"Angela war ein Superstar" Wie Trump über die Kanzlerin lästert

In einem vorab veröffentlichten Interview greift US-Präsident Trump erneut die Kanzlerin an. Sie sei in allen Wahlen "unschlagbar" gewesen - doch dann habe ihr die Flüchtlingspolitik "sehr schwer geschadet".

Donald Trump
AP

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Wenige Tage nach seiner Konfrontation mit Angela Merkel beim Nato-Gipfel hat Donald Trump erneut gegen die Bundeskanzlerin ausgeteilt. "Angela war ein Superstar, bis sie Millionen Menschen erlaubt hat, nach Deutschland zu kommen", sagte der US-Präsident in vorab veröffentlichten Ausschnitten eines Interviews mit seinem Haussender Fox News.

"Sie war in allen Wahlen unschlagbar", so Trump. Ihre liberale Migrationspolitik habe das geändert. "Zuwanderung hat ihr sehr schwer geschadet." Der Fox-Journalist Tucker Carlson, der das Interview führte, bezeichnete Merkel in seiner Anmoderation als "die Frau, die Migranten nach Europa winkt wie ein Baseball-Coach".

Es ist nicht der erste Angriff Trumps auf Deutschland und Merkels Migrationspolitik. Auf Twitter behauptete er Ende Juni fälschlicherweise, in Deutschland gebe es einen starken Anstieg der Kriminalität, was auf die Zuwanderung zurückzuführen sei (so ist die Sicherheitslage wirklich).

Trump ätzt gegen Demokraten: "Sie wollen offene Grenzen"

Bei seiner am Montag beendeten Europareise hatte der US-Präsident Zuwanderung in Europa "eine Schande" genannt. Der britischen Boulevardzeitung "Sun" sagte er: "Ich glaube nicht, dass das gut für Europa ist und auch nicht für unser Land."

Trump ging in dem Interview auch die oppositionelle demokratische Partei in den USA scharf an. "Die Demokraten wollen offene Grenzen. Womit sie im Grunde sagen: Wir wollen offene Grenzen, wir wollen Kriminalität."

Auf die Frage von Moderator Carlson nach dem Grund, sagte Trump: "Vielleicht ist es eine politische Philosophie, mit der sie groß geworden sind. Vielleicht haben sie das in der Schule gelernt. Vielleicht sind sie Dummköpfe. Ich weiß es nicht."

Die Opposition kritisiert zwar Trumps Null-Toleranz-Politik an der Grenze der USA zu Mexiko, die unter anderem zur Trennung von zahlreichen Flüchtlingsfamilien geführt hat. Sie fordert aber keine Öffnung der Grenzen.

mes/dpa



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