US-nordkoreanischer Gipfel Menschenrechte waren nur kurz Thema

Donald Trump hat beim Gipfel mit Kim Jong Un auch Menschenrechte angesprochen - aber "verhältnismäßig kurz". Das Schicksal des US-Studenten Warmbier, der nach seiner Haft in Nordkorea starb, wurde ebenfalls thematisiert.

Donald Trump
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Donald Trump


Die atomare Abrüstung der koreanischen Halbinsel war das Top-Thema in den Gesprächen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un. Der US-Präsident und Pjöngjangs Machthaber sprachen bei ihrem historischen Treffen in Singapur aber auch über die Menschenrechtslage in Nordkorea.

"Das ist angesprochen worden, und es wird in Zukunft angesprochen werden", sagte Trump. Allerdings seien die Menschenrechte im Vergleich zur atomaren Abrüstung nur "verhältnismäßig kurz" Thema gewesen.

Zugleich äußerte er sich überzeugt, dass Nordkoreas Machthaber bereit sei, die Lage in seinem Heimatland zu verbessern. "Die werden was machen", sagte Trump. "Ich glaube, er will was machen. Er will die richtigen Dinge machen."

Das kommunistisch regierte Land steht international wegen massiver Verstöße gegen die Menschenrechte seit Jahrzehnten in der Kritik. Nach Schätzungen der US-Regierung werden dort aktuell 80.000 bis 120.000 Menschen in teils schlimmen Verhältnissen in Arbeitslagern gefangen gehalten

Auch zum Fall des toten US-Studenten Otto Warmbier, der in nordkoreanischer Haft starb, äußerte sich Trump: Dieser sei nicht "umsonst gestorben", da er mit dazu beigetragen habe, dass beide Länder nun miteinander sprechen.

Warmbier war als Tourist in Nordkorea festgenommen und zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Ein gutes Jahr später wurde er freigelassen, starb aber kurz darauf in den USA in Folge einer schweren Hirnverletzung. Die USA warfen Nordkorea Folter vor, Pjöngjang wies die Anschuldigungen zurück.

dop/dpa



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charly25 12.06.2018
1. was soll uns dieser Artikel sagen?
Gelegenheit ein Forum aufzumachen, um Trump vorwerfen zu koennen, dass er sich nicht genug fuer die Menschenrechte in Nordkoerea eingesetzt hat? ist doch seit Jahrzehnten bekannt, dass es Nordkorea mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt. hat keiner was dagegen unternommen. ja, auch Trump bisher noch nicht viel, aber da wird sich auch was aendern.
blabla55 12.06.2018
2. Fragestellung!
Bei diesen riesigen aufkommenden Wirtschaftmarkt wem stören Menschenrechte,den Kapital?
Ein_denkender_Querulant 12.06.2018
3. Kim und seine verbrechen werden legitimiert
Zitat von charly25Gelegenheit ein Forum aufzumachen, um Trump vorwerfen zu koennen, dass er sich nicht genug fuer die Menschenrechte in Nordkoerea eingesetzt hat? ist doch seit Jahrzehnten bekannt, dass es Nordkorea mit den Menschenrechten nicht so genau nimmt. hat keiner was dagegen unternommen. ja, auch Trump bisher noch nicht viel, aber da wird sich auch was aendern.
Bisher haben alle US-Präsidenten den direkten Kontakt mit nordkoreanischen Massenmördern abgelehnt. Trump scheint kein Problem damit zu haben, er hält auch Waterboarding nicht für Folter, legitimiert die Zuständen in Norkorea und verfestigt sie mit seinen Vertragsabsichten, weil freiheitliche Werte für Trump keine Rolle spielen. Darum geht es in dem Artikel.
meister_proper 12.06.2018
4. Menschenrechte sind in diesem Fall auch nicht das primäre Thema
Ich halte gar nichts von D.J. Trump, aber Menschenrechte sind bei Abrüstungsverhandlungen wirklich fehl am Platz. Wenn es tatsächlich gelingen sollte Nordkorea zur Aufgabe seines Atomwaffenprogramms zu bringen, dann können die Menschenrechte dort gerne in anderen Verhandlungen behandelt werden. Nach der Lektüre der gemeinsamen Erklärung glaube ich allerdings nicht, dass man bisher irgendeinen Fortschritt auf diesem Weg erkennen kann. Alleine schon der Satz "Having acknowledged that the U.S.-DPRK summit -- the first in history -- was an epochal event of great significance and overcoming decades of tensions and hostilities between the two countries and for the opening of a new future, President Trump and Chairman Kim Jong Un commit to implement the stipulations in this joint statement fully and expeditiously." zeigt die eher auf Außenwirkung als auf konkrete Ergebnisse gemünzte Natur dieses Treffens. Zunächst mal hat es ja bereits einige Treffen zwischen den USA und NK gegeben - das einzig neue an diesem Treffen ist die Tatsache, das die jeweiligen Staatsführer anwesend waren. Das ist für beide ein enormer PR-Erfolg, den sie auch beide gut gebrauchen können. Trump braucht ihn dringend innenpolitisch und Kim braucht ihn um auf dem internationalen Parkett wieder hoffähig zu werden. Ob mittel- bis langfristig jedoch konkrete Schritte folgen werden bleibt abzuwarten. Und somit erweist Trump den USA einen Bärendienst. Die zukünftige Verhandlungsposition dürfte durch diese PR-Show eher geschwächt werden. Denn jetzt wird natürlich jedes weitere Treffen an den dabei erzielten Fortschritten gemessen und wenn Trump dabei nicht blöd aussehen will, ist er wohl gezwungen für Fortschritte Gegenleistungen zu bringen (Sanktionen lockern, gesperrte Vermögenswerte freigeben, etc.). We will see...
charly25 12.06.2018
5.
Zitat von Ein_denkender_QuerulantBisher haben alle US-Präsidenten den direkten Kontakt mit nordkoreanischen Massenmördern abgelehnt. Trump scheint kein Problem damit zu haben, er hält auch Waterboarding nicht für Folter, legitimiert die Zuständen in Norkorea und verfestigt sie mit seinen Vertragsabsichten, weil freiheitliche Werte für Trump keine Rolle spielen. Darum geht es in dem Artikel.
bisher haben alle US-Praesidenten nichts dagen unternommen. tolle Leistung. wie soll man denn etwas veraendern wenn man den Kontakt ablehnt? koennte man als stillschweigend akzeptiert bezeichnen. ja, genau, Trump ist ganz boese, der Antichrist, immer feste drauf, immer raus damit.
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