Gipfel von Trump und Putin Russland zeigt sich kompromissbereit - außer beim Thema Krim

Wirtschaftssanktionen und der Konflikt in Syrien: Für das geplante Treffen mit Wladimir Putin und Donald Trump stehen heikle Themen auf der Agenda. Um eines soll es aber auf keinen Fall gehen.

Putin, Trump in Vietnam
REUTERS

Putin, Trump in Vietnam


In zwei Wochen soll es zum ersten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kommen. Die Gespräche könnten sich unter anderem um die Konflikte in Syrien und in der Ukraine drehen. Putin zog in der Diskussion dazu jedoch eine rote Linie: Um die Halbinsel Krim solle es bei dem Treffen in Helsinki nicht gehen, sagte der Sprecher des russischen Präsidialamtes, Dmitri Peskow.

Die Krim sei ein untrennbarer Teil Russlands, sagte er. Das Thema stehe bei dem Gipfeltreffen nicht auf der Tagesordnung. Bei allen anderen Fragen wolle Putin aber den Kompromiss mit Trump suchen (eine Analyse zu dem Gipfel lesen Sie hier).

Das Spitzentreffen der beiden Staatschefs ist für den 16. Juli geplant. Als Themen hat die US-Regierung die angespannten Beziehungen der beiden Länder zueinander und Fragen der nationalen Sicherheit genannt. Die USA hatten wegen mutmaßlicher Einmischung Russlands in den US-Wahlkampf und des Vorwurfs von Hacker-Angriffen auf US-Energienetze und die Telekommunikationsinfrastruktur Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt.

Putin und Trump waren sich bereits bei Konferenzen begegnet, ein Gipfeltreffen der beiden steht jedoch aus. US-Sicherheitsberater John Bolton schloss nicht aus, dass Trump bei dem gemeinsamen Treffen in Helsinki die Wiederaufnahme Russlands in die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) und damit die Neuauflage der G8 ansprechen wolle. In einem Interview mit dem US-Sender CBS hielt Bolton zuletzt auch eine Anerkennung der Krim-Annexion durch die USA für möglich.

vks/Reuters



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Andraax 02.07.2018
1. Läuft für Putin
"US-Sicherheitsberater John Bolton schloss nicht aus, dass Trump bei dem gemeinsamen Treffen in Helsinki die Wiederaufnahme Russlands in die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) und damit die Neuauflage der G8 ansprechen wolle. In einem Interview mit dem US-Sender CBS hielt Bolton zuletzt auch eine Anerkennung der Krim-Annexion durch die USA für möglich." Alleine diese 2 "Ergebnisse" waren für Putin den ganzen Aufwand mit Trump wert. Da hätten sich sogar noch ein paar Milliarden für den US Wahlkampf gerechnet, soweit man weiß war das aber viel billiger. Ich frage mich wie der Oberfalke Bolton dazu überredet werden konnte da mit zu machen. Putin scheint die ganze US-Regierung auf dem Gehaltszettel zu haben. Obwohl ich mit Putins Regierungsstil/Agenda nichts anfangen kann - Chapeau.
andraschek 02.07.2018
2. Da bin ich aber einmal gespannt was dabei herauskommt.
Wie zu erwarten wird es in der Krimfrage kein Zurück geben, dort besteht ja auch kein Handlungsbedarf. Bleibt für Syrien zu hoffen das es eine für alle Seiten annehmbare Lösung kommt.
jörg pk 02.07.2018
3. Mittelfristig fast alles denkbar...aber kaum mit den beiden zu machen
Mittelfristig wären Schritte von Beiden Seiten durchaus denkbar: In einer ersten Phase... könnte Russland sich in Sachen Menschenrechte, Press-, Rede-, Versammlungs-Freiheit auf die Pre-Putin-Ansätze besinnen und schrittweise aber doch spürbar mehr Demokratie zulassen: Russland könnte in Syrien mit den USA, der Türkei und Frankreich einen eher unspektakulären Regimewechsel gegen den Iran durchsetzen und somit auch den Israelisch-Iranischen Konflikt etwas entschärfen;...und seine Rhetorik gegen Polen, Finnland und die Baltischen Staaten deutlich entschärfen). Die USA könnte mit der EU erst mal Putin wieder zu G8 und ähnlichen Treffen einladen, die Blockade der Nordstream-II zumindest gedanklich zur Disposition stellen, und auch die Sanktionen an ein paar ersten Stellen etwas lockern. In einer anschliessenden Phase könnte man tatsächlich über Partnerschaften und Garantien für Mitteleuropa sprechen (wo man sich in der NATO auf die einstigen Versprechungen von 1990 besinnt und den Russen eine Garantie ausspricht: "No further Expansion"), Im Gegenzug könnte Russland den betreffenden Staaten in Mitteleuropa Garantien aussprechenr "no agression in any political, economical or Military way". Und dann könnte man über eine 30-jährige Co-Regentschaft von Russland, Ukraine und der UNO über die Krim aussprechen, an deren Ende die Bürger der Krim über ihre Zugehörigkeit oder Unabhängigkeit von Ukraine und Russland entscheiden. In einer späteren Phase könnte man auch darüber nachdenken,...die EU und die NATO nur noch dann gen Osten auszuweiten, wenn auch die Russen dazu gehören... Auch wenn die letztgenannten Phasen wohl eher nach Science Fiction klingen, wäre dieser Tage (mit einem schönen russischen Sommermärchen) doch genau die Zeit für etwas Träumen und ein "bisschen Friden" ganz gut gewählt. Nur mit einem Putin und einem Trump scheint das nicht machbar. Der eine ist zu blöd um die eigenen Schnürsenkel zu binden und der andere zu gerissen, um diese Schwäche nicht auzunützen. Schade.
MiniDragon 02.07.2018
4. Nie und nimmer
Wird ein russischer Machthaber es wagen, die eingemeindete Krim freiwillig ( ohne Krieg )wieder rauszurücken. Politiker, die das fordern, leiden an Realitätsverlust. Selbst wenn die Ukraine wieder mit Russland vereinigt würde: Die Krim wird nie mehr zur Ukraine gehören. Eher wird Kaliningrad Teil der EU.:-)
sir wilfried 02.07.2018
5. Putin ist schuld
Zitat von Andraax"US-Sicherheitsberater John Bolton schloss nicht aus, dass Trump bei dem gemeinsamen Treffen in Helsinki die Wiederaufnahme Russlands in die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) und damit die Neuauflage der G8 ansprechen wolle. In einem Interview mit dem US-Sender CBS hielt Bolton zuletzt auch eine Anerkennung der Krim-Annexion durch die USA für möglich." Alleine diese 2 "Ergebnisse" waren für Putin den ganzen Aufwand mit Trump wert. Da hätten sich sogar noch ein paar Milliarden für den US Wahlkampf gerechnet, soweit man weiß war das aber viel billiger. Ich frage mich wie der Oberfalke Bolton dazu überredet werden konnte da mit zu machen. Putin scheint die ganze US-Regierung auf dem Gehaltszettel zu haben. Obwohl ich mit Putins Regierungsstil/Agenda nichts anfangen kann - Chapeau.
Einen darbenden Kleinaktionär wie Trump kann Putin mit seinen unendlichen Reichtümern leicht kaufen. Überhaupt kann jeder, der eine normale Beziehung zu Russland befürwortet, nur von Putin gekauft sein.
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