Medienbericht Trump sinniert über Präsidentschaft auf Lebenszeit

Bei einer nicht öffentlichen Rede soll der US-Präsident seinen Amtskollegen aus China gelobt haben: Xi sei Präsident auf Lebenszeit, zitiert CNN Trump. "Vielleicht sollten wir das eines Tages auch mal versuchen."

Xi und Trump im November 2017 in Peking
AP

Xi und Trump im November 2017 in Peking


US-Präsident Donald Trump findet es offenbar großartig, dass sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping künftig unbeschränkt an der Macht bleiben könnte - anders als Staatslenker in demokratischen Ländern. Das geht nach einem Bericht des Senders CNN aus einer Rede hervor, die Trump am Samstagabend in Florida vor Geldgebern für die republikanische Partei hielt.

"Er ist jetzt Präsident auf Lebenszeit. Präsident auf Lebenszeit. Und er ist großartig", sagte Trump dem Sender zufolge. "Und sehen Sie mal, er hat es geschafft, das zu tun. Ich glaube, das ist großartig. Vielleicht sollten wir das eines Tages auch mal versuchen." Der Sender beruft sich bei seiner Berichterstattung auf eine Tonbandaufnahme der Rede, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Trumps Anwesen Mar-a-Lago stattfand. Trump soll für seine Kommentare viel Beifall und Gelächter bekommen haben.

Chinas Kommunistische Partei hatte im vergangenen Monat vorgeschlagen, seit 1982 geltende Regeln abzuschaffen, nach der die Amtszeit des Präsidenten auf zwei Amtsperioden begrenzt ist (mehr zu dem Plan - und den möglichen Konsequenzen - lesen Sie hier). Es gilt als sicher, dass das Parlament dem Vorstoß auf seiner am Montag beginnenden Jahrestagung zustimmen wird.

Sticheleien gegen Clinton und Bush

In seiner Rede soll Trump auch auf seine ehemalige Konkurrentin Hillary Clinton zu sprechen gekommen sein, die Demokratin war ihm bei der Präsidentschaftswahl unterlegen. "Ist Hillary eine glückliche Person? Glauben Sie, sie ist glücklich?" Er glaube es nicht, sagte Trump laut CNN. Aber er hoffe es. Auch über "ein anderes Genie" lästerte Trump demnach: Die Entscheidung, in den Irak einzumarschieren, sei die "schlechteste Entscheidung, die je getroffen wurde", zitiert der Sender aus der Rede. Die Entscheidung traf einst: George W. Bush.

aar/dpa

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geotie 04.03.2018
1.
Sowas aber auch! Gestern habe ich im Forum über Trump geschrieben, dass er mit solch einen Gedanken spielen könnte, und nun wird man bestätigt! Der wird niemals kapieren, dass er nur ein Spinner ist. Am Ende wird er sich für den größten Präsidenten halten und alles mit Leichtigkeit abtun.
franxinatra 04.03.2018
2. Gaius Julius Trump
Man fühlt sich an die Zeit des beginnenden römischen Bürgerkriegs versetzt. Aber unsere Anhänger des Toupierten werden es als Scherz vorgeben in ihrer Sehnsucht nach einer starken Hand...
ronald1952 04.03.2018
3. Hurra, ich werd König von Amerika
was denkt sich Trump eigendlich? Amerika ist ein Land der Einwanderer, die meisten von diesen Menschen sind genau vor so etwas geflohen. Vor dem Asolutismus die Könige und anderem Adligem Pack das die Menschen derart Ausgebeutet hat das Sie gar keine andere Wahl hatten.Was die Menschen damals am meisten lockte und wofür Sie alles aufgaben war, endlich frei zu sein.Frei von diesem alles verzehrenden Molloch Adel und Kirche die den Menschen nicht mal das nötigste zu gönnen schienen, Hauptsache Sie hatten.Glaubt Trump denn das hätte die Amerikaner vergessen? Glaubt Er wirklich die würden sich das Gefallen lassen? Dann wird es wohl ein Böses Aufwachen geben für Herrn Trump. schönen Tag noch,
wilbury 04.03.2018
4. War das ernst gemeint?
Man müsste die Rede hören um einschätzen zu können welche Passagen wirklich ernst gemeint waren. Was Bush angeht at er ausnahmsweise mal Recht
Papazaca 04.03.2018
5. Trump: Ein trauriger Fall
Man kann gar nicht mehr detailliert auf diesen Herrn eingehen. Es erinnert mich an den Niedergang des römischen Reiches. Da gab es auch Kaiser in Hülle und Fülle, die klare Versager waren. Zu mindestens ernennt Trump nicht sein Pferd und seinen Hund zum Senator. Der wahre Grund für Trump ist der Niedergang der USA als DAS dominierende Machtzentrum der Welt. Damit kommen die Amerikaner nicht klar. Und es steigert ihre Unsicherheit. Der einzige Ausweg - auch für Europa - ist, sich pragmatisch auf die neue Situation einzustellen. Chinas zunehmende Bedeutung ist Fakt und das Nordkoreaproblem ist nicht mit ein paar Atombomben zu lösen. Und die nicht mehr wettbewerbsfähigen Industrien der USA werden auch durch Strafzölle nicht konkurrenzfähig. Trump erinnert nicht nur mit seinem Nepotismus wirklich an die letzten römischen Kaiser: Zu stark, um übersehen zu werden, zu schwach, um den Niedergang zu verhindern. Eben ein trauriger Fall, der symptomatisch für den zunehmenden Machtverlust der USA steht.
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