts zusagen
Die Türkei wird hoffentlich NICHT mit der Operation aufhören. Es ist deren ihr legitimes Recht diesen Terror Korridor zu beseitigen. Ohne wenn und aber.
kladderadatsch 25.01.2018
2. Man stelle sich vor
England und Frankreich hätten D nach dem Einfall in Polen zur Zurückhaltung aufgefordert. Die Besetzung und der zweite Weltkrieg hätte sicherlich verhindert werden können.
m.w.r. 25.01.2018
3. Nein!
Zitat von alpacino201xDie Türkei wird hoffentlich NICHT mit der Operation aufhören. Es ist deren ihr legitimes Recht diesen Terror Korridor zu beseitigen. Ohne wenn und aber.
Nein, haben sie völkerrechtlich und auch moralisch nicht.
realistano 25.01.2018
4. neue Weltordnung
Was wir im Moment in der Welt erleben, ist eine Neuordnung der Welt. Die alte Bundnisse lösen sich auf und neue Bundnisse werden geschlossen. Die Türkei ist faktisch kein NATO Mitglied mehr nur auf dem Papier ist die Türkei noch EU Partner. Vielmehr ist Türkei mit Russland verbunden. Die USA hat auch im Zentralasien nur noch zwei Verbundete , Indien und Afghanistan. Die Beziehung USA zu Türkei und Pakistan teht auf dem Tiefpunkt. Die Obaba Aussenpolitik hat riesen Scherbenhaufen hinterlassen, nun muss USA in vielen Konfliktregionen von Null Anfangen, insbesondere in Syrien , Afghanistan und Irak . Russland hat von dieser aussenpolitisch schwachen Obama enorm profitiert. ich bin gespannt, wie sich die Dinge in zwei bis drei Jahren entwicklet.
kladderadatsch 25.01.2018
5. Türkei und Russland passen nie zusammen
Zitat von realistanoWas wir im Moment in der Welt erleben, ist eine Neuordnung der Welt. Die alte Bundnisse lösen sich auf und neue Bundnisse werden geschlossen. Die Türkei ist faktisch kein NATO Mitglied mehr nur auf dem Papier ist die Türkei noch EU Partner. Vielmehr ist Türkei mit Russland verbunden. Die USA hat auch im Zentralasien nur noch zwei Verbundete , Indien und Afghanistan. Die Beziehung USA zu Türkei und Pakistan teht auf dem Tiefpunkt. Die Obaba Aussenpolitik hat riesen Scherbenhaufen hinterlassen, nun muss USA in vielen Konfliktregionen von Null Anfangen, insbesondere in Syrien , Afghanistan und Irak . Russland hat von dieser aussenpolitisch schwachen Obama enorm profitiert. ich bin gespannt, wie sich die Dinge in zwei bis drei Jahren entwicklet.
Wenn die Türkei nicht in der NATO gewesen wäre, hätte Russland nach dem Abschuss des Kampffliegers viel härter reagiert und wer weiß wie es eskaliert wäre. Putin sind die Ambitionen und der Islamnationalismus Erdogans suspekt. Er hat in Assad einen kalkulierbaren historischen Verbündeten. Und last but noch least sieht orthodoxe russische Kirche sich als Nachfolger von Konstantinopels.
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