Russlandaffäre Trumps Übersetzerin soll vorgeladen werden

Zu den Treffen zwischen Trump und Putin gibt es laut einem Medienbericht kaum Aufzeichnungen. Ist das verdächtig? Die Übersetzerin des US-Präsidenten soll nun verraten, was bei den Gesprächen gesagt wurde.

Kapitol in Washington
AFP

Kapitol in Washington


Das Verhältnis von US-Präsident Donald Trump zu Russlands Staatschef Wladimir Putin ist in den USA weiterhin im Fokus. Nun soll auf Wunsch der Demokraten Marina Gross, die Dolmetscherin von Präsident Donald Trump, im Repräsentantenhaus vorgeladen werden, um Auskunft über die Gespräche zwischen Trump und Putin zu geben.

"Ich würde es vorziehen, das nicht zu tun. Wir müssen sehen, was wir herausfinden können. Vielleicht haben wir keine andere Wahl", sagte Eliot Engel, der ranghöchste Vertreter der Demokraten im Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses, über die mögliche Vorladung der Dolmetscherin.

Hintergrund der Vorladung ist die Frage, ob der Präsident womöglich ein russischer Agent war oder ist. Nach einem Bericht der "Washington Post" ("WP") habe Trump den Inhalt seiner Gespräche mit Putin selbst vor engsten Mitarbeitern sorgfältig verborgen gehalten: Zu fünf Treffen mit Putin innerhalb der vergangenen zwei Jahre gebe es keine detaillierten Aufzeichnungen. In einem Fall habe der US-Präsident sogar seiner Dolmetscherin die Notizen weggenommen und ihr verboten, den Inhalt des Gesprächs weiterzugeben. Zu diesen Inhalten soll die Dolmetscherin nun befragt werden.

"Eine große fette Falschmeldung"

Zuvor hatte die "New York Times" am Wochenende von Ermittlungen der Bundespolizei FBI berichtet. Dabei sei es um die Frage gegangen, ob Trump wissentlich oder unwissentlich für Russland und gegen US-Interessen gearbeitet habe. Die Zeitung berief sich auf frühere FBI-Mitarbeiter sowie mit den Ermittlungen vertraute Personen. Trump sprach von einer "großen fetten Falschmeldung".

Unterdessen hat Trump vehement dementiert, jemals für Russland und gegen die Interessen der USA gearbeitet zu haben. "Nicht nur habe ich nie für Russland gearbeitet", sagte Trump am Montag im Weißen Haus. "Ich denke, dass es eine Schande ist, dass Sie so eine Frage überhaupt stellen." Einen Tag zuvor war er dieser Frage noch ausgewichen.

Trump erhob zugleich schwere Vorwürfe gegen den 2017 von ihm entlassenen FBI-Chef James Comey. "Er war ein schlechter Polizist, und er war ein dreckiger Polizist, und er hat gelogen."

Trump hatte zu Comeys Entlassung später erklärt, er habe die Russland-Ermittlungen dabei im Kopf gehabt. Comey sagte aus, Trump habe ihn im Januar 2017 um Loyalität gebeten - das ist unüblich, weil das FBI auch unabhängig vom Weißen Haus sein muss. Wegen der Entlassung Comeys hatte das Justizministerium den Sonderermittler Robert Mueller eingesetzt, der zudem untersucht, ob es im Wahlkampf 2016 Absprachen des Trump-Lagers mit Vertretern Russlands gab.

Anmerkung der Redaktion: In einer ersten Version war von einem Dolmetscher die Rede. Tatsächlich handelt es sich um eine Dolmetscherin.

hej/Reuters/dpa-AFX



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claus7447 14.01.2019
1. Kann er, wird er?
Ich kann mir schon vorstellen was POTUS meint, "so sad, all fakes!" Wobei schon erstaunlich, wie doof donny sich verhält. Aber ich unterschätze doch immer wieder seine Doofheit. Welcher Staatsführung lässt schon die Dokumente verschwinden, über treffen mit anderen Führern... insbesondere bei Erinnerungslücken für die donny berühmt ist.
widower+2 14.01.2019
2. Wenigstens im Artikel korrigiert
Wenn es keine Aufzeichnungen gibt, hat ein Übersetzer auch gar keine Aktien in dem Vorgang, da er für Gesprochenes nicht zuständig ist. Im Artikel selbst ist dann wenigstens und richtigerweise von Trumps Dolmetscher die Rede. Es kann doch nicht so fürchterlich schwierig sein, sich da an die korrekten Begrifflichkeiten zu halten, zumal es sich um unterschiedliche Studienabschlüsse handelt (zumindest in Deutschland). Tierarzt und Zahnarzt würde man doch auch nicht so leichtfertig durcheinander werfen.
thor.z1367 14.01.2019
3. Für den russischen Geheimdienst einfach zu dumm
Man mag alles glauben ,aber dazu ist Trump zu blöd und unberechenbar.Eher hat Hr.Trump sich in eine Falle mit Geld oder Frauen locken lassen und dieser Depp ist hineigetappt.Und jetzt ist er in einer So genannten Bringschuld , das er Dreck m Stecken hat ist anzunehmen und jetzt muss er dafür zahlen.
In Kognito 14.01.2019
4. Immer noch NICHTS gefunden? - Ladet endlich Putin vor!
Es ermüdet langsam, hätte, könnte..? Sie haben (etwas) GEREDET - ist DAS verboten? Was sollen Dolmetscher da? Ich würde mich an nichts mehr erinnern. Mund aufmachen - gäbe nur Probleme. Erstens würde mich kaum noch einer engagieren, wenn ich Gespräche kommentiere, 2. irgendwer wäre immer mit meiner Antwort nicht einverstanden und würde versuchen, Probleme zu bereiten.
taubesnuesschen 14.01.2019
5. Die Schlinge zieht sich zu
Immer weitere Details in dieser Angelegenheit lassen nur einen Schluß zu: Trump hat für seine eigenen Interessen sein Land an Putin verraten. Dies wird auch das Ergebnis der umfassenden Ermittlungen sein. Steuerbetrug kommt sehr wahrscheinlich in großem Umfang dazu. Wir sprechen somit über einen Präsidenten, auf den vermutlich der Strafvollzug wartet. Was für ein Drama...
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