Fall Skripal Trump und Merkel sichern London Solidarität zu

Es ging um Sergej Skripal, Nordkorea und Zölle: Donald Trump und Angela Merkel haben sich in einem Telefonat zu mehreren heiklen Themen ausgetauscht. Gegenüber Moskau kündigten sie eine gemeinsame Linie an.

Donald Trump
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Donald Trump und Angela Merkel haben die gemeinsame Antwort des Westens auf den Nervengiftanschlag in Großbritannien gelobt. Das teilte das Weiße Haus nach einem Telefonat der beiden Regierungschefs mit. Zuletzt hatten zwei Dutzend Nato-Partner Großbritanniens und weitere Verbündete mehr als 140 russische Diplomaten ausgewiesen.

Die Bundeskanzlerin und der US-Präsident bekräftigten zudem ihre Solidarität mit London, erklärte die Bundesregierung.

Stunden zuvor hatte die Nato selbst Strafmaßnahmen gegen Russland verhängt. Generalsekretär Jens Stoltenberg kündigte an, dass sieben Mitarbeitern der russischen Nato-Vertretung die Akkreditierung entzogen werde. Bei dem Anschlag in Salisbury waren Anfang März der frühere Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia vergiftet worden. Großbritannien gibt Russland die Schuld an dem Attentat. Moskau streitet jegliche Verantwortung dafür ab.

Darüber hinaus ging es bei dem Telefonat um die Krise in Nordkorea und über die Antwort des Westens auf die Politik von Kreml-Chef Wladimir Putin. Nähere Details wurden nicht bekannt.

In dem Telefonat sprachen Trump und Merkel den Angaben zufolge auch über den Umgang mit dem umstrittenen Thema Zölle. Das teilten das Weiße Haus sowie die Bundesregierung mit. Beide hätten unter anderem auch über die Frage einer Zusammenarbeit im Kampf gegen Chinas Handelspraktiken und Praktiken des geistigen Diebstahls diskutiert, erklärte das Weiße Haus. Laut Bundesregierung sprach sich Merkel für einen "Dialogprozess" zwischen der Europäischen Union und den USA zur Handelspolitik unter Berücksichtigung des regelbasierten internationalen Handelssystems aus.

Die USA hatten die EU vorläufig von den umstrittenen US-Schutzzöllen auf Stahl und Aluminium ausgenommen. In Verhandlungen soll es nun um die künftige Handelspolitik gehen.

mho/dpa/Reuters



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